Rosskastanie


Rosskastanie Die Rosskastanie ist ein grosser Baum, der in Parks und an Strassen wächst und dort angesichts seiner Grösse eine dominierende Rolle spielt.

Kinder kennen die Standorte von Kastanien meistens sehr gut, denn dort finden sie im Herbst die rotbraun glänzenden Kastanien, die sich herrlich glatt anfühlen und gut als Bastelmaterial zu verwenden sind.

Rosskastanien haben auch vielfältige Heilwirkungen, von denen die herausragendste die Wirkung auf das Gefässsystem ist. Daher eignet sich die Rosskastanie innerlich und äusserlich gegen Krampfadern, Hämorrhoiden, geschwollene Füsse und auch gegen Arteriosklerose.



Steckbrief

Heilwirkung: adstringierend,
antibakteriell,
blutreinigend,
blutstillend,
entzündungshemmend,
harntreibend,
krampflösend,
schleimlösend,
schmerzstillend,
tonisierend,
Fieber,
Erkältung,
Keuchhusten,
Ödeme,
Kreislauf stärkend,
Arteriosklerose,
Diabetes (unterstützend),
Durchfall,
Magenkrämpfe,
Leberschwäche,
Rheuma,
Gicht,
Ischias,
Nervenschmerzen,
Ausfluss,
Frostbeulen,
Hautprobleme,
Ekzeme,
Geschwüre,
Wunden,
Lupus erythematodes,
Venenerkrankungen,
Venenentzündung,
Offene Beine,
Hämorrhoiden,
Krampfadern,
wissenschaftlicher Name:Aesculus hippocastanum
englischer Name:Chestnut
volkstümliche Namen:Kastanie, Drusenkesten, Gichtbaum, Kestenbaum, Pferdekastanie, Saukesten, Zierkestenbaum
Verwendete Pflanzenteile:Früchte, Rinde, Blüten, Blätter, Wurzel
Inhaltsstoffe:Aesculin, aescin, Alantoin, Angelinsäure, Bitterstoff, Kampferöl, Cholin, Cyanidin, Farbstoff, Flavone, Flavonglykoside, Fraxin, Gerbstoff, Gerbsäure, Cumarine, Linolensäure, Saponine
Sammelzeit:Rinde: März,
Blüten: Mai,
Samen: September und Oktober



Anwendung

Von der Rosskastanie kann man fast alle Pflanzenteile in der Pflanzenheilkunde einsetzen.

Ihr bekanntestes Einsatzgebiet ist die Stärkung der Venen und dadurch ihre Wirksamkeit gegen Krampfadern und Hämorrhoiden.

Durch den hohen Saponingehalt sollte man die Teile der Rosskastanie nicht in unmässigen Mengen einnehmen, sondern immer wohl dosieren.

Früchte / Samen

Die rotbraunen Samen enthalten als wichtigsten wirksamen Stoff sehr viel Saponin. Aber auch Gerbstoffe, Gerbsäuren und einige besondere Wirkstoffe sind in den Samen der Rosskastanie enthalten.

Man kann die getrockneten und geschnittenen Samen als Tee oder Tinktur einnehmen und zur Stärkung der Blutgefässe anwenden. Sie helfen nicht nur gegen Venenschwäche, sondern können auch die Arterien stärken und von Ablagerungen befreien. Ausserdem werden die feinen Kapillaren angeregt, mehr Gewebsflüssigkeit aus dem umliegenden Gewebe aufzunehmen und zum Herzen zu transportieren, was beispielsweise geschwollene Knöchel abschwellen lässt.

Zusätzlich zur Einnahme werden Rosskastaniensamen oft zu Salben und Cremes verarbeitet, mit denen man die Unterschenkel gegen Krampfadern und Schwellungen einreiben kann.

Siehe:

Ausser der Wirkung auf die Blutgefässe wirken Rosskastaniensamen stärkend und auswurffördernd, was sie zu einem Mittel gegen Husten macht.

Die Samen wirken ausserdem schmerzstillend, weshalb man sie gegen rheumatische und neuralgische Schmerzen verwenden kann.

