Karde
Früher wurden die getrockneten, stacheligen Kardenköpfe zum Karden (Kämmen) der Wolle benutzt, eine wichtige Vorbereitung vor dem Spinnen zu Garn. Als Heilpflanze ist die Karde relativ unbekannt. Durch die Fähigkeit ihrer Wurzel gegen Borreliose zu helfen, gewinnt die Karde jedoch zunehmend an Bedeutung. Steckbrief
Anwendung
BorrelioseDie Kardenwurzel kann man als Tinktur oder Tee gegen Borreliose einsetzen, wenn eine Therapie mit Antibiotika nicht anschlägt oder auch begleitend zu einer Antibiotika-Behandlung.Der Einsatzzweck der Karde gegen Borreliose ist hochinteressant, denn naturheilkundliche Methoden gegen diese Krankheit sind rar und selbst Antibiotika können oft nicht helfen. Die Kardenwurzel soll auch generell eine Stärkung des Immunsystems bewirken. Andere innerliche HeilwirkungenAusser gegen Borreliose kann man die Kardenwurzel auch zur Stärkung der Verdauung und des Stoffwechsels anwenden. So kann die Karde auch gegen rheumatische Erkrankungen helfen.Ausserdem kann man die Karde gegen Kopfschmerzen einsetzen. TinkturDie Tinktur wird am besten aus der frischen geernteten Wurzel hergestellt. Drei Wochen sollte man sie ziehen lassen, bevor man sie abseiht.Von dieser Tinktur nimmt man dreimal täglich 5 - 50 Tropfen. Wolf-Dieter Storl empfiehlt als Dosis sogar drei Esslöffel dreimal täglich von dieser Tinktur. Zusätzlich sollte ein gesunder Lebenswandel mit gesunder Ernährung, Schwitzbädern usw. eingehalten werden. Siehe auch: TeeAus der Kardenwurzel kann man auch einen Tee zubereiten.Pro Tasse kocht man einen Teelöffel der zerkleinerten Wurzel kurz auf. ÄusserlichÄusserlich kann man Abkochungen aus der Kardenwurzel oder die verdünnte Tinktur gegen verschiedene Hautkrankheiten verwenden.Sommersprossen sollen angeblich gebleicht werden und Warzen sollen schwinden.
Man kann sie auch gegen Furunkel und wunde Finger einsetzen.
GeschichtlichesFrüher wurden die abgeblühten Blütenköpfe der Karde zum Kämmen ungesponnener Wolle verwendet, um sie anschliessend besser spinnen zu können.Diese Anwendung war bis ins 20. Jahrhundert hinein üblich. Inzwischen wird Wolle entweder maschinell gekämmt, oder man verwendet breite Kämme mit Metallzinken.
Auch zum Aufrauhen und dadurch Abdichten von fertig gewebtem Tuch wurde die Karde verwendet.
Diese Art der Anwendung wurde schon in der älteren Eisenzeit (Hallstattzeit) durchgeführt,
wie aus Ausgrabungen ersichtlich ist.
Pflanzenbeschreibung
Die Karde ist in Europa heimisch.
Sie ist keine Distel, sondern bildet eine eigene Pflanzenfamilie,
obwohl der Name "Karde" eigentlich von "Carduus" (= Distel) hergeleitet wurde.
Die zweijährige Pflanze wächst gerne auf steinigem Grund, auf Überschwemmungsflächen, frischen Erdaufschüttungen, an Ufern und auf Weiden. Zuerst wächst im Frühsommer eine Blattrosette mit länglichen, hellgrünen Blättern, die paarweise um neunzig Grad versetzt wachsen. Aus der Rosette wächst im zweiten Jahr ein Stengel, der über zwei Meter hoch werden kann. Direkt am Stengel wachsen jeweils zwei lange Blätter, die miteinander und dem Stengel verwachsen sind.
Mit dem Wasser in den Blätterbecken können Wanderer ihren Durst stillen. Das ist wohl auch der Grund, warum die Pflanze "Dipsacus" heisst, denn "dipsa" ist griechisch und bedeutet "Durst". Im oberen Bereich verzweigt sich der Stengel. An den Spitzen trägt er stachelige Blüten, dei längliche Eifrom aufweisen. Die Stachelblüten sind zuerst grün und beginnen dann von der Mitte aus violett zu blühen. Die Blühzone wandert gleichzeitig nach oben und nach unten. Später bleiben stachelige Blütenstände stehen, die früher zum Kämmen der ungesponnenen Wolle verwendet wurden. SammeltippsDie Wurzel der Karde gräbt man am besten im Herbst oder Frühjahr aus.Entweder trocknet man sie zügig, möglicherweise bei knapp 40°C im Backofen, oder man setzt aus der frischen Wurzel eine Tinktur an, wie weiter oben beschrieben. Siehe:
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