Blähungen


  

Blähungen können in jedem Alter auftreten, vom Neugeborenen bis zum Greis.

Sie gehen entweder als Wind ab und verursachen die charakteristischen Gerüche oder sie bleiben im Darm hängen und sorgen für das Gefühl aufgetrieben zu sein bis hin zu starken Bauchschmerzen.

Bei häufig vorkommenden Blähungen, zusammen mit anderen Darmbeschwerden, wie beispielsweise Verstopfung, spricht man auch vom Reizdarm-Syndrom.


Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Meteorismus

Symptome:

Bei Blähungen bildet sich zuviel Luft im Darm. Ein Grossteil dieser Luft wird durch die Darmwände ins Blut aufgenommen und über die Lunge ausgeatmet. Aber bei Blähungen bleibt immer noch genug Luft im Darm zurück, um Beschwerden zu verursachen.

Blähungen sind entweder mit einem aufgetriebenen Bauch und Schmerzen verbunden oder mit dem Abgehen von Winden (Flatulenz), die zwar Erleichterung bringen, aber lästig und mitunter peinlich sind.

Die Schmerzen, die mit den Blähungen verbunden sind, können sehr stark und stechend sein. Vor allem Kinder leiden darunter oft ausgesprochen stark, so dass sie kaum laufen können. Manchmal werden Kinder wegen Blähungen sogar mit Verdacht auf Blindarmentzündung ins Krankenhaus gebracht, weil die Schmerzen so stark sind.

Ursachen:

Blähungen können verschiedene Ursachen haben.

Ernährungsbedingte Blähungen

Manche Nahrungsmittel sind besonders schwer verdaulich und fördern die Bildung von Luft im Darm.

Dabei handelt es sich vor allem um zellulosereiche Nahrungsmittel. Zellulose kann vom menschlichen Verdauungssystem nicht verwertet werden. Sie wird stattdessen von bestimmten Darmbakterien zu Wasserstoff abgebaut und zwar bis zu zehn Liter am Tag. Dieser Wasserstoff wird von anderen Bakterien zu zwei bis vier Liter Methan umgebaut.

Ein Teil davon wird durch die Darmwand ins Blut aufgenommen und später ausgeatmet, aber ein Teil bleibt übrig und verursacht Beschwerden.

Nicht alle Menschen haben Probleme beim Verdauen blähungsfördernder Speisen. Manche vertragen sie problemlos und andere reagieren empfindlich.

Reizdarm

Menschen, die besonders empfindlich auf blähungsfördernde Speisen reagieren, und ausserdem Probleme mit Verstopfung, Durchfall und anderen Verdauungsbeschwerden haben, leiden unter dem Reizdarmsyndrom.

Zusätzlich zu der Gasbildung im Darm verschlucken solche Menschen häufig Luft beim hektischen Essen. Diese Luft wandert dann in den Darm und verursacht dort die typischen Darmbeschwerden.

Wer unter Reizdarm leidet, muss sich zur Linderung seiner Beschwerden einerseits um die Funktion des Darmes kümmen und andererseits um mehr Entspannung im Leben.

Drei-Monats-Koliken

Säuglinge leiden in den ersten Monaten ihres Lebens oft unter den sogenannten Dreimonatskoliken.

Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die kindlichen Verdauungsorgane mit ihrer Aufgabe noch nicht vertraut sind. Die Verdauung der ungewohnten Nahrung fällt ihnen schwer und dann kommt es zu Blähungen in Verbindung mit Bauchschmerzen.

Die Folge davon ist, dass betroffene Säuglinge vor allem abends oft stundenlang schreien und krampfartig die Beine an den Leib ziehen, weil sie unter den Blähungsschmerzen leiden.

So werden die ersten Wochen mit einem Neugeborenen oft zur Qual, sowohl für das Baby selbst als auch für seine Eltern und Familie.

Zur Linderung der Drei-Monats-Koliken kann man das Baby herumtragen, warme Hände auf den Bauch legen, den Bauch im Uhrzeigersinn massieren und Fencheltee zu trinken geben.

