Stark giftig Rizinus

(Ricinus communis)


  

Rizinus


Der Rizinus ist eine sehr schnell wachsende Pflanze aus den Tropen, sie kann bei optimalen Bedingungen innerhalb von ein paar Monaten über 5 Meter hoch werden, daher auch der Name Wunderbaum.

Die hochgiftigen Samen werden geschält und durch kalte Pressung wird das ungiftige Rizinus-Öl (Ricini oleum) gewonnen.

Das schlecht schmeckende Öl wird hauptsächlich als Abführmittel und Hautpflege eingesetzt.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Abführmittel,
Hautpflege,
Heilwirkung:
abführend,
erweichend,
entzündungshemmend,
wurmaustreibend,
Anwendungsbereiche:
Abzesse,
Augenentzündung,
Eiterbeulen,
Geschwüre,
Hauterkrankungen,
Insekten,
Pickel,
Schuppen,
Verstopfung,
Warzen,
Weheneinleitung,
Würmer,
wissenschaftlicher Name:
Ricinus communis
Pflanzenfamilie:
Wolfsmilchgewächse = Euphorbiaceae
englischer Name:
Castor Oil Plant, Castorbean
volkstümlicher Name:
Christuspalme, Rizinus, Wunderbaum
Verwendete Pflanzenteile:
Öl der Samen
Inhaltsstoffe:
Alkaloide, ätherisches Öl, Bitterstoffe, fettes Öl, Glyceride, Pyridin-Alkaloid, Ricin, Rizinolsäure, Toxalbumin, Tririzinolein
Sammelzeit:
September-November
Nebenwirkungen:
Übelkeit, Koliken
Kontraindikation:
Schwangerschaft, Kleinkinder, Darmverschluss, Entzündungen im Magen-Darm Bereich


Anwendung

Rizinus

Öl innerlich

Als Klistir oder als Trunk gegen Verstopfungen.

1-2 Esslöffel Rizinus-Öl auf nüchternen Magen einnehmen, die Wirkung setzt nach etwa 3 Stunden ein.

Der Geschmack kann durch Kühlung und Fruchtsirup verbessert werden, Zitronensaft macht die Einnahme auch angenehmer.

Es gibt fertige Rizinus-Öl-Kapseln mit Dosieranleitung.

Der Tipp, dass man Rizinus-Öl bei Vergiftungen einsetzen sollte, ist nicht zu empfehlen, da viele Gifte durch das Öl noch schneller vom Körper aufgenommen werden können. Das gleiche gilt auch für andere Medikamente, die im gleichen Zeitraum eingenommen werden. Medikamente können in der Wirkung verstärkt und vermindert werden.

Öl äusserlich

Um Warzen zu behandeln, diese mehrere Wochen mehrmals täglich mit Rizinus-Öl einreiben. Warzen sollten kleiner werden und mit der Zeit verschwinden.

Juckend oder gereizte Haut lässt sich gut mit Rizinus-Öl pflegen.

Rizinus-Öl ist auch in einigen Augentropfen enthalten, man sollte aber nicht selbst Rizinus-Öl ins Auge geben. Empfehlenswert ist aber die Wimpernpflege, bei der die Wimpern leicht mit Rizinus-Öl eingestrichen werden.

Insekten

Die Blätter, teilweise auch das Öl, vertreiben viele Insekten, z.B. auch Küchenschaben.

Geschichtliches

Rizinus

Die Rizinuspflanze wird seit mindestens 6000 Jahre angebaut, wie Grabbeigaben und schriftliche Dokumente (Papyrus) aus Ägypten zeigen. Dort wurde das Öl der Samen für Medizin, Schmuck, Lampen und Kosmetika genutzt.

Der Papyrus Ebers "Das größte Buch zur Heilkunst im Alten Ägypten" beschreibt, dass das Kauen eines(?) Samens und Herunterspülen mit Bier "alles herauskommt, was in seinem Bauch ist" (seinem=Mann). Eine sehr sehr gefährliche und unangenehme Methode den Darm zu entleeren, da schon wenige Samen einen stattlichen Mann umbringen können und die Nebenwirkungen der Vergiftungen schrecklich sind. Die Nebenwirkungen dieser Abführung dürften folgende gewesen sein: Erbrechen, blutiger Durchfall, Kolik, Nierenentzündung, Leberschäden (Lebernekrosen), Kreislaufprobleme um nur einige zu nennen.

Auch als Haarwuchsmittel wurde das Öl eingesetzt.

Im antiken Griechenland nutzte man daher das Öl nur für äussere Anwendungen.

Erst Ende des 18. Jahrhunderts setzte sich der Einsatz als Abführmittel durch, nachdem man bemerkte, dass das Öl in der Karibik innerlich als Abführmittel eingesetzt wurde, ohne dass die Menschen sich damit vergifteten.

Die Wimpern wurden mit Rizinusöl betrichen, damit die Wimpern und Augen besser zur Geltung kommen. Die Wimpern sollen mit so einer Kur auch kräftiger und länger werden.

Heute wird Rizinus-Öl nur noch selten als Abführmittel eingesetzt, dafür viel mehr in der Industrie für Produkte wie Kosmetika, Farben, Schmiermittel, Fasern, Papiere.



Pflanzenbeschreibung

Rizinus

Der Rizinus ist in Indien und dem tropischen Afrika heimisch.

In tropischen Ländern wird er angebaut, in Südeuropa ist er ausgewildert, wird weltweit als Zierpflanze geschätzt.

In einigen warmen Gegenden der USA ein gefürchtes Unkraut.

Europa: Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 50 cm und 4 Metern hoch. Im Winter stirbt die oberirdische Pflanze ab und treibt im nächsten Frühjahr neu aus. Ist der Winter sehr kalt, stirb die Pflanze vollständig ab.

Tropen: Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 15 Meter hoch.

Die Blätter sind handförmig und bis zu 70 cm groß, je nach Sorte grün bis rot.

Die Blüten erscheinen von Juli bis Oktober.

Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Spätherbst in den stacheligen Fruchtkapseln die bohnenförmigen Samen.


Anbautipps

Rizinus

Aussaat der Samen im Frühling. Der Samen bleibt etwa 3 Jahre keimfähig und verträgt keine längere Zeit über 40°C.

Der Boden muss humusreich, feucht aber ohne Staunässe sein.

Der Standort muss vollsonnig und warm sein, im Schatten wächst die Pflanze nicht.

Damit sich reifen Samen bilden, wird ein etwa 150-180 Tage warmer Zeitraum (über 20°C) benötigt.

Die Pflanze wächst sehr schnell, verträgt aber keinen starken Frost, daher ist die Anzucht in großen Töpfen empfehlenswert.

Wegen der Giftigkeit der Pflanze nicht an Orten anpflanzen, zu dem Kinder Zutritt haben.


Sammeltipps

Rizinus

Die reifen Samen werden gesammelt, geschält und ausgepresst. Es sind noch weitere Schritte (mit Wasserdampf) nötig, um sicher die giftigen und unerwünschten Stoffe aus dem Öl zu entfernen.

Beim Sammeln und Verarbeitung nicht mit der Pflanze oder Samen in Hautkontakt kommen, da Hautreizungen möglich sind.

Man sollte aber wegen der hohen Giftigkeit der Samen auf eine Verarbeitung verzichten, da schon bei der Verarbeitung Vergiftungs- oder Allergie-Gefahr besteht.


Produkttipps:



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