Bärwurz

(Meum athamanticum Jacq.)


  

Bärwurz


Die weiß blühende Bärwurz ist eine alte Heilpflanze, die in Europa auf Magerwiesen und lichten Laubwäldern von Mittelgebirgen wächst.

Die buschige Pflanze riecht kräftig und würzig.

Wegen der aromatischen ätherischen Öle, die an Fenchel und Liebstöckel erinnern, wird die Bärwurz auch in der Küche verarbeitet.

Die Magenschnäpse mit dem Namen Bärwurz werden aus dem ähnlichen Alpen-Mutterwurz (Ligusticum mutellina) hergestellt. Diese Alpen-Pflanze ist etwas kleiner und kräftiger.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Magen,
Verdauung,
Heilwirkung:
aphrodisierend,
appetitfördernd,
entblähend,
entgiftend,
entschlackend,
harntreibend,
herzstärkend,
magenstärkend,
menstruationsfördernd,
tonisierend,
verjüngend,
wärmend,
windtreibend,
Anwendungsbereiche:
Altersschwäche,
Appetitlosigkeit,
Blähungen,
Blasenerkrankungen,
Darmkatarrh,
Dysmenorrhoe,
Gelbsucht,
Gicht,
Hautausschläge,
Herzschwäche,
Hysterie,
Koliken,
Menstruationsbeschwerden,
Migräne,
Nierenleiden,
Stress,
Verdauungsstörungen,
Vergiftungen,
Weißfluss,
wissenschaftlicher Name:
Meum athamanticum Jacq., Athamanta meum, Meum meum, Meum nevadense
Pflanzenfamilie:
Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name:
Baldmoney, Spignel
volkstümlicher Name:
Baerpudel, Bärwurz, Barekümmel, Bärendill, Bärenfenchel, Bärkümmel, Bärmutterkrut, Bärnzotten, Bärwurzel, Berwurtz, Dillblattwurz, Gewöhnliche Bärwurz, Herzwurz, Köppernickel, Mutterwurz, Wilder Fenchel
Verwendete Pflanzenteile:
frische Blätter, Samen, Wurzelstöcke
Inhaltsstoffe:
ätherische Öle, Fettes Öl, Gummi, Harz, Ligustilid, Monoterpene, Kaffeesäuren, Phthalide
Sammelzeit:
April bis August


Anwendung

Bärwurz

Frische Blätter

Können in der Küche wie Petersilie eingesetzt werden. Regt den Appetit an und fördert die Verdauung.

Können als gequetsches Kraut für Umschlage gegen Hautkrankheiten oder Gichtschmerzen eingesetzt werden.

Tee

1 Teelöffel getrockneter Blätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen, hilft gegen Verdauungsprobleme.

1 Teelöffel Samen mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 20 Minuten ziehen lassen, abseihen. Hilft bei Migräne, Appetitmangel, Blasenleiden.

Abkochung

Eine Abkochung der Wurzeln hilft vor allem bei Verdauungsproblemen.

Tinktur

Um eine Bärwurz-Tinktur selbst herzustellen, übergiesst man Wurzeln der Bärwurz in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Äusserlich

Äusserlich kann man Bärwurz-Tee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden.

Mit dieser Art der Anwendung kann man Hautkrankheiten lindern.

Homöopathie

Gegen Fieber, Herzschwäche

Geschichtliches

Bärwurz wurde oft in Klostergärten angebaut, doch welche Bärwurz in den Klostergärten angebaut wurde und dessen Anwendung in Kräuterbüchern zu finden ist schwer zu beurteilen.

In der Hexenmedizin ist es eines der Mutterkäuter und wird zur Geburt eingesetzt.

In der Küche: Als Gewürz oder Ergänzung zu Gemüse, Salate, Fisch, Suppen, Erbsengerichte, auch als Ersatz für Pastinaken. Im Erzgebirge wird mit Bärwurz die Köppernickel-Suppe gekocht.

An Vieh wurde meist die getrocknete Bärwurz verfüttert, da die frische Pflanze vom Weidevieh gemieden wird.

Die Bärwurz im Bayerischen Wald (Alpen-Mutterwurz/Ligusticum mutellina) ist eine ähnliche Pflanze aus der gleichen Pflanzenfamilie, daraus wird seit Jahrhunderten der Bärwurz-Kräuterschnaps hergestellt.



Pflanzenbeschreibung

Bärwurz

Die Bärwurz ist in Europa heimisch

Der Wurzelstock ist winterhart.

Sie wächst bevorzugt auf Wiesen und in lichten Laubwäldern..

Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 15 und 50 Zentimeter hoch.

Die Staude wächst buschig.

Der Stengel ist hohl.

Der Wurzestock (das dicke Rhizom) hat einen Faserschopf.

Die Blätter sind haarfein gefiedert.

Die weißen bis gelblichweißen Blüten erscheinen zwischen Mai und August auf einer 5-15 strahligen Blütendolde.

Aus den Bärwurz-Blüten entwickeln sich im Herbst die Samen.

Die Samen sind ca. 7 mm lang und 3 mm dick.



Produkttipps:


Anbautipps

Üblicherweise wird die Bärwurz durch Wurzelteilung nach der Blüte vermehrt, es reichen schon kleine Wurzelstücke um daraus eine Pflanze zu ziehen.

Deutlich schwieriger ist die Anzucht aus Samen. Möglichst im Herbst in Töpfen aussäen oder sehr früh im Frühling im Freien, die Samen sind nicht lange keimfähig.

Die Bärwurz mag sandigen, lehmigen, mageren und feuchten Boden, der Standort sollte sonnig oder halbschattig sein.

Man kann die Bärwurz auch in größeren Töpfen aufziehen.

Nicht mit Kalk düngen.

Da die Pflanze gleichmässige Bedingungen liebt, z.B. gleiche Bodenfeuchtigkeit, ist sie etwas schwierig zu kultivieren.



Sammeltipps

Die Wurzel (Bärenwurzel, Bärenfenchelwurzel) der Bärwurz sollte nur geerntet werden, wenn man sich mit der Bestimmung der Pflanze auskennt, da es ähnlich aussehende aber giftige Pflanzen gibt. Die frisch zerriebenen Blätter riechen nach Anis.

Die Wurzel wird gereinigt, geschnitten und im luftigen Schatten gut getrocknet. In einem geschlossenen Behälter lagern, damit sich die ätherischen Öle nicht verflüchtigen. Die feinen Blätter sollten geerntet werden, wenn diese frisch ausgetrieben sind.


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