Leicht giftig Färberwaid

(Isatis tinctoria L.)


  

Färberwaid


Der Färberwaid ist eine Pflanze, die im mittleren/südlichen Europa und Vorderasien vorkommt.

Die Pflanze liefert einen blauen Farbstoff, der in der Vergangenheit sehr wichtig war.

Über die Jahrhunderte wurde es ruhig um den Färberwaid, ein paar verwilderte Pflanzen findet man auf Unkrautfluren und in Weinbergen.

Heute entdeckt man die pilzhemmende Färbewirkung und den Nutzen für die Gesundheit neu.

Man untersucht heute die Wirkung auf Tumore und Viren.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Entzündungen,
Pilze,
Tumore,
Viren,
Heilwirkung:
adstringierend,
antibakteriell,
antikarzinogen,
antiviral,
blutstillend,
fiebersenkend,
immunstärkend,
Anwendungsbereiche:
Abzesse,
Blutstillung,
Entgiftung,
Fieber,
Hautentzündungen,
Geschwüre,
Halsschmerzen,
Hepatitis,
Hirnhautentzündung,
Krämpfe,
Mumps,
Pilze,
Schuppenflechte,
Schwellungen,
Tumore,
Viren,
wissenschaftlicher Name:
Isatis tinctoria L.
Pflanzenfamilie:
Kreuzblütengewächse = Brassicaceae
englischer Name:
Glastum, Woad
volkstümlicher Name:
Deutscher Indigo, Falscher Indigo, Färberwaid, Waid
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Samen, Wurzel
Inhaltsstoffe:
Farbstoffe, Gerbstoffe, Indican
Sammelzeit:
Frühling: Blätter
Herbst: Wurzel


Anwendung

Färberwaid

Tee

Tee aus Wurzeln oder Blättern als zum Gurgeln gegen Husten, Rachenentzündung und Pilzinfektionen im Mund-Rachen-Raum.

Der Aufguss hilf äusserlich gegen Hautkrankheiten, Schwellungen und stoppt Blutungen bei kleineren Wunden.

Innerlich hilft der Aufguss gegen Krebs und Virenerkrankungen, ist aber wegen der schwierigen Dosierung und der Giftwirkung gefährlich.

Salbe

Hildegard von Bingen stellte aus einer Waid-Abkochung, Hirschtalk und Geierfett eine Salbe gegen Lähmungen her.

Samen-Öl

Das gepresste Öl hilft gegen Hautkrankheiten.

TCM

Blätter und Wurzeln werden gegen Viruserkrankungen eingesetzt.

Homöopathie

Gegen einige Virenerkrankungen.

Geschichtliches

Der Färberwaid wird seit mindestens zwei Jahrtausenden als Rohstoff für einen blauen Farbstoff angebaut.

Gefürchtet war der Gestank, der durch die Vergärung enstand, die nötig war um den Farbstoff Indigo zu gewinnen.

Der Färberwaid wurde in England, Thüringen, Elsass und Südfrankreich angebaut. Im 17. Jahrhundert löste Indigo aus dem Indigostrauch den aus Färberwaid ab.

Auch als Heilpflanze hat er eine lange Tradition, sowohl in Europa als auch in Asien.

Innerlich wurde Färberwaid in Europa selten eingesetzt, er wurde meist in Salben verarbeitet.

Nachdem der Färberwaid sowohl als Farbstoff als auch als Heilpflanze fast vergessen war, wird der Färberwaid heute wieder verstärkt genutzt.

Zum einen eignet sich der Färberwaid für die Behandlung (gegen Pilze) und Färben von Holz und es wird die Wirkung auf Viren und Tumore untersucht.




Pflanzenbeschreibung

Färberwaid

Der Färberwaid ist in Südosteuropa und Westasien heimisch.

Er wächst bevorzugt als verwilderte Kulturpflanze auf trockenen und warmen Unkrautfluren und Weinbergen.

Die zweijährige Pflanze wird zwischen 50 und 150 Zentimeter hoch.

Die blaugrünen Blätter haben eine Lanzettenform.

Die gelben Blüten erscheinen zwischen Juli und August im zweiten Jahr.

Die Blüten haben einen Durchmesser von 3-6 mm und sitzen an einer Blütentraube.

Aus den Waid-Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen in schwarzbraunen geflügelten Schötchen.

Die herabhängenden flachen Schötchen haben einen Durchmesser von etwa 10-25 mm.


Anbautipps

Im Frühling oder Spätsommer direkt an den gewünschten Standort aussäen.

Der Färberwaid liebt einen warmen kalkreichen, stickstoffreichen und lockeren Boden.

Die Pflanze sollte nicht ständig am gleichen Standort kultiviert werden.



Sammeltipps

Im Sommer die Blätter pflücken, in der Sonne oder im Backofen trocknen.

Im Herbst die Wurzeln ausgraben, reinigen und im Backofen trocknen.


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