Leicht giftig Lupine

(Lupinus)


  


Die Lupine ist den meisten im Garten als Zierpflanze und in der Landwirtschaft als Gründüngepflanze bekannt.

Von den Lupinen gibt es vermutlich bis zu 300 Arten, die meisten in Nordamerika, die wichtigsten jedoch aus dem Mittelmeergebiet.

Die bekanntesten Sorten sind die blaue Lupinus angustifolius, die weiße Lupinus albus und die gelbe Lupinus luteus.

Benutzt werden die Samen. Die alten Sorten sind giftig und die Neuzüchtungen enthalten kaum noch Gifte, da letztere als Nahrungs- und Futtermittel gezüchtet worden sind.

Die Blätter enthalten auch bei den alten Sorten fast kein Gift.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Eiweissmangelkrankheiten,
Parasiten,
Heilwirkung:
blutzuckersenkend,
entwurmend,
harntreibend,
menstruationsfördernd,
windtreibend,
wurmtreibend,
Anwendungsbereiche:
Blutzuckersenker,
Diabetes,
Geschwüre,
Hautkrankheiten,
Hypoglykämikum,
Krätze,
Scabies,
Tumore,
Ulcus,
Würmer,
wissenschaftlicher Name:
Lupinus angustifolius, Lupinus albus, Lupinus luteus
Pflanzenfamilie:
Hülsenfrüchtler = Fabaceae
englischer Name:
Lupin
volkstümlicher Name:
Lupine
Verwendete Pflanzenteile:
Samen
Inhaltsstoffe:
Albin, Alkaloide, Anagrin, Angustifolin, Lupanin, Multiflorin, Öle, Oligosaccharide, Proteine, Spartein
Sammelzeit:
September-Oktober
Kontraindikation:
Schwangerschaft, Stillzeit
Nebenwirkungen:
Allergische Reaktionen, Vergiftungserscheinungen z.B.: Atemlähmung, Herzrhythmusstörungen, Schluckbeschwerden


Anwendung

Lupine

Von dem Einsatz der Samen ist abzuraten: Der Wirkstoffgehalt schwankt sehr stark von Sorte zu Sorte und wird bei Insektenbefall nochmals um das zehnfache gesteigert. Je bitterer der Samen ist, desto höher ist der giftige Wirkstoffgehalt.

Samen

Die Samen werden gekaut, hilft gegen Würmer, senkt den Blutzucker und wirkt harntreibend.

Umschlag

Die Samen mörsern oder quetschen, mit Wasser zu einem Brei verarbeiten. Ein Umschlag mit dem Samenbrei hilft bei Geschwüren und Parasiten, die auf oder in der Haut leben.

Maske

Eine Gesichtsmaske aus Samenmehl und Wasser oder Limonen-/Zitronensaft stärkt und strafft die müde und schlaffe Gesichtshaut.

Geschichtliches

Lupinen wurden vor tausenden Jahren in Ägypten (Samen als Grabbeigabe in den Pharaonengräbern) und dem Mittelmeerraum kultiviert.

Ärzte aus dem antiken Griechenland nutzten die leichte Verdaulichkeit der Samen.

Später war der Lupinensamen eine wichtige Eiweißquelle in Kriegs- und Notzeiten.

Geschätzt war damals wie heute auch die Eigenschaft als Gründunger Stickstoff im Boden zu binden.

Aus den Samen durch Rösten ein Kaffee-Ersatz hergestellt.

In der Pflanzenheilkunde spielt die Lupine nur keine Rolle, da der Wirkstoffgehalt sehr stark schwankt, auch in der Volksheilkunde nur eine geringe Bedeutung.

Wenn die Samen als Nahrung genutzt wurden, musste das bittere Gift entfernt werden, indem die Samen gewässert wurden.

Diese bitteren Gifte waren oft verantwortlich für Erkrankungen von Vieh und Mißbildungen bei dem Nachwuchs von Weidetieren.

Seit den 1920ern werden daher giftarme Sorten (Süßlupinen) gezüchtet, die als Viehfutter und heute auch vermehrt zur vegetarischen Ernährung dienen z.B. in Lupinen-Tofu (Lopino®).

In einigen Ländern wird Bier aus Lupinen hergestellt




Pflanzenbeschreibung

Lupine

Die Lupine ist je nach Art im Mittelmeerraum und Nordamerika heimisch.

Sie wächst bevorzugt auf leichten und etwas lehmigen Böden an sonnigen Standorten.

Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 200 Zentimeter hoch.

Die Blätter sind gefingert.

Die weißen, blauen oder gelben Blüten erscheinen zwischen Juni und August an etwa 20 bis 60 cm langen Trauben.

Aus den Lupinen-Blüten entwickeln sich bis in den Frühherbst die Samen in etwa 4-6 cm langen Schoten.

Die Wurzeln reichen bis 1 - 2 Meter tief in den Boden und binden Stickstoff und lösen Phosphat aus dem Gestein.



Anbautipps


Der Anbau ist problemlos.

Anfang März den Samen 1 Tag in Wasser vorquellen lassen und direkt ins Freie aussäen.

Die Samen keimen nach 10 bis 14 Tagen.

Die Samen sind bei Mäusen sehr beliebt.

Der Standort sollte sonnig, der Boden leicht und feucht sein.

Die Pflanze wächst nicht im Vollschatten.

Nach etwa 60 Tagen blüht die Pflanze.

Nach etwa 100-120 Tagen kann man den Samen wieder ernten.



Sammeltipps

Der Giftgehalt der Pflanze steigt erheblich, wenn die Pflanze von Schädlingen befallen ist.

Samen aus den Schoten nehmen und an der Luft trocknen.

Die Samen sollten gut getrocknet und nicht beschädigt sein.

Vor der Nutzung auf Pilzbefall kontrollieren.

Die Samen sollten erst kurz vor dem Gebrauch zerkleinert werden, da in zerkleinerten Samen oder dem Mehl kaum sichtbar Pilze wachsen können, deren Stoffwechselprodukte sehr giftig sind und die Leber schädigen.



Produkttipps:


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