Bärentraube

(Arctostaphylos uva-ursi)


  

Bärentraube Die Bärentraube wächst bevorzugt im Gebirge und sieht der Preiselbeerpflanze sehr ähnlich. Im Unterschied zur Preiselbeere wächst der kleine Strauch der Bärentraube jedoch am Boden entlang und bildet rasenartigen Flächenbewuchs.

Die kleinen, ledrigen Blätter der Bärentraube sind die bekannteste Kräutermedizin gegen Blasenentzündungen.

Da die Pflanze in Deutschland geschützt ist, darf man sie nicht wild sammeln. Man muss die Blätter also entweder kaufen oder stattdessen die Blätter der Preiselbeere verwenden, die ähnlich wirksam sind.



Heilkräuter Hausapotheke Heilkräuter Hausapotheke als Kindle-Ebook.

Die wichtigsten Heilpflanzen für die Anwendung zu Hause.
Ein Kindle-Ebook von Eva Marbach, der Autorin dieser Heilkräuter-Webseite.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Blasenentzündung,
Heilwirkung: adstringierend,
antibakteriell,
harntreibend,
tonisierend,
Anwendungsbereiche: Bronchitis,
Vitamin C Mangel,
Blasensteine,
Nierenbeckenentzündungen,
Nierengries,
Bettnässen,
Gallenbeschwerden,
Kopfschmerzen,
Ausfluss,
wissenschaftlicher Name:Arctostaphylos uva-ursi
Pflanzenfamilie:Heidekrautgewächse = Ericaceae
englischer Name:Bearberry
volkstümliche Namen:Achelkraut, Bärentee, Bärentraubenblatt, Gaden, Garlen, Granten, Harnkraut, Mehlbeere, Moosbeere, Sandbeere, Steinbeere, Wilder Buchsbaum, Wolfsbeere, Wolfstraube
Verwendete Pflanzenteile:Blätter
Inhaltsstoffe:Glykoside Arbutin und Methylarbutin, Gerbsäure, Gerbstoff, Vitamin C, Alantoin, Flavone, Salizylsäure
Sammelzeit:Achtung! Die Pflanze ist geschützt!
April bis Oktober


Anwendung

Bärentrauben-Blätter Die Bärentraubenblätter werden vorwiegend bei Entzündungen der Harnorgane, also beispielsweise bei Blasenentzündung, eingesetzt.

Das in den Blättern enthaltene Arbutin verwandelt sich im Harn, der durch die Entzündung alkalisch geworden ist, in die Wirkstoffe Hydrochinon und Methylhydrochinon. Diese Wirkstoffe wirken stark antibiotisch. So können Blasenentzündungen und Nierenbeckenentzündungen wirksam bekämpft werden.

Bärentraubenblätter-Tee

Ein Bärentraubenblätter-Tee ist traditionell eine Abkochung.

Dazu nimmt man 1 Esslöffel Bärentraubenblätter pro Tasse Wasser und kocht sie etwa 5 Minuten lanng.

Den fertigen Tee trinkt man solange er noch gut warm ist.

1 - 2 Tassen täglich sind eine sinnvolle Dosierung bei Blasenentzündungen oder Nierenbeckenentzündungen. Wenn die Entzündung besonders akut ist, kann man bis zu 4 Tassen täglich trinken.

Man kann Bärentraubenblätter auch als normalen Aufguss oder Kaltauszug zubereiten.

Häufig sind Bärentraubenbllätter auch bestantteil von Teemischungen für Niere und Blase. Sie wirken dann milder, aber auch schwächer.

Achtung!
Wenn bei einer Blasenentzündung Fieber auftritt, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser wird in den meisten Fällen Antibiotika verordnen, die dann auch unbedingt sorgfältig und ausreichend lange eingenommen werden sollten. Wenn man mit einer fieberhaften Blasenentzündung zu sorglos umgeht, kann sich daraus eine potentiell lebensbedrohliche Nierenbeckenentzündung entwickeln.
Bärentraubenblätter-Tee ist in solchen Fällen nur noch als Ergänzung zur Schulmedizin sinnvoll.

Nebenwirkungen

Wer einen empfindlichen Magen hat, kann durch Bärentraubenblätter-Tee Magenschmerzen und Übelkeit bekommen.

