Stark giftig Christrose


  

Christrose
Die Christrose ist eine weissblühende Pflanze, die mitten im Winter blüht.

Wegen der zeitlichen Nähe der Blütezeit zum Christenfest Weihnachten hat die Christrose ihren Namen bekommen.

Die Christrose gehört zur Gattung der Nieswurze. Alle Nieswurze sind giftig.

Die Christrose wächst in mittleren Berghöhen, vor allem in den westlichen Alpen.

Früher wurden Wurzeln der Christrose gegen Epilepsie, Geisteskrankheit und Herzschwäche eingesetzt, doch die Giftigkeit verhindert heutzutage ihre Verwendung. Nur in homöopathischer Zubereitung wird die Christrose in unserer Zeit noch angewendet.



Steckbrief

Heilwirkung:
Achtung! Stark giftig. Nur homöopathisch anwenden.

Homöopathisch ab D3!,
harntreibend,
Bronchitis,
Fieber,
Niesreiz auslösend,
Nahrungsmittelvergiftungen,
Durchfall,
Verstopfung,
Herzschwäche,
Ödeme,
Geschwollene Füsse,
Wassersucht,
Bluthochdruck,
Krebs,
Menstruations fördernd,
Geburt beschleunigend,
Depressionen,
Angstzustände,
Migräne,
Neuralgien,
Ischias,
Wadenkrämpfe,
Juckreiz,

wissenschaftlicher Name:
Helleborus niger, Helleborus viridis
Pflanzenfamilie:
Hahnenfussgewächse = Ranunculaceae
englischer Name:
Black hellebore
volkstümliche Namen:
Alröschen, Christblume, Christwurz, Eisblume, Güllwurz, Hainwurz, Krätzenbleaml, Krätzenblum, Märzenkaibl, Schelmrosen, Schneebleamal, Schneeblume, Schneekaderln, Schneerose, Schwarze Christrose, Schwarze Nieswurz, Teufelskraut, Weihnachtsrose, Winterrose, Wolfszahn, Wrangblume, Wrangenkraut
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzeln, Wurzelstock
Inhaltsstoffe:
Digitalis-Glykoside, Hellebrin, Helleborein, Helleborin, Saponine, Cyclopamin


Anwendung

Christrose
Achtung! Stark giftig.

Christrose nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden.

Aufgrund der Giftigkeit eignet sich die Christrose nicht für die Selbstbehandlung mit der frischen Pflanze.

Früher wurde die gepulverte Wurzel der Christrose gegen Herzschwäche und Wahnsinn eingesetzt. Von dieser Anwendung ist man heutzutage weitgehend abgekommen, weil die potentiellen Folgen enorm sind. Die Christrose enthält zwar mehrere wirksame Herzglykoside, aber diese und andere Inhaltstoffe der Pflanze haben eine zu starke Giftwirkung, um sie sinnvoll nutzen zu können. Die Herzwirkung der Christrose ist auch bei weitem nicht so gut wie bei anderen herzwirksamen Pflanzen, z.B. dem Fingerhut.

Wenn man an der pulverisierten Wurzel riecht, muss man übrigens niesen. Diese Eigenschaft hat der ganzen Gattung den Namen gegeben.

Ein Wirkstoff der Christrose, nämlich das Alkaloid Cyclopamin kann möglicherweise bei der schulmedizinischen Behandlung von Krebs eingesetzt werden. Diese Art der Anwendung ist jedoch noch nicht genügend erforscht.

In homöopathischer Verdünnung kann man die Niewsurz zur Stärkung des Herzens, gegen hohen Blutdruck und Probleme des Nervensystems verwenden.

Auch in der Frauenheilkunde kann man die verdünnte Christrose anwenden.


Giftwirkung

Bei Vergiftung mit der Christrose kommt es zu Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Ohrensausen und Herzklopfen mit verlangsamten Puls.

In schweren Fällen kann es zum Delirium bis hin zum Tod kommen.

Im Vergiftungsfall sollte man sofort den Notarzt zu Hilfe rufen.

Als Erste-Hilfe-Massnahme sollte man Erbrechen hervorrufen und Aktivkohle geben. Nach dem Erbrechen kann ein starker Wermut-Tee zusätzlich helfen.


Geschichte

Schon im Altertum wurde die Nieswurz in der Medizin eingesetzt.

Plinius der Ältere verwendete sie gegen Wahnsinn und Epilepsie. Dabei unterschied er zwischen einer weissen und einer schwarzen Nieswurz.

