Alpen-Wegerich

(Plantago alpina L.)


  

Alpen Wegerich


Der Alpenwegerich ist dank seiner typischen Blütenstände deutlich als Verwandter von Spitzwegerich und Breitwegerich zu erkennen.

Seine Blätter sind noch viel schmaler als die vom Spitzwegerich. Sie sehen aus wie feine Lanzen. Die Blüten erinnern am ehesten an den Breitwegerich, denn sie sind ausgesprochen lang.

Wie der Name schon sagt, ist der Alpenwegerich in den Alpen heimisch. Man findet ihn aber auch in anderen hohen Gebirgen, wie beispielsweise in den Pyrenäen.

In der Heilkunde wird der Alpenwegerich ähnlich eingesetzt wie der Spitzwegerich, also vor allem gegen Husten und bei Hautproblemen.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Husten
Heilwirkung:
antibakteriell,
adstringierend,
blutreinigend,
blutstillend,
entzündungshemmend,
harntreibend,
Anwendungsbereiche:
Afterjucken,
Appetitlosigkeit,
Asthma,
Augenentzündungen,
Blasenschwäche,
Bronchitis,
Darmschleimhautentzündung,
Durchfall,
Ekzeme,
Erkältung,
Fettsucht,
Furunkel,
Hämorrhoiden,
Halsentzündung,
Halsschmerzen,
Hautabschürfungen,
Insektenstiche,
Katarrhe der oberen Luftwege,
Keuchusten,
Leberschwäche,
Magenschleimhautentzündung,
Ödeme (Wassersucht),
Quetschungen,
Soor (Candida),
Verstopfung,
blutende Wunden,
leichte Verbrennungen,
wissenschaftlicher Name:
Plantago alpina L.
Pflanzenfamilie:
Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
englischer Name:
Alpine Plantain
volkstümlicher Name:
Alpen-Wegerich, Alpengras, Adelgras, Piantaggine delle Alpi, Ritzen
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Wurzeln, Samen
Inhaltsstoffe:
Schleimstoffe, Saponine, Glykoside (Aucubin), Gerbstoffe, Kieselsäure, Vitamin C, antibiotische Stoffe, ätherisches Öl, Lab-Enzym
Sammelzeit:
Blätter: Mai - August, Wurzeln: Ende August bis Oktober


Anwendung

Alpen Wegerich

Der Alpen-Wegerich hat, wie viele andere Heilpflanzen, ein breites Spektrum von Heilwirkungen. Seine Haupteinsatzgebiete sind die Atemwege, Haut und Verdauung.

Tee für die Atmung

Gegen Husten, Asthma und andere Erkrankungen der Atmungsorgane kann man Alpen-Wegerich-Tee trinken. Entweder als reinen Alpen-Wegerich-Tee oder in Teemischungen.

Die Alpen-Wegerich-Blätter lösen den Schleim, wirken gegen Krankheitserreger und lindern Entzündungen.

Der Alpen-Wegerich ist aber nicht nur für die Atmungsorgane hilfreich, sondern fördert auch die Verdauung, regt den Stoffwechsel an und hilft beim Abnehmen.
Er kann im Tee wie Spitzwegerich eingesetzt werden:

Blätter gegen kleine Verletzungen unterwegs

Der Alpen-Wegerich ist eine gute Medizin für unterwegs, die gleich am Wegrand wächst, wenn man sich beim Berg-Wandern verletzt hat.

Einfach ein Alpen-Wegerich-Blatt zwischen den Fingern verreiben oder zerkauen, auf die Wunde legen und mit einem zweiten Alpen-Wegerich-Blatt fixieren.

Blut wird gestoppt und die Wunde desinfiziert, der Heilungsprozess gefördert.

Pflanzensaft gegen Wunden

Wenn man nicht unterwegs ist, kann man aus den Blättern einen Pflanzensaft herstellen, den man auf Wunden träufeln kann.

Der Pflanzensaft hilft gegen Abschürfungen, leichte Verbrennungen, kleine offene Wunden, Insektenstiche, Quetschungen, Furunkel und Hämorrhoiden.

Pflanzensaft für Verdauung und Stoffwechsel

Den frisch gepressten Pflanzensaft kann man gegen Verdauungsstörungen einnehmen.

Er hilft bei Darmentzündungen, Magenschmerzen und reguliert die Verdauungstätigkeit.

Auch bei Hauterkrankungen kann man den Spitzwegerichsaft innerlich einnehmen. Er wirkt blutreinigend und hilft der Haut beim Abheilen.

Samen gegen Soor

Die Samen des Alpen-Wegerich kann man in Wasser einweichen und dann aufkochen lassen.

Man kann sie Säuglingen gegen Soor (Candidamykosen) geben. Alpen-Wegerich kann man auch bei Sirup und Cremes wie Spitzwegerich einsetzen:

Rezepte



Geschichtliches

In den Bergregionen wurde der Alpen-Wegerich wie der Spitzwegerich eingesetzt.


Pflanzenbeschreibung

Alpen Wegerich

Der Alpen-Wegerich ist in Europa heimisch.

Er wächst auf Magerwiesen und Weiden bevorzugt in den Alpen, französisches Jura und Pyrenäen zwischen 1.200 und 2.400m Höhe.

Die Pflanze wird zwischen 5 und 15 Zentimeter hoch.

Die ausdauernde Wurzel des Alpen-Wegerich treibt im Frühling lineal-lanzenförmige Blätter aus. Diese Blätter wachsen vom Boden aus direkt nach oben, sie sind schmal und vorne spitz.

Etwas später, ab Mai, treibt der kantige Stengel aus. Er wächst senkrecht und ohne Verzweigungen nach oben und trägt an der Spitze eine bräunliche Blüte in Ährenform (1-3 cm). Diese Blüten erscheinen zwischen Juni und August

Aus dieser Blütenähre entwickeln sich später Früchte mit Kapseln, die jeweils zwei Samen enthalten.


Anbautipps

Da der Alpen-Wegerich eine subalpine/alpine Pflanze ist, ist ein Anbau in tieferen Lagen wenig erfolgversprechend.

Sammeltipps

Die Alpenwegerichblätter sammelt man bei sehr trockener Witterung. Natürlich sollte man, wie bei allen anderen Pflanzen, nur soviel sammeln, dass der Pflanzenbestand nicht darunter leidet.

Wichtig ist, dass man die Blätter sehr sorgsam und zügig trocknet.

Am besten fädelt man die Blätter auf eine dünne Schnur und lässt sie an luftiger Stelle möglichst schnell trocknen.

Wenn die Blätter zu lange zum Trocknen brauchen, neigen sie dazu, schwarze Flecken zu bekommen und sind dann unbrauchbar.



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