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| Heilwirkung: |
Nur getrocknet verwenden!
entzündungshemmend, |
| wissenschaftlicher Name: | Mercurialis annua |
| Pflanzenfamilie: | Wolfsmilchgewächse = Euphorbiaceae |
| englischer Name: | Annual Mercury |
| volkstümliche Namen: | Einjähriges Bingelkraut, Büngelkraut, Gartenbingelkraut, Hundskohl, Schuttbingel, Schutt-Bingelkraut, Stinkerich, Wintergrün |
| Verwendete Pflanzenteile: | Kraut |
| Inhaltsstoffe: | Amine, Ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbsäure, Saponine, Schleim, Scharfstoffe, Trimethylamin, Farbstoff Hermidin |
| Sammelzeit: | April bis November |
Dazu setzt man einen Teelöffel des getrockneten Krautes mit kaltem Wasser und bringt diese Mischung zum Sieden.
5 bis 10 Minuten ziehen lassen und dann abseihen.
Davon trinkt man täglich bis zu zwei Tassen.
Das Bingelkraut ist ein relativ starkes Abführmittel, seine Wirkung entfaltet sich aber erst nach ein paar Tagen vollständig.
Achtung! Abführmittel sollte man generell nur kurzfristig verwenden, weil sonst ein Wasser- und Mineralstoffmangel droht.
Dadurch hilft es ausserdem gegen Rheuma und Gicht.
Es löst den Schleim und wirkt entzündungshemmend.
Ausserdem soll es gegen Beschwerden bei der Monatsblutung helfen.
Es hemmt auch den Milchfluss, wenn man als stillende Mutter abstillen will.
Auch gegen Warzen soll das Bingelkraut helfen,
aber dafür muss man es wohl konzentrierter auftragen.
Möglicherweise eignet sich hierfür eine Tinktur aus dem getrockneten Kraut.
Da es nicht zur Einnahme in grossen Mengen verlockt, sind schlimme Vergiftungen beim Menschen nicht bekannt. Aber Weidevieh kann schwerwiegende Vergiftungen erleiden.
Vergiftungssymptome sind (manchmal erst nach Tagen): Durchfall, verstärkter Speichelfluss, Appetitlosigkeit, schwankende Körpertemperatur, Schwäche und Rotblaufärbung des Harns.
Erste Hilfe: Erbrechen herbeiführen und Kohle-Pulver. In schwereren Fällen sollte man einen Arzt zu Rate ziehen.
Getrocknet ist das Bingelkraut nicht mehr giftig.
Das Bingelkraut war schon in der Antike bekannt
und wurde bereits vierhundert Jahre vor unserer Zeitrechnung von den Schülern Hippokrates
als Heilpflanze gegen Frauenkrankheiten geschätzt.
Diese Wertschätzung wurde von Dioskurides und Plinius Secundus aufgegriffen.
Dioskurides empfahl die Einnahme der männlichen Bingelkraut-Pflanzen sogar, um zu bestimmen, dass ein männliches Kind geboren wird und die Einnahme der weiblichen Pflanze, um eine Tochter zu bekommen. Aber er verwechselte die Pflanzengeschlechter und hielt die weiblichen Bingelkräuter für die männlichen.
Im Mittelalter wird das Bingelkraut in vielen Kräuterbüchern empfohlen und nicht nur für Frauenbeschwerden, sondern auch gegen Verdauungsprobleme, Verschleimung, Stoffwechselkrankheiten, melancholische Gemütszustände und Wassersucht. Auch gegen Wetterfühligkeit wurde das Bingelkraut verwendet.
Angeblich war das Bingelkraut sogar ein narkotisch wirkender Bestandteil der Hexensalben.
Ausserdem war es in Liebestränken enthalten.
Später galt das Bingelkraut sogar als wirksam gegen Syphilis.
In England gab es immer mal wieder das Gerücht, dass Bingelkraut in Deutschland als Salat gegessen würde. Aber das beruht wohl auf einem Irrtum, denn frisch ist das Bingelkraut ja giftig.
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Es wächst als Unkraut in Gärten, auf Feldern, Schuttplätzen und Wegrändern. Wenn der Boden locker und nährstoffreich ist, breitet sich das Bingelkraut freudig aus und kann leicht zum häufigsten Unkraut eines Gartens werden.
Von der Gestalt her ist das Bingelkraut ein Unkraut, wie es im Bilderbuch steht, wenn auch eher von der harmlosen Sorte. Es keimt sehr hartnäckig, seine Samen überstehen bis zu zehn Jahre im Boden und sind sehr keimfreudig. Seine Form ist durchschnittlich und so normal, dass es kaum auffällt und auch seine gelbgrünen Blüten sind unspektakulär. Ehe man sich versieht, ist die Pflanze ausgewachsen und hat neue Samen gebildet, die dann zur weiteren Verbreitung beitragen können.
Obwohl das Bingelkraut zur Familie der Wolfsmilchgewächse gehört, hat es keinen Milchsaft in seinem Stengel. Es ist auch weniger giftig als seine Wolfsmilch-Verwandten.
Die einjährige Pflanze wird bis zu vierzig Zentimeter hoch. Der kahle Stengel ist im oberen Bereich verzweigt.
Die schmalen, ovalen Blätter wachsen gegenständig am Stengel. Sie haben einen gewellten Rand.
Ab April blüht das Bingelkraut.
Das Bingelkraut ist zweihäusig, das heisst, es gibt getrennte männliche und weibliche Pflanzen.
Die männlichen Blüten sind gelblich und wachsen ährenförmig auf Stengeln.
Die weiblichen Blüten sind grün und wachsen in kleinen Gruppen in den Blattachseln.
Aus den weiblichen Blüten entwickeln sich höckrige Frucht-Kapseln, die jeweils zwei Samen enthalten. Jede Pflanze kann bis zu zweitausend Samen entwickeln. Daher verbreitet sich das Bingelkraut auch stark, wenn man es lässt.
Ein naher Verwandter des einjährigen Bingelkrautes ist das mehrjährige Bingelkraut (Mercurialis perennis), das im Wald wächst und giftiger als das einjährige Bingelkraut ist.
Wer es aber doch anbauen will, besorgt sich am besten Samen, um das Bingelkraut auszusäen.
Gesät wird im zeitigen Frühjahr.
Die gekeimten Bingelkraut-Pflanzen sind sehr robust und anspruchlos, brauchen also kaum Pflege.
Dann bindet man es zu kleinen Sträussen und trocknet es möglichst zügig an schattiger, luftiger Stelle.
Beim Trocknen färbt sich das Bingelkraut bläulich und riecht eher unangenehm. Das ist wohl auch der Grund, warum man das Bingelkraut auch "Stinkerich" nennt.
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