Bei der weissen Nieswurz handelt es sich eigentlich um den weissen Germer, der nicht mit den anderen Nieswurz-Arten verwandt ist. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie einen Niesreiz hervorrufen. Dem Niesreiz wird auch die vermeintliche Wirkung der beiden Pflanzen zugeschrieben, denn damals glaubte man, dass kräftiges Niesen gegen Epilepsie und Wahnsinn helfen könnte.

Auch Dioskurides beschrieb die Nieswurz als Heilpflanze. In seiner Zeit wurde die Nieswurz meistens in Wein eingelegt, um einen Kräuter-Wein als Medizin zu erhalten.

Die schwarze Nieswurz der Antike war wahrscheinlich nicht die Christrose, die heutzuge als schwarze Nieswurz bezeichnet wird (Helleborus niger), sondern eine verwandte Art. Die Christrose ist in der südlichen Mittelmeerregion nämlich nicht heimisch.

Im Mittelalter waren die verschiedenen Nieswurz-Arten relativ beliebt als Heilpflanze. Sie wurden beispielsweise von Hildegard von Bingen und zahlreichen anderen erwähnt. Viele Autoren warnten schon damals vor einem zu grosszügigen Einsatz der Nieswurz.

Leonhart Fuchs (16. Jahrhundert) beschreibt sie ausführlich unter dem Namen Christwurz. Er beschreibt sie als sehr starkes Abführmittel und als Mittel gegen Fallsucht (Epilepsie). Weitere Anwendungsgebiete laut Fuchs sind: Wassersucht (Ödeme), Wahnsinn, Schmerzen, Auslösung der Menstruation. Fuchs unterscheidet zwischen der nützlichen Gartenpflanze Christwurz und dem wilden, stinkenden Läuskraut (stinkende Nieswurz), das medizinisch nicht so nützlich sein soll.

In der Volksheilkunde verwendete man die Christrose früher als Brech- und Abführmittel. Die Substanz Helleborin wirkt nämlich schleimhautreizend und dadurch stark abführend. Diese Wirkung ist eine Art Vergiftung. Daher ist stark von dieser Nutzung der Christrose abzuraten.



Pflanzenbeschreibung

Christrose
Die Christrose gehört zur Gattung der Nieswurze. Diese wiederum gehört zur Familie der Hahnenfussgewächse, sie ist also mit dem gelben Hahnenfuss, der Sumpdotterblume, dem Adonisröschen, der Kuhschelle, aber auch mit dem extrem giftigen Eisenhut verwandt.

Wie die meisten Hahnenfussgewächse ist die Christrose giftig. Sie gehört sogar zu den stark gifitgen Vertretern dieser Familie.

Die Christrose ist in den mittleren Höhen einiger Gebirge heimisch. Am häufigsten kommt sie in den Alpen vor. Man findet sie aber auch im Balkan.

In Mitteleuropa findet man sie fast ausschliesslich in Gärten als Zierpflanze. Sie ist als Gartenpflanze beliebt, weil sie, anders als die meisten anderen Blütenpflanzen, im Winter und zeitigen Frühjahr blüht.

In Deutschland ist die Christrose als Wildpflanze so selten, dass sie unter Naturschutz steht.

Die Christrose ist winterhart und mehrjährig. Sie kann über zwanzig Jahre alt werden.

Sie wird bis zu 30 Zentimeter gross.

Der Wurzelstock ist schwarz, was der Christrose ihren wissenschaftlichen Namen eingebracht hat. Wenn man am frisch ausgegrabenen Wurzelstock riecht, muss man niesen, ein weiterer namensgebender Aspekt.

Die Blätter der Christrose sind gross und geteilt.

Die Christrose blüht im Winter mit weissen Blüten.

In milden Jahren beginnt die Blütezeit manchmal schon im November, in strengen Winter kann es aber auch bis Februar dauern, bis die Blütezeit beginnt. In Gärten wird die Pflanze oft an einem geschützten Standort vor kalten Wintereinflüssen bewahrt, damit sie zu Weihnachten blüht.

Die weissen Christrose-Blüten ähneln hängenden Anemonen-Blüten. Sie sind jedoch deutlich grösser.

Die Grösse und Schönheit der Christrose und ihre winterliche Blütezeit haben zu ihrer Beliebtheit als Gartenpflanze beigetragen.

Alle Teile der Christrosee sind stark giftig.

Siehe auch:


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