Quitte


Der Quittenbaum sieht auf den ersten Blick aus wie ein Apfel oder Birnbaum.

Bei den Früchten, die im Herbst heranreifen, ist man jedoch nicht ganz sicher, ob es sich um Äpfel oder Birnen handelt, weil die Quitte optisch in etwa zwischen den beiden Früchten liegt. Ausserdem haben die Quitten eine wollige Haut, was sie deutlich von ihren Verwandten unterscheidet. Der Quittenkenner erkennt natürlich sofort, dass es sich um Quitten handelt, aber wenn man die Quitte nicht kennt, ist man zunächst verwirrt.

Heutzutage ist die Quitte ziemlich unbekannt, aber unsere Mütter und Grossmütter haben die Quitte noch sehr geschätzt und daraus im Winter Quittenmus und Quittenbrot hergestellt, letzteres eine süssherbe Köstlichkeit, die zusammen mit Keksen auf dem Weihnachtsteller lagen.

Die Quitte ist ausserdem eine Frucht mit grosser Heilkraft. Sie stärkt die Verdauung, hilft gegen Erkältungen und lindert Entzündungen der Haut. Vor allem die Samen der Quitte werden in der Volksheilkunde eingesetzt.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Durchfall,
Husten,
Heilwirkung: adstringierend,
blutbildend,
entzündungshemmend,
erweichend,
harntreibend,
kühlend,
schleimlösend,
Anwendungsbereiche: Bronchitis,
Erkältung,
Halsschmerzen,
Gebärmuttervorfall,
Rachenentzündung,
Sodbrennen,
Mundgeruch,
Magenschleimhautentzündung,
Darmentzündung,
Durchfall,
Verstopfung,
Hämorrhoiden,
Gicht,
Anämie,
Bluthochdruck,
Nervosität,
Schlaflosigkeit,
Verrenkungen,
Brandwunden,
Dekubitus (Wundliegen),
Blutende Wunden,
Rissige Haut,
Wunde Brustwarzen,
wissenschaftlicher Name:Cydonia oblonga od. Pirus cydonia
Pflanzenfamilie:Rosengewächse = Rosaceae
englischer Name:Quince
volkstümliche Namen:Quittenbaum, Kittenbaum, Köttenbaum, Kötte, Küttenbaum, Kütte, Schmeckbirne
Verwendete Pflanzenteile:Früchte, Blätter, Samen
Inhaltsstoffe:Vitamin C, Gerbstoffe, Gerbsäure, Amygdalin, Emulsin, organische Säuren, Pektin, Schleim, Zink
Sammelzeit:Früchte: September und Oktober, Blätter: Mai bis September


Anwendung

Von der Quitte werden die Früchte, die Samen und die Blätter als Heilmittel verwendet.

Die Samen und Blätter kann man als Tee anwenden, die Früchte als Mus, Saft oder Honig.

Tee

Für einen Quitten-Tee köchelt man ein bis zwei Teelöffel Quittensamen mit einer Tasse kochendem Wasser etwa fünf Minuten lang.

Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Innerlich

Den Tee aus Quittensamen kann man gegen Schlaflosigkeit, Unruhe und Verdauungsbeschwerden anwenden.

Als Mus oder Saft hilft die Frucht der Quitte gegen Verdauungsschwäche und Erkältungen.

Da die Quitte bei der Ausscheidung hilft, kann man sie als Mus auch gegen Gicht einsetzen.

Ausserdem kann man die kleingeschnittene Quittenfrucht in Honig einlegen. Dieser Honig hilft gegen Husten und dient der Stärkung.

Quitteneisentinktur

Aus dem Saft der frischen Früchte kann man eine Tinktur herstellen.

Diese Tinktur soll blutbildend sein und kann gegen Blutarmut (Anämie) eingesetzt werden.

Äusserlich

Wenn man die Quittenkerne länger kocht, bis sie einen Schleim ergeben, kann man diesen Schleim gegen Hautentzündungen und schlecht heilende Wunden auftragen.

Dieser Schleim wird auch gegen Wundliegen und Risse in der Haut verwendet.

Sitz-Dampfbäder aus Quittenblättern

Tee aus den Blättern des Quittenbaums wird in der Volksheilkunde als Sitz-Dampfbad gegen Gebärmuttervorfall und Mastdarmvorfall angewendet.

Pflanzenbeschreibung

Die Quitte kommt ursprünglich aus Nordpersien, dem Mittelmeerraum und Asien.

Heutzutage ist sie auch in milden Gegenden Mitteleuropas heimisch. Bevorzugt wird die Quitte in Weinbaugegenden angebaut.

Der Quittenbaum wird zwischen drei und acht Meter hoch. Er ähnelt Apfel- und Birnenbäumen, mit denen er auch eng verwandt ist. Häufig wird der Quittenbaum auch als Pfropfunterlage für Birnbäume verwendet.

Im Alter von vier bis acht Jahren beginnt der Quittenbaum Früchte zu tragen.

Die weiss-rosanen Blüten der Quitte erscheinen zwischen Mai und Juni. Sie sind etwas grösser als die typischen Blüten von Apfel und Birne.

Aus den Quitte-Blüten entwickeln sich bis Oktober die Quittenfrüchte. Aber erst im Winter werden die Quitten zum Essen freigegeben, weil sie erst dann nachgereift sind.

Die Quitten-Früchte schmecken auch im reifen Zustand noch stark zusammenziehend und herb, obwohl sie sehr angenehm duften. Daher werden Quittenfrüchte fast ausschliesslich gekocht genossen.



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