Beinwell

(Symphytum officinale)


  


Beinwellblüten Der Beinwell hat seinen Namen von den Beinen, denen er gut (well) tun, bzw. deren Knochen er zusammenwallen soll.

Rauh und spitz steht er gern an eher feuchten Plätzen und versucht seine violetten Blüten zu verstecken.

Oft schon habe ich eine Salbe aus seinen Wurzeln gekocht, die bei vielen Verletzungen hilfreiche Dienste leistet.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Verletzungen des Bewegungsapparates,
Heilwirkung: adstringierend,
beruhigend,
blutbildend
blutreinigend,
blutstillend,
entzündungshemmend,
erweichend,
kühlend,
lindernd,
wundheilend,
schmerzstillend,
Anwendungsbereiche: Abszesse,
Arthritis,
Arthrose,
Asthma,
Blaue Flecken,
Blutarmut,
Bluterguss,
Brandwunde,
Bronchitis,
Diabetes mellitus,
Durchfall,
Eiternde Wunden,
Ekzeme,
Furunkel,
Gastritis,
Gelenkschmerzen,
Geschwüre,
Geschwulst,
Gichtknoten,
Grippe,
Insektenbiss,
Insektenstich,
Ischias,
Juckreiz,
Hämorrhoiden,
Hautjucken,
Hautrisse,
Hautschäden,
Hornhaut,
Knochenbruch,
Knochenhautentzündung,
Krampfadern,
Lungenentzündung,
Magenschleimhautentzündung,
Muskelkater,
Nasennebenhöhlenentzündung,
Narbenschmerzen,
Nierenerkrankung,
Offenes Bein,
Phantomschmerzen,
Psoriasis,
Quetschungen,
Rheuma,
Schlecht heilende Wunden,
Schleimbeutelentzündng,
Schmerzen,
Schnittwunden,
Schuppenflechte,
Sehnenscheidenentzündung,
Spinnenbiss,
Unterschenkelgeschwüre,
Varizen,
Venenentzündung,
Verbrennungen,
Verdauungsbeschwerden,
Verhärtung der Brustdrüsen,
Verrenkung,
Verstauchung,
Zu starke Mensturation,
wissenschaftlicher Name:Symphytum officinale
Pflanzenfamilie:Rauhblattgewächse = Boraginaceae
englischer Name:Comfrey
volkstümlicher Name:Arznei-Beinwell, Beinwurz, Bienenkraut, Echter Beinwell, Gemeiner Beinwell, Gemeine Wallwurz, Gewöhnlicher Beinwell, Glotwurzel, Grosse Wallwurz, Hasenbrot, Hasenlaub, Himmelsbrot, Honigblum, Komfrei, Kuchenkraut, Milchwurz, Schadheilwurzel, Schmalwurz, Schwarzwurz, Soldatenwurz, Soldatenwurzel, Speckwurz, Wallwurz, Wilder Comfrey, Wilder Komfrey, Wottel, Wundallheil, Wundschad
Verwendete Pflanzenteile:Blätter, Wurzeln
Inhaltsstoffe:Allantoin, Gerbstoff, Schleim, Asparagin, Alkaloide, ätherisches Öl, Flavonoide, Harz, Kieselsäure, Pyrrolizidinalkaloide, Stigmasterol
Sammelzeit:Blätter: April bis Mai, Wurzeln: Spätherbst oder zeitiges Frühjahr
Fotos vom Beinwell


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Video

In einem Video stelle ich die Heilpflanze Beinwell vor.

Dauer: 3:29


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Beinwell-Blätter-Salbe

In diesem Video zeige ich, wie man Beinwell-Blätter-Salbe selber machen kann.

Dauer: 3:18


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Anwendung

Beinwell Der Beinwell wird vorwiegend äusserlich angewendet, weil die innerliche Anwendung potentiell gesundheitsschädlich sein kann.

Die besonderen Stärken des Beinwells stecken sowieso im Bereich der äusserlichen Anwendung. Sie reichen von Verletzungen des Bewegungsapparates bis zu schlecht heilenden Wunden.

Äusserlich

Knochenbrüche und stumpfe Verletzungen

Traditionell wird Beinwell bei Knochenbrüchen eingesetzt, um das Zusammenwachsen der Knochen zu fördern und den Schmerz zu lindern. Die Wirkstoffe des Beinwells fördern die Kallusbildung bei der Knochenheilung.

Eine Schiene beziehungsweise einen Gipsverband kann Beinwell natürlich nicht ersetzen.

Im Bereich Bewegungsapparat wird der Beinwell fast gegen jede Art von Beschwerden eingesetzt. Man verwendet ihn traditionell gegen Verstauchungen, Verspannungen, Arthrose und diverse andere Probleme.

Wundheilung

Vor allem durch den Inhaltstoff Allantoin hat der Beinwell ausgeprägte wundheilende Eigenschaften.

Er fördert die Granulation bei der Wundheilung, das ist die Bildung von neuem Gewebe. Allantoin wirkt zudem reizlindernd und entzündungshemmend.

Aufgrund der im Beinwell enthaltenen Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden empfiehlt die Kommision E, den Beinwell nicht bei verletzter Haut anzuwenden. Sicherheitshalber verwendet man bei offenen Wunden besser den reinen Wirkstoff Allantoin.

Wurzel und Blätter

Die Wurzel enthält beim Beinwell die meisten Wirkstoffe. Daher ist es vor allem die Wurzel, die als Heilmittel Anwendung findet.

