Gänsedistel
In der Antike und im Mittelalter waren die Gänsedisteln geschätzte Heilpflanzen, deren Milchsaft unter anderem gegen Kurzatmigkeit und verschiedene Hautprobleme eingesetzt wurde. Steckbrief
AnwendungDie Gänsedistel wird heutzutage kaum als Heilpflanze verwendet. Weder die Schulmedizin noch die Volksheilkunde setzen sie ein.Früher war galt die Gänsedistel jedoch als wertvolle Heilpflanze und auch als Gemüse, weshalb sie sogar angebaut wurde. Plinius der Ältere im Altertum und der englische Kräuterkundige Culpepper empfehlen die Gänsedistel aufgrund ihrer grossen medizinischen Tugenden.
Innerliche Anwendung des MilchsaftesDer Milchsaft ist der heilkräftigste Teil der Pflanze. Man kann ihn verdünnt einnehmen.Er soll gegen Kurzatmigkeit, Leberschwäche und Magenbrennen helfen. Auch gegen Fieber wurde er früher eingesetzt. Ausserdem soll der verdünnte Milchsaft die Menstruation fördern. Innerliche Anwendung der Blätter und des StengelsEine Abkochung der Blätter und des Stengels soll, laut Plinius, die Milchbildung fördern. Dieser Einsatzzweck hängt möglicherweise mit der Signaturenlehre zusammen, weil die Pflanze ja auch Milch produziert.
Äusserliche AnwendungUnverdünnt kann man den Milchsaft auf Warzen auftragen, um sie zum Verschwinden zu bringen.Verdünnt als Umschlag soll er gegen Entzündungen, Ausschläge und Hämorrhoiden helfen. Zusammen mit Pflanzenöl und etwas Salz wurde der Milchsaft der Gänsedistel früher gegen Ohrenentzündungen und sogar gegen Taubheit verwendet. Dazu wurde die Mischung auf einen Wattebausch geträufelt und in den Gehörgang gesteckt. SchönheitsmittelMit dem verdünnten Milchsaft wuschen sich die Frauen früher das Gesicht, um die Haut zu klären und dem Aussehen Glanz zu verleihen.Einsatz in der KücheDie Blätter wurden früher als spinatähnliches Gemüse oder in Suppen gekocht.
Auch in Salaten wurden die Blätter der Gänsedistel verwendet.
Pflanzenbeschreibung
Die Gänsedistel ist heimisch in ganz Europa, Nord-Afrika und Nord- und West-Asien.
Sie liebt nahrhaften Boden, der nicht zu trocken ist, und vor allem muss es sonnig sein, daher wächst sie gerne in Gärten, auf Äckern und an Wegrändern. Daher gilt die Gänsedistel als Unkraut, sogar als schwer zu bekämpfendes, denn ihre Wurzel wird bis zu einen Meter lang. Es gibt mehrere Arten der Gattung der Gänsedisteln (Sonchus), die jedoch alle die gleichen Heilwirkungen haben. Die ein- oder mehrjährige Wurzel treibt im Frühjahr eine Rosette langer, gezackter Blätter, bei denen man auf den ersten Blick nicht ganz sicher ist, ob es sich um eine Distel handelt oder nicht. Eine typische Distel ist es allerdings keinesfalls. Im Mai wächst ein dicker Stengel und wird bis zu 1,50 m hoch. An seiner Spitze entwickeln sich mehrere Knospen. Aus den Knospen entfalten sich gelbe Korbblüten, die nur Röhrenblüten, aber keine Zungenblüten aufweisen. Der Stengel und die Blattadern enthalten einen weissen Milchsaft, der der heilkräftigste Teil der Pflanze ist.
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