Daher sollte man Bärentraubenblätter-Tee nur maximal eine Woche am Stück und höchstens 5 mal im Jahr anwenden.

Dieser Tee ist also kein harmloser Haustee, sondern ein hoch wirksames Medikament mit potentiellen Nebenwirkungen.


Geschichtliches

Bärentrauben-Blätter Da die Bärentraube vorwiegend in Nordeuropa und in mitteleuropäischen Gebirgen gedeiht, war sie den Kräuterärzten der Antike nicht bekannt.

Erst ab dem Mittelalter findet man schriftliche Empfehlungen für diese Heilpflanze.

Damals wurde die Bärentraube nicht nur gedgen Ernkranungen des Harnapparates, sondern auch gegen Gallenerkrankungen eingesetzt.

Die frischen Blätter wurden früher sogar auf offene Wunden, z.B. an den Beinen, gelegt. Dieser Einsatzzweck ist durchaus sinnvoll, wenn man die adstringierenden, entzündungshemmenden und antibiotischen Fähigkeiten der Bärentraubenblätter bedenkt.

Der Name "Bärentraube" entstand, weil die Beeren gerne von Bären gefressen werden.

In Skandinavien, wo die Bärentraube häufig vorkommt, werden die herben Beeren ähnlich wie Preiselbeeren verwendet. Man kocht Kompott und Sirup daraus und stellt Gebäck damit her.

Sogar zur Färbung von Wolle wurden die Bärentraubenblätter früher verwendet, als es noch reichlich davon gab.


Magische Anwendung

Bärentrauben-Blätter Bei der magischen Nutzung der Bärentraube werden die Blätter in magische beutel gefüllt, um die übersinnliche Wahrnehmung zu steigern.

Wenn man die Zweige der Bärentraube am Körper trug, sollte diese vor Geistern schützen.

Auch die nordamerikanischen Indianer benutzten die Bärentraube, bzw. deren nordamerikanische Variante, für ihre religiösen Riten.



Pflanzenbeschreibung

Bärentrauben-Blätter Die Bärentraube ist in Nordeuropa, Mitteleuropa und Noramerika heimisch. In Mitteleuropa findet man sie fast nur im Gebirge, in den nördlichen Ländern auch in der Ebene.

Man findet die Bärentraube vorwiegend in Mooren, Heidegegenden und Nadelwäldern.

Als Angehöriger der Familie der Heidekrautgewächse ist die Bärentraube sowohl mit dem Heidekraut als auch mit Preiselbeeren, Cranberry und Blaubeeren verwandt.

Bärentrauben-Blüte Die Bärentraube ist ein mehrjähriger und immergrüner kleiner Strauch, der meistens auf dem Boden entlang wächst.

Sie hat kleine, verkehrt eiförmige Blätter, die relativ dick sind und sich ledrig anfühlen. Auf der Oberfläche sind die Blätter fein netzartig gemasert.

Aus einigen Blattachseln sprießen kleine weißliche oder rosafarbene Blüten, die in Trauben herabhängen.

Aus diesen Blüten reifen rote Beeren (Steinfrüchte) heran.


Sammeltipps

Bärentrauben-Blätter Da die Bärentraube in Deutschland sehr selten und geschützt ist, darf man sie hier nicht in der Natur sammeln.

Auch in vielen anderen europäischen Ländern steht die Bärentraube unter Naturschutz.

Doch in manchen osteuropäischen Ländern darf die Bärentraube gesammelt werden. Vor dort kommen auch die meisten Bärentraubenblätter, die man im Handel kaufen kann.

Theoretisch können die Bärentraubenblätter das ganze Jahr über gesammelt werden. Am besten eignen sich jedoch das späte Frühjahr und der frühe Herbst für eine Ernte.

Die gesammelten Blätter werden dann möglichst zügig, aber schonend getrocknet.

Da der Hauptwirkstoff Arbutin relativ schnell abgebaut wird, sollte man die getrockneten Blätter maximal 9 Monate langern, bevor man sie verwendet oder durch frischere Blätter ersetzt.

Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen.
Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt Deinen Arzt zu Rate.


  


Home Up