Oft hilft auch der sogenannte "Flieger". Dazu dreht man das Baby auf den Bauch, fährt mit einer Hand zwischen den Beinen durch bis der schmerzende Bauch auf der warmen Hand ruht und unterstützt Oberkörper und Kopf des Kindes mit dem anderen Arm. So trägt man das Baby durch die Wohnung, quasi fliegend. Das Gewicht, mit dem der Bauch auf der warmen Hand des Erwachsenen ruht, hilft oft, den Darm zu entspannen und die Winde nach draussen zu befördern. Ausserdem lenkt das interessante "Fliegen" von den Schmerzen ab. Diese Methode hat nur einen Nachteil: sie ist sehr ermüdend für den beteiligten Erwachsenen.

Therapie:

Kräuter:

Produkttipps:

Teemischung

Diese Teemischung hilft gegen Blähungen (Meteorismus).

Auch für Kinder ist dieser Tee geeignet, weil die enthaltenen Kräuter freundlich schmecken. Man kann ihn bei all den typischen leichten Bauchweh-Beschwerden von Kindern versuchen.

Anis und Fenchel wirken durch ihre ätherischen Öle stark blähungswidrig. Die Kamille wirkt entkrampfend, schmerzlindernd und antibakteriell, falls Bakterien mit im Spiel sein sollten.

Zutaten: Anleitung:
  1. Brüh einen Tee auf mit einem Esslöffel Teemischung pro Tasse.
  2. Lass den Tee 10-15 Minuten ziehen.
  3. Filter den Tee anschliessend ab.
  4. Trink den Tee in kleinen Schlucken.
Siehe auch:

Ätherische Öle:

  • Angelika
  • Anis
  • Bergamotte
  • Fenchel
  • Ingwer
  • Kamille
  • Koriander
  • Kümmel
  • Melisse
  • Muskatellersalbei
  • Nelke
  • Schafgarbe

Ernährung:

Besonders blähungsfördernde Nahrungsmittel sind:
  • Vollkornprodukte
  • Kohl
  • Bohnen
  • Schwarzwurzeln
Diese Nahrungsmittel sollte man möglichst meiden, wenn man zu Blähungen neigt.

Es gibt auch Tricks, wie man blähungsfördernde Speisen leichter verdaulich macht.

Zwiebeln und Knoblauch verhindern, dass sich Blähungen im Bauch festsetzen und fördern deren Abgang durch Winde, was natürlich auch nicht in jeder Situation erwünscht ist.

Kümmel, Liebstöckelsamen, Fenchelsamen und Anis verhindern die Bildung von zuviel Luft im Darm. Daher ist es hilfreich sie beim Kochen blähungsfördernder Speisen mit zu kochen.

Verhalten:

Verhalten bei den Mahlzeiten

Wichtig ist vor allem, dass man sich zum Essen genügend Zeit nimmt und in ruhiger Umgebung seine Mahlzeiten zu sich nimmt.

Beim Essen sollte man nicht sprechen, um das Verschlucken von Luft zu vermeiden.

Ausserdem sind kleine Mahlzeiten hilfreich, denn dann muss nicht soviel auf einmal verdaut werden.

Linderung akuter Blähungen

Bei akuten Blähungen ist das wichtigste Ziel, dass die Luft, die den Bauch schmerzhaft auftreibt, abgeht. Das heisst, die Winde (Pupse) sollen abgehen, denn so erreicht man am schnellsten eine Linderung der Beschwerden.

Dazu hilft es, den Bauch zu wärmen.

Dazu eignet sich eine klassische Wärmflasche, mit der man sich für eine Weile ins Bett legt. Oft hilft es auch, sich auf den Bauch zu legen.

Bauchmassage

Sehr gut hilft auch eine Massages des Bauches.

Dazu sorgt man als Massierender zunächst für warme Hände.

Dann reibt man, am besten mit einem Öl, den Bauch im Uhrzeigersinn. Denn auch der Dickdarm verläuft im Uhrzeigersinn und durch die Massage kann man die störende Luft dem Ausgang näher bringen.

Die Bauchmassage fördert auch die Entspannung des Bauches und des Darmes, was die Blähungsschmerzen lindert.

Zur Bauchmassage eignet sich folgendes Öl:

Weitere Infos über Blähungen bei unserem Partnerprojekt Gesund.org.

Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker


  


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