Großes Hexenkraut(Circaea lutetiana L.)
Hat man früher diese Blüten sehen können, so war das ein sicheres Zeichen dass man sich tief im Wald verirrt hatte. Der Name "Großes Hexenkraut" verspricht jede Menge Heilkräfte, hält in dieser Hinsicht aber wenig, ist es doch nur schwach harntreibend und blutstillend. Früher war das Hexenkraut ein wichtiges magisches Kraut, z.B. in Liebesdingen und zum Schutz gegen Zauber und Unheil. Steckbrief
Anwendung
SalatDie frischen Blätter einem Salat beigegeben wirken harntreibend.ÄusserlichFrische zerquetsche Blätter als blutstillender Umschlag oder zur Behandlung von Hautkrankheiten.BachblüteEine Blüten-Essenz aus den Blüten stärkt die Ausstrahlung, hilft Konflikte friedlich beizulegen.Magie und MythologieDer lateinische Name kommt von Circe, eine Zauberin der griechischen Mythologie.Vielleicht dachte man an bezirzen (anziehen/einwickeln), so wie sich die Klettenfrüchte anheften. Frauen nutzten die frischen Blüten des Großen Hexenkrautes um anziehender auf Männer zu wirken. Das Große Hexenkraut wurde schon früher zu magischen Zwecken (Gegenzauber) eingesetzt, beispielsweise als Schutz für das Vieh. Es gibt auch eine Faustregel, die besagt, dass man sich verirrt hat, wenn man das Hexenkraut findet, weil es abgelegene Stellen bevorzugt. Das stimmt zumindest heutzutage nicht mehr, denn das Hexenkraut wächst an lauter leicht erreichbaren Stellen, die ganz in der Nähe von Orten und Häusern sind.
GeschichtlichesSelten als Heilpflanze, dafür umso öfter als Zauberpflanze genutzt.
Heute nicht mehr als Heilpflanze eingesetzt.
Pflanzenbeschreibung
Das Große Hexenkraut ist in ganz Europa heimisch.
Es wächst bevorzugt in feuchten Wäldern. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 20 und 60 Zentimeter hoch. Die eiformigen und lanzettlichen Blätter sind behaart und matt, zwischen 5 und 10 cm lang. Die weißen bis zartrosa Blüten erscheinen zwischen Juli und August. Die Blüten befinden sich an einem aufrechten Stengel an einer endständigen Traube. Die Blüten haben einen Durchmesser von etwa 4-8 mm. Aus den Blüten entwickeln sich zwischen Spätsommer und Herbst die Samen.
Die Samen sind eine stachelige Nußfrucht in Keulenform, die mit ihren Haken an vorbeistreifenen Menschen und Tieren hängen bleibt.
AnbautippsIm Frühling direkt an die gewünschte Stelle aussäen.Der Boden muss feucht und stickstoffhaltig sein, am besten Lehmboden. Die Pflanze mag Schatten und Halbschatten, wächst auch zwischen Bäumen.
SammeltippsDie Blätter können die ganze Zeit zwischen Frühling und Herbst geerntet.Für die innerliche Anwendung sind junge Blätter angenehmer.
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