Am besten und intensivsten ist es, wenn man frische Wurzeln zur Verfügung hat. Trockene Wurzeln können aber auch verwendet werden, sie sind sogar die offiziell als Heilmittel anerkannte Form des Beinwells.

Man kann auch die Blätter verwenden. Sie wirken ähnlich aber nicht so stark wie die Wurzel.

Salben

Die bekannteste Zubereitungsform des Beinwells ist die Salbe.

Mit Beinwellsalbe kann man die betroffenen Stellen einreiben.

Schon seit Jahrhunderten wird aus Beinwellwurzeln eine einfache Salbe gekocht.

Inzwischen haben auch Hersteller von Naturarznei die Beinwellwurzel entdeckt und bieten zahlreiche Formen von Beinwellsalben und Beinwellcremes an (z.B. Kytta-Salbe® f und Kytta Balsam® f mit Wärmfunktion).

Beinwell-Salben und -Cremes kann man auch selber anrühren. Wir haben dafür einige Rezepte mit Fotoanleitungen zusammengestellt.

Rezepte

Produkttipps:


Beinwellblüten

Umschläge

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Umschläge mit Beinwell anzuwenden.

Mit Beinwelltinktur oder Beinwelltee getränkte Baumwolltücher kann man auf verletzte Körperteile auflegen.

Man kann auch einen Salbenumschlag anwenden. Dazu trägt man die Beinwell-Salbe messerrückendick auf und bedeckt die Stelle mit einem Tuch.

Für einen Breiumschlag zerkleinert man frische Wurzeln oder Blätter, bis ein Brei entsteht. Diesen Brei trägt man auf die betroffene Körperstelle auf und bedeckt es mit einem Tuch.

Alle Umschläge kann man eine bis mehrere Stunden einwirken lassen.

Volkstümliche Anwendungen

Auf Wunden aufgelegt, wirken die Blätter schmerzstillend.

Innerlich

In der Volksheilkunde wurde der Beinwell gegen zahlreiche Beschwerden innerlich als Tee oder Tinktur eingenommen. Typische innerliche Anwendungsgebiete des Beinwells waren Husten, Verdauungsbeschwerden und Nierenschwäche.

Seit jedoch bekannt ist, dass die im Beinwell enthaltenen Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden im Tierversuch mit Ratten die Gefahr von Leberkrebs erhöhen, wird von der innerlichen Anwendung des Beinwells abgeraten. Manche Quellen raten auch nur davon ab, Beinwell regelmässig und in grossen Mengen innerlich einzusetzen.

Für alle innerlichen Anwendungsgebiete des Beinwells gibt es jedoch viele Heilpflanzen, die diese Aufgaben noch besser erledigen können, beispielsweise Thymian gegen Husten, Kamille für die Verdauung usw. Daher kann man durchaus darauf verzichten, den Beinwell innerlich anzuwenden.

Beinwell in der Küche

Wegen der Pyrrolizidinalkaloide, die in geringen Mengen im Beinwell enthalten sind, sollte man Beinwell nicht als Nahrungsmittel zu sich nehmen.

Vor allem unter Vegetariern waren Beinwellblätter und die Blätter des nahe verwandten Comfreys eine Zeitlang sehr beliebt.

Die Blätter lassen sich zu Spinat verarbeiten.

In Bierteig getaucht, kann man sie in der Pfanne ausbacken und essen.



Pflanzenbeschreibung

Beinwell Der Beinwell liebt feuchten Boden und ist daher besonders häufig an Wasserläufen oder in Senken zu finden. Er wächst aber auch in meinem eher trockenen Garten.

Die mehrjährige Wurzel ist aussen schwarzbraun und innen weisslich.

Schon früh im Jahr streckt er seine rauhen haarigen Lanzen aus der Erde.

Er überrascht durch seine Schnellwüchsigkeit und ist eine der ersten Pflanzen, die buschig ins Auge fallen. Nach wenigen Wochen wachsen Stengel aus den Blättern, die schon Ende April die ersten Blüten bekommen.

Die Blüten sind violett oder weisslich-gelb und hängen in kleinen Trauben nach unten.

Fotos vom Beinwell



Anbautipps

Beinwellblüten Beinwell lässt sich ziemlich leicht im Garten anbauen.

Am besten gibt man ihm ein Beet mit lockerer Erde an einer gut bewässerten Stelle. Der Beinwell freut sich über sonne, verträgt aber auch Halbschatten.

Am einfachsten funktioniert der Anbau, wenn man die Wurzeln in die Erde steckt.

Im Frühling spriesst der Beinwell dann von ganz alleine.

Um den Beinwell schnell zu vermehren, kann man die Wurzeln in daumengrosse Stücke zerteilen und dann einpflanzen.

Aus jedem Wurzelstück spriesst eine eigene Pflanze.


Sammeltipps

Beinwellblüten Beinwellwurzeln kann man im Herbst oder im zeitigen Frühjahr sammeln.

Man gräbt sie am besten mit einer spitzen Schaufel aus, denn die lange Wurzel sitzt meist zu fest im Boden, um sie heraus zu ziehen.

Wenn man ein Stück Wurzel in der Erde lässt, kann die Pflanze wieder neu spriessen.

Am besten verarbeitet man die Wurzel gleich frisch zu Salbe oder Tinktur.

Die Trocknung ist etwas schwierig, weil die Wurzel zum Schimmeln neigt, was sie unbrauchbar machen würde.

Am besten schneidet man die Wurzel in kleine Stücke und trocknet sie an einem warmen Platz, beispielsweise neben dem Ofen oder im Backofen bei 40°C. Auch ein Dörrapparat eignet sich zur Trocknung.



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