Leicht giftig Einbeere


  

Wenn man die Einbeere das erste Mal in einem Buchenwald sieht, glaubt man entweder, die Natur hätte sich bei ihrer Erschaffung einen Scherz erlaubt, weil die Pflanze mit ihren vier Blättern und ihrer einzelnen Blüte bzw. Beere so seltsam aussieht.

Oder man mutmasst, dass es sich um eine alte Hexenpflanze handelt, denn Pflanzen mit solch bizarrem Äusseren wurden früher meistens Zauberkräfte nachgesagt.

Dieser Verdacht erweist sich als zutreffend, denn die Einbeere galt unseren Vorfahren nicht nur als zauberkräftig, sondern auch als aphrodisierend, berauschend und narkostisierend. Sogar als Gegengift sollen die blauschwarzen Beeren der Einbeere wirken.

Die moderne Medizin hält die Einbeere in erster Linie für leicht bis stark giftig und verwendet sie sicherheitshalber gar nicht. Dabei kann das Kraut der Einbeere, gut verdünnt, gegen Nervenschmerzen, Migräne und nervöse Herzbeschwerden helfen.



Steckbrief

Heilwirkung: Achtung! Nur niedrig dosieren oder in homöopathischer Verdünnung anwenden!

narkotisierend,
Rheuma,
Nervöse Herzbeschwerden,
Angina Pectoris,
Kopfschmerzen,
Migräne,
Nervenschmerzen,
Neuralgien, Schwindel,
Drüsenerkrankungen,
Brustentzündung,
Augenentzündung,
Ohrenentzündungen,
Wunden,
Geschwüre,

wissenschaftlicher Name:Paris quadrifolia
Pflanzenfamilie:Liliengewächse = Liliaceae
englischer Name:Herb Paris
volkstümlicher Name:Augenkraut, Blatternblat, Fuchsauge, Fuchstrauben, Krähenauge, Kreuzkraut, Moosbeere, Sauauge, Schlangenbeere, Schwarzblattlkraut, Sternkraut, Teufelsauge, Teufelsbeere, Wolfsbeere
Verwendete Pflanzenteile:Kraut
Inhaltsstoffe:Glykosid Paridin, Glykosid Paristyphnin, Pennogenin, Asparagin, Saponine,
Sammelzeit:Mai und Juni
Fotos von der Einbeere


Anwendung

Die Schulmedizin verwendet die Einbeere nicht, weil sie sie für giftig hält. In hoher Dosierung muss man auch Übelkeit und Erbrechen befürchten, doch niedrig dosiert, bzw. stark verdünnt, kann man das Kraut der Einbeere durchaus verwenden.

Kraut als verdünnter Tee oder Tinktur

Aus der blühenden Pflanze kann man einen dünnen Tee oder eine dünne Tinktur zubereiten und stark verdünnt einnehmen.

Diese Anwendung soll gegen rheumatische Schmerzen helfen. Die Volksheilkunde benutzt niedrig dosierte Einbeeren-Tees auch gegen Migräne, Nervenschmerzen und nervöse Herzbeschwerden.

Auch krampfhafte Bronchitis und verschiedene Entzündungen können laut Volksheilkunde mithilfe der Einbeere gelindert werden.

Auch in homöopathischer Verdünnung (D3 bis D6) wird die Einbeere gerne gegen diese Probleme eingesetzt.

Tinktur als Gegengift

Die Tinktur des Einbeeren-Krautes gilt in der Volksheilkunde als Gegengift gegen Quecksilber und Arsen. Allerdings sollte man sich auf diese Gegengift-Wirkung nicht verlassen, denn sie ist nicht durch wissenschaftliche Studien belegt.

Beeren

Die Beeren sind die giftigsten Teile der Einbeere.

Da sie nicht gut schmecken, werden sie meistens nicht in grosser Anzahl genascht, obwohl sie manchmal mit Heidelbeeren verwechselt werden.

Der Genuss einer einzelnen Beere führt aber meist nicht zu grossen Problemen, höchsten zu etwas Übelkeit und Durchfall.

Die Beeren gelten als narkotisch wirksam.

Anwendung im Laufe der Geschichte

Zeitweise hat die Volksheilkunde die Einbeere gerne verwandt, aber sie war dem einfachen Volk auch unheimlich, weil sie so ungewöhnlich aussieht. Die Menschen hatten Angst, dass es sich um eine Pflanze des Teufels handelt und haben daher die Finger von der Einbeere gelassen.

Man glaubte, dass die Beere, in die Kleider eingenäht vor Pest bewahrt. Dazu musste die Beere aber zwischen 15. August ud 8. September geerntet werden.

Auch hoffte man, dass die Einbeere Menschen entzaubern könne, die von Dämonen verzaubert worden waren.

Man sagte der Einbeere auch aphrodisierende Wirkungen nach und manch einer mutmasst sogar, dass sie als psychoaktives Mittel verwendet wurde.

Salbe aus Samen und Frischsaft

Aus den Samen und dem Saft frischer Blätter wurde früher eine Salbe zubereitet, die gegen schlecht heilende Wunden und Geschwüre verwendet wurde.


Pflanzenbeschreibung

Die Einbeere ist in Europa und Asien heimisch. Sie wächst bevorzugt in Buchenwäldern und kommt an ihren Standorten gehäuft vor.

Obwohl man es der Einbeere nicht ansieht, ist sie eine Verwandte der Maiglöckchen und gehört zu den Liliengewächsen. Anders als die anderen Mitglieder der Familie hat sie vierzählige Blüten und netzartig geäderte Blätter, wo die anderen Blätter mit parallel verlaufenden Nerven haben.

Der ausdauernde waagrecht verlaufende Wurzelstock treibt im Frühjahr bis zu 35 cm hohe Pflanzen aus.

Die Pflanzen tragen meist vier eiförmige, grosse Blätter, die wie ein Quirl um den Stengel stehen. Die Erscheinung dieser vier Blätter allein an einem Stengel sieht ungewöhnlich aus, und prägt die Einbeere ins Gedächtnis ein. Manchmal tragen die Einbeeren auch drei, fünf oder sechs Blätter, das sind Sonderformen der Pflanze.

Im April blüht die Einbeere mit einer einzelnen grün-schwarzen Blüte, die später gelben Pollen sehen lässt. Die Blüte steht einige Zentimeter über dem Blätter-Quirl auf dem Stengel.

Aus der Blüte entwickelt sich nach und nach eine blauschwarze Beere, die etwa die Grösse einer dicken Heidelbeere hat. Zwischen Juli und September ist die Beere reif. Die Beere ist der giftigste Teil der Einbeere. Da sie mit ihrem fad-süsslichen Geschmack nicht besonders verlockend schmeckt, kommt es nur selten zu schweren Vergiftungen.

Mehr Fotos von der Einbeere


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