Ein weiteres Einsatzgebiet sind Katarrhe der Verdauungsorgane und Durchfall. Hierfür kann man ausser Tees und Tinkturen auch zweimal täglich eine Messerspitze mit dem geschälten, getrockneten und gepulverten Samen einnehmen.

Blüten

Die Blüten der Rosskastanie kann man ähnlich einsetzen wie die Samen.

Ein Tee der Blüten wirkt auch besonders gut gegen Husten.

Mit den Blüten kann man auch eine Tinktur ansetzen, die als Einreibung gegen rheumatische Schmerzen hilfreich sein kann.

Aus den Knospen bzw. Blüten werden die Bachblüten Chestnut Bud, White Chestnut und Red Chestnut hergestellt.

Blätter

Die Blätter kann man als Tee trinken und gegen Fieber und Keuchhusten einsetzen.

Sie wirken ausserdem stärkend, durchblutungsfördernd und entwässernd.

Rinde

Die Rinde wirkt, innerlich eingenommen, entzündungshemmend, zusammenziehend, harntreibend, fiebersenkend, schmerzlindernd, gefässzusammenziehend und stärkend.

Man kann sie also bei fieberhaften Erkältungen und Entzündungen des Verdauungstraktes einnehmen.

Äusserlich als Waschung, Bad oder Creme wirkt die Rinde einerseits, wie die anderen Teile der Rosskastanie, gegen Venenprobleme, andererseits aber auch hautheilend gegen Ekzeme, Geschwüre und andere Hautprobleme. Sogar gegen Lupus erythematodes setzt die Volksheilkunde Waschungen mit einer Rindenabkochung ein.

Die Rinde enthält das Glykosid Aesculin, das fluoreszierend ist. Wenn man einen Kaltauszug mit der Rinde junger Kastanienzweige macht, kann man sehen, wie die Flüssigkeit leuchtet. Das Aesculin bindet ultraviolettes Licht und wird daher als Sonnenschutzmittel eingesetzt. Ausserdem wirkt es durchblutungsfördernd und Stoffwechsel anregend.

Rosskastanien in der Küche

Die Rosskastanien gelten als nicht essbar, was aber nur teilweise stimmt.

Durch ihren hohen Saponingehalt (8% bis 25%) sind sie der Gesundheit in grösseren Mengen nicht zuträglich, aber man kann die Saponine ausschwemmen und dann kann man die Rosskastaniensamen essen.

Dazu röstet man die Samen bei niedriger Hitze leicht an, schält sie und schneidet sie in dünne Scheiben.

Diese Scheiben werden mehrere Tage lang gewässert in immer wieder erneuertem Wasser (oder in einen sauberen Bach gehängt = traditionelle Methode der nordamerikanischen Indianer).

Anschliessend kann man die Früchte kochen und essen.

Sie enthalten etwa 10% Eiweiss, 5% Fett und 35% Stärke.

Rosskastanien im Haushalt

Wenn man kleingeschnittene Rosskastanien mit kochendem Wasser übergiesst, wird das Wasser seifig. Dieses Wasser kann man zum Waschen des Körpers und von Kleidungsstücken benutzen.

Pflanzenbeschreibung

Der Rosskastanienbaum kommt ursprünglich aus Indien, Zentralasien und Südosteuropa. Da er aber nicht nur schön aussieht, vor allem in der Blütezeit, sondern auch schmutzige Luft und Abgase gut verträgt, hat er sich als Stadtbaum in Europa stark verbreitet.

Der Baum wird bis zu 30 m hoch.

Er hat grosse Blätter, die aus sieben Teilen fingerartig zusammengesetzt sind.

Im Mai blüht die Rosskastanie mit beeindruckend prächtigen Blüten. Sie stehen wie dicke Kerzen aufrecht auf den Zweigen und bestehen aus vielen Teilblüten.

Im Herbst wachsen daraus die Kastanienfrüchte, die in einer stacheligen grünen Schale sitzen.

Die Früchte (Samen) sind etwa drei bis fünf Zentimeter gross und rundlich. Sie haben eine glänzende rotbraune Farbe. Sie fühlen sich angenehm glatt an.

Diese Samen werden von Kindern sehr gerne zum Basteln benutzt, was dazu führt, dass die Rosskastanie den meisten Menschen schon in früher Kindheit bekannt wird.



Home Up