Stark giftig Robinie

(Robinia pseudoacacia)


  

Robinie Die Robinie ist ein sommergrüner Baum mit einer Höhe bis etwa 25 Meter.

In vielen Parks und Gärten findet sich dieser Baum, der im Mai eine große Zahl an wohlriechenden Blüten trägt.

Der Duft erinnert an Bergamotte und Jasmin, der Geschmack ist süßlich.

Die Samen sind in Schoten und so wird die Verwandtschaft mit der Erbse erkennbar.

Wurzeln, Holz, Rinde, Blätter und Samen sind giftig. Selbst bei der Verarbeitung des Holzes muss man vorsichtig sein, damit man den Staub nicht einatmet.

Die giftigen Bestandteile werden in der Homöopathie genutzt, die ungiftigen Blüten in Salben, Tinkturen und Säften. Die Blätter sind wenig giftig.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Aromatikum (Blüte),
Krämpfe,
Heilwirkung: abführend,
antiviral,
erweichend,
gallentreibend,
harntreibend,
krampflösend,
narkotisierend,
tonisch,
Anwendungsbereiche:

Rinde/Wurzelrinde

Fieber,
Brechmittel,
Abführmittel,
Verstopfung,
Krämpfe,
Zahnschmerzen,

Blätter

Virusinfektionen,

Blüten

Trockene Haut,
Rissige Haut,
Ungeziefer,
Gewürz,

Blütenessenzen

Energiehaushalt,
Erholung

Homöopathie ab D3

Durchfall,
Erbrechen,
Hyperacidität,
Magenschmerzen,
Migräne
Saures Aufstoßen,
Sodbrennen,
Tabaksucht,
Übelkeit,
wissenschaftlicher Name: Robinia pseudoacacia
Pflanzenfamilie:Fabaceae = Leguminosae
englischer Name:Black locust
volkstümlicher Name:Falsche Akazie, Heuschreckenbaum, Johannisbrotbaum, Scheinakazie, Schotendorn, Silberregen, Wunderbaum
Herkunft:Nordamerika
Verwendete Pflanzenteile:Blüte, Rinde, Wurzel, Blätter, Samen
Inhaltsstoffe:ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe, Glykoside, Harz, Indican, Lectine, Phasin, Robinin, Syringin
Sammelzeit:Mai, Juni (Blüte)


Anwendung

Robinie Von der Robinie kann man alle Pflanzteile nutzen, da die Pflanze bis auf die Blüten giftig ist, sollte man sich auf die Blüten beschränken.

Blütentee

Der Tee aus frischen oder getrockeneten Blüten hilft gegen:

Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Brechreiz und Übelkeit.

Blütensaft

125 Gramm der Blüten werden in einer Schüssel mit 10 Gramm Zitronensäure bestreut.
500 Gramm Zucker werden in einem Liter Wasser aufgekocht.
Das kochende Zuckerwasser wird über die Blüten gegossen.
Mit einem Tuch abdecken und 24 Stunden ziehen lassen.
Mit einem Sieb abfiltern und in eine Flasche abfüllen
Der Flasche etwa 2 Esslöffel Korn beigeben

Den Saft kann man auch weiter zu Sirup verarbeiten.

Hilft gegen Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Brechreiz und Übelkeit.

Kuchen und Süßspeisen

Die Blüten lassen sich auch in Süßspeisen (Sorbet), Pfannkuchen und Kuchen verarbeiten.

Wurde so gegen Augenkrankheiten eingesetzt.

Aromatisches Wasser

Die Blüten werden destilliert.

Hilft wenn man Ruhe und Erhohlung braucht, erneuert die Energien.

Blütenessenzen

Die Blüten in einer Glasschale mit reinem Wasser in die direkte Sonne stellen. Die Blüten sollen die gesamte Wasseroberfläche bedecken.

Hilft wenn man Ruhe und Erhohlung braucht, erneuert die Energien.

Salbe

Blüten mit zerlassenem Schaffett (zur Not Schweineschmalz) vermischen.

Einige Minuten leicht erhitzen aber nicht kochen.

Und durch ein Tuch abseihen und abfüllen.

