Mäusedorn

(Ruscus aculeatus L.)


  

Mäusedorn Der Mäusedorn ist ein kleiner immergrüner Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum. Der Name geht auf die Nutzung zur Bekämpfung von Mäusen und Ratten zurück. Die stacheligen Zweige sollten Mund und Magen der Nager schädigen.

Oft findet man Trockengestecke aus Mäusedorn-Zweigen mit ihren roten Beeren im Herbst oder Früh-Winter im Handel.

Medizinisch wird die Wurzel genutzt, sie hilft gegen viele Formen der Venenleiden. Die Wirkstoffe stärken das venöse Stützgewebe indem der Abbau von Elastin reduziert oder gestoppt wird.

Für viele Menschen sind Mäusedorn-Produkte besser verträglich als die der Rosskastanie.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Beinschmerzen,
Hämorrhoiden,
Venenleiden,
Heilwirkung:

Beeren

abführend

Wurzel

antiexsudativ,
antiphlogistisch,
blutreinigend,
diuretisch,
entzündungshemmend,
harntreibend,
kapillarabdichtend,
ödemhemmend,
venenstärkend,
venentonisierend
Anwendungsbereiche: Beinschmerzen,
Beinschwere,
Besenreiser,
Couperose,
Frostbeulen,
Gallensteine,
Gelbsucht,
Hämorrhoiden,
Harnröhrenentzündung,
Juckreiz,
Krampfadern,
Nierenerkrankungen,
Nierensteine,
Sonnenbrand,
venöse Insuffizienz,
Wadenkrämpfe,
wissenschaftlicher Name: Ruscus aculeatus L.
Pflanzenfamilie: Ruscaceae = Mäusedorngewächse
englischer Name: Box-Holly, Butcher's broom
volkstümlicher Name: Mäusedorn, Stachelmyrte, Stechender Mäusedorn, Stechmyrte
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Benzofurane, Campesterol, Gerbstoffe, Harze, Lignocersäure, Neoruscogenin, Ruscin, Ruscosid, Saponine, Sitosterol, Triterpene
Sammelzeit: September-Oktober
Nebenwirkungen: Magenbeschwerden (Selten)
Gegenanzeigen: Vorsicht bei Bluthochdruck.


Anwendung

Mäusedorn

Tee

1 Teelöffel Wurzel in 250 ml kaltes Wasser geben.

Aufkochen und 5-10 Minuten ziehen lassen.

2x täglich getrunken stärkt die Venen.

Fertigpräperate

Es gibt viele Fertigpräperate (Cremes, Kapseln,...) in der Apotheke.

Meistens wird eine Behandlung über mehrere Monate hinweg durchgeführt.

Beeren

Die Beeren wurden früher als Abführmittel gegessen.

Creme

Mit einem Ölauszug und einer Tinktur aus der Wurzel des Mäusedorns kann man eine Creme gegen Krampfadern, Besenreiser und Hämorrhoiden zubereiten.

Die Creme wird am besten als Lanolin-Creme zubereitet.

Als Zutaten braucht man:

  • 30 ml Mäusedorn-Ölauszug
  • 15 gr Lanolin anhydrid (Wollwachs ohne Wasser)
  • 4 gr Bienenwachs
  • 30 ml Mäusedorn-Tinktur
  • 10-50 Tr ätherische Öle nach Wahl, z.B. Wacholder-Öl


Geschichtliches

Mäusedorn Hatte man früher Probleme mit Mäusen oder Ratten, so hat man Mäusedorn-Zweige auf die Nahrungsmittel gelegt.

Büscheln von Mäusedorn-Zweigen wurden als Topfreiniger genutzt.

Zeitweise diente der geröstete Samen des Mäusedorns auch als Kaffee-Ersatz.

Die frischen zarten Triebe kann man auch als Spargelersatz kochen.

Heute wird die Wurzel zu Fertigarzneimitteln wie Cremes und Kapseln verarbeitet.




Pflanzenbeschreibung

Mäusedorn Der Mäusedorn ist in Westeuropa, Südwest-Asien und im Mittelmeerraum heimisch.

Er wächst bevorzugt in Gebüschen, trockenen und felsigen Böden oder Hängen.

Die mehrjährige Pflanze ist ein immergrüner Halbstrauch und wird zwischen 10 und 80 Zentimeter hoch.

Die Blätter sind lederig, haben eine stechende Spitze und sind etwa 2-3 cm lang.

Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, sehr selten eine Pflanze mit beiden Geschlechtern.

Die Blüten erscheinen zwischen Januar und April und sind 2-3 mm groß.

Aus den Mäusedorn-Blüten entwickeln sich rote kugelige Beeren, die von August bis März an der Pflanze zu finden sind.

Der Wurzelstock ist dick und fleischig.



Anbautipps

Die Pflanze ist anspruchslos und kann aus Samen selbst aufgezogen werden.

Am besten im frühen Frühling in Töpfen aussäen, wenn es noch Kälteperioden gibt.

Der Topf ist deshalb empfehlenswert, weil die Keimzeit 1 Jahr betragen kann.

Die im Topf gewachsenen Pflanzen setzt man im Frühsommer ins Freie.

Der Mäusedorn verträgt Temperaturen bis -25° C, lediglich längere Staunässe verträgt sie nicht.

Es gibt eine besondere Sorte Namens "Sparkler" zu kaufen, die beide Geschlechter auf einer Pflanze hat.



Sammeltipps

Die ausgebrabenen Wurzen von Erde und Nebenwurzeln befreien.

In der Sonne oder im Dörrofen (bei 40°C) trocknen.

In luftigem Behältnis (z.B. Stoffbeutel) aufbewahren.


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