Stark giftig Eibe

(Taxus baccata L.)


  

Eibe


Eiben sind immergrüne Nadelbäume, die sehr langsam wachsen und über 2000 Jahre alt werden können.

Da Eiben Schatten bevorzugen, sah man in ihnen eine Verbindung zum Jenseits und der Unterwelt.

Im Herbst leuchten die roten Früchte von weitem, der süße Fruchtfleisch-Samenmantel (Arillus) ist der einzige Teil der Pflanze, der ungiftig ist.

Wegen der starken Giftwirkung wird die Eibe heute in der Pflanzenheilkunde nicht mehr eingesetzt, in der Behandlung von Krebs werden die Wirkstoffe mit Erfolg in der Schulmedizin eingesetzt.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Krebs,
Heilwirkung:

Volksheilkunde

abführend,
herzstärkend,
menstruationsfördernd,
wurmtreibend,

Pflanzenheilkunde

krebshemmend,
zellteilungshemmend,
Anwendungsbereiche:

Volksheilkunde

Abführmittel,
Blasenleiden,
Husten,
Insektenbekämpfungsmittel,
Katarrh,
Krätze,
Skorbut,
Würmer,

Pflanzenheilkunde

Krebs,
Mammakarzinom,
Ovarialkarzinom,

Homöopathie

Gicht,
Hautausschläge,
Herzkrankheiten,
Leberkrankheiten,
Rheuma,
wissenschaftlicher Name:
Taxus baccata L.
Pflanzenfamilie:
Eibengewächse = Taxaceae
englischer Name:
Common Yew, Yew
volkstümlicher Name:
Bogenbaum, Eibe, Eibenbaum, Eife, Europäische Eibe, Ibenbaum, Ifenbaum, Iwenbaum, Kandelbaum, Roteibe, Taxe, Taxbaum, Taxen, Ybe, Ypenbaum
Verwendete Pflanzenteile:
Alle Teile der Pflanze
Inhaltsstoffe:
Baccatin III, Betulosid, Biflavonoide, Diterpene, Ginkgetin, Paclitaxel, Phenole, Taxacine, Taxin A, Taxin B, Taxication, Vitamin C
Sammelzeit:
Früchte: ab September
Nadeln: Winter


Anwendung

Eibe

Bis auf den roten fleischigen Samenmantel (Arillus) sind alle Teile der Eibe sehr giftig.

Kochen oder Trocknen zerstören nicht die Giftstoffe. Der Giftgehalt ist im Winter am größten.

Tinktur

Eine Tinktur aus den Nadeln hilft äusserlich gegen Hautparasiten.

Früchte

Der rote Samenmantel der reifen Früchte ist ungiftig, süß und roh essbar, auf keinen Fall darf man die sehr giftigen Samen verschlucken oder zerkauen. Hilft gegen Skorbut.
Kinder sollten die Früchte nicht essen, da oft die giftigen Samen verschluckt werden.

Innerlich

Die Eiben eignen sich nicht für die Selbstbehandlung (ausser Homöopathie). Die Fertigmittel werden unter ärztlicher Aufsicht zur Tumorbehandlung eingesetzt.

Räuchermittel (Mittelalter)

Einatmen des Rauches von brennenden Eibenholz soll Schnupfen, Husten und Lungenerkrankungen lindern.
Vorsicht, der Holzstaub kann zu Atemproblemen und Hautreizungen führen.

Homöopathie

Das Mittel (Taxus baccata) wird aus frischen Eibenzweigen hergestellt und vor allem bei Hautkrankheiten und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.

Magie und Mythologie

In vielen Kulturen ist die Eibe ein heiliger Baum.

In der Magie werden Zauberstäbe aus Eibenholz hergestellt.

Die Eibe wird in Zaubern zum Erwecken von Toten-Geistern eingesetzt.

Die Eibe vertreibt aber auch böse Geister.



Geschichtliches

Eibe

Seit der Antike wird die Eibe für Morde eingesetzt.

Das Holz ist wegen seiner Eigenschaften sehr beliebt und wurde für Bögen, Armbrüste, Pfeile und Lanzen genutzt. Ganze Landstriche wurden aus diesen Gründen eibenfrei.

In der französichen Gartenkunst war die Eibe sehr beliebt, da sie sehr gut in Form geschnitten werden kann.

Wegen der ungiftigen Alternativen wird die Eibe in der Pflanzenheilkunde nicht mehr eingesetzt.

Die Inhaltsstoffe und die abgewandelten synthetischen Stoffe werden aber erfolgreich in der Krebstherapie eingesetzt.

In Deutschland wegen des starken Rückganges mittlerweile geschützt.

Die Eibe war 1994 der Baum des Jahres.



Pflanzenbeschreibung

Eibe

Die zweihäusige Eibe ist in den frostärmeren Teilen von Europa, Nordafrika und Westasien heimisch.

Sie wächst bevorzugt auf feuchten, nährstoff- und kalkreichen Böden.

Junge Pflanzen wachsen vorzugsweise im Schatten.

Der langsamwüchsige mehrjährige Strauch/Baum wird zwischen 2 und 20 Meter hoch.

Der dicke Stamm hat eine rotbraune Rinde.

Die Blätter sind immergrüne Nadeln.

Die Blüten erscheinen zwischen Apri und Mai.

Aus den Blüten entwickeln sich ab August ein bis zwei grün-braune Samen in einem roten Fruchtkörper mit einer fleischigen Hülle (Arillus).

Der Samen wird durch Vögel verbreitet.

Alle Teile der Pflanze sind giftig, nur der fleischige Mantel der Frucht (Arillus) ist ungiftig.



Anbautipps

Eibe

Den Samen in Töpfen aussäen, leicht mit Erde bedecken, die Erde feucht halten.

Die Eibe verträgt keinen starken Frost, erfrorene Teile werden durch neue Triebe ersetzt.

Der Boden sollte Wasser speichern können, nährstoffreich und kalkhaltig sein.

Nicht für Kinder oder Weidetiere zugänglich anpflanzen.

Junge Eiben brauchen Schatten, mit zunehmenden Alter verträgt die Eibe mehr Sonne.

Eiben haben empfindliche Wurzeln und vertragen ein Umpflanzen nur schlecht.



Sammeltipps

Die Eibe ist geschützt und darf nicht in der Natur gesammelt werden.



Produkttipps:


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