Diese Salbe ist gut gegen trockene, spröde und rissige Haut teilweise auch gegen trockene Schleimhäute.

Blättersaft

Der frische Blättersaft soll innerlich und äusserlich gegen Viren schützen.
Ist aber wegen der starken Schwankung der Giftstoffe nicht zu empfehlen.

Rinde und Wurzeln

Einige Indianer-Stämme (z.B. Cherokee) in Nordamerika:
  • kauten die giftige rohe Wurzelrinde als Brechmittel.
  • kleingeklopfte/zerstossene Wurzeln werden gegen schmerzenden Zahn gehalten.
Vorsicht: Wegen der unkalkulierbaren Giftmenge nicht anwenden!

Geschichtliches

Robinien-Rinde Fossilien deuten darauf hin, dass vor etwa 30 Millionen Jahren (Miozän-Eozän) die Robinie auch in Europa zu finden war, vor einigen hundert Jahren war sie jedoch nur noch in Nordamerika heimisch.

Die Pflanze wurde von dem Gärtner Jean Robin Anfang de 17. Jahrhunderts aus Nordamerika nach Europa eingeführt. Über Frankreich und England verbreitete sich dieser Baum sehr schnell über ganz Europa und heute in fast allen Gärten dieser Welt.

Durch seine üppige Blütenpracht wurde sie zur Herstellung von Honig genutzt, das haltbare Holz für Werkzeuge und Möbel (Tropenholzersatz).

Da der Boden mit Stickstoff angereichert wird zur Düngung und wegen der starken Wurzeln als Erosionsschutz.

In einigen Gebieten ist dieser Baum zur Plage geworden und wird heute bekämpft.




Pflanzenbeschreibung

Robinie Die Robine ist in Nordamerika heimisch. Wächst aber in ganz Europa.

Sie wächst bevorzugt auf trockenen durchlässigen Böden an sonnigen Standorten.

Der lichte Baum wird bis etwa 25 Meter groß hoch. Sie ist mit etwa 40 Jahren ausgewachsen

Der Baum wird in der Regel etwa 100 und bis zu 200 Jahren alt.

Die alte Rinde ist grob und rissig, bei jungen Trieben glatt. An jungen Trieben finden sich Dornenpaare.

Die Blätter sind wechselständig, 20 cm lang, unpaarig gefiedert und die ovalen Fiederblättchen (7-19 Stück) sind 3 cm lang.

Die weißen Schmetterlingsblüten sind etwa 1-2 cm lang und hängen an 15 cm langen Trauben. Blüte Mai/Juni.

Die Frucht ist eine 5-10 cm lange braune und flache Hülse mit 4-10 Samen. Reif im Spätherbst/Winter.

Die Robinie ist ein Neophyt, der wegen seiner Schädlichkeit in der Schweiz sogar auf der schwarzen Liste steht. Die Robinie bedroht besonders die wertvollen und artenreichen Offenlandbiotope mit Sandtrocken- und Kalkmagerrasen. Auch wenn die Robinie entfernt wird, hat sie den Boden mit Stickstoff angereichert und die Pflanzenwelt am Standort dauerhaft verändert.

Misteln

Die Robinie trägt häufig viele Misteln.

Diese Häufigkeit liegt vermutlich daran, dass die Robinie unter dem Mistelbefall nicht leidet. Sie setzt den jungen Misteln auch keine Abwehrstoffe entgegen, sodass die Misteln gut gedeihen können.


Anbautipps

Die Aussaat erfolgt im Frühling.

Die Pflanze gibt es im Baumarkt und Gartencenter. Sie wächst nahezu auf jedem Boden, verträgt ausgezeichnet Trockenheit und vermehrt sich von selbst durch aussäen und Ausläufer. Gerade wenn man den Hauptbaum fällt, werden die Ausläufer aktiv und es bilden sich jede Menge Ableger (Wurzelbrut).

Die Robinie unterdrückt nahezu jede andere Pflanze. Daher sollte man es sich gut überlegen ob man diese Pflanze in seinem Garten überhaupt anbauen möchte.


Sammeltipps

Die Blüten werden im Mai und Juni gesammelt.

Für homöopatische Zwecke wird die frische Rinde von jungen Zweigen gesammelt.


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