Szechuan-Pfeffer

(Zanthoxylum piperitum)


  

Szechuan-Pfeffer


Der rötliche Szechuanpfeffer wächst am chinesischen Gelbholzbaum. Diese Pflanze ist nicht mit dem schwarzen Pfeffer, stattdessen aber mit den Zitruspflanzen verwandt.

Mit seiner zitronenartigen Schärfe ist er ein beliebtes Gewürz in der asiatischen Küche.

Doch auch die chinesische Heilkunde benutzt den Szechuanpfeffer. Er wird für Verdauungsprobleme und Blasenerkrankungen verwendet.


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Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Blasenentzündung,
Magen-Darm-Schwäche,
Heilwirkung:
antibakteriell,
appetitanregend,
blutdrucksenkend,
fungizid,
harntreibend,
magenberuhigend,
verdauungsfördernd,
Anwendungsbereiche:
Gallenschwäche,
Magenkrämpfe,
Verdauungsschwäche,
Völlegefühl,
wissenschaftlicher Name:
Zanthoxylum piperitum
Pflanzenfamilie:
Rautengewächse - Rutaceae
englischer Name:
Sichuan pepper
andere Namen:
Anispfeffer, Blütenpfeffer, Blumenpfeffer, Chinesischer Pfeffer, Fagara, Gelbholzbaum, Japanischer Pfeffer, Japanischer Bergpfeffer, Nan jiao (chinesisch), Nepalpfeffer, Sansho Pfeffer, Sechuanpfeffer, Sichuanpfeffer, Szetschuanpfeffer, Stachelesche, Zitronenpfeffer
Verwendete Pflanzenteile:
Früchte, Blätter
Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle: Terpenen, Geraniol, Linalool, Cineol, Citronellal; Amide, Scharfstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe
Sammelzeit:
August


Anwendung

Szechuan-Pfeffer

Szechuan-Pfeffer kann man wahlweise als Gewürz oder als Tee anwenden. Außerdem hat man die Wahl zwischen den Samenkapseln und den Blättern, eventuell sogar den Blüten.

Die häufigste Art, Szechuan-Pfeffer anzuwenden ist die Anwendung der Samenkapseln als Gewürz in der asiatischen Küche.

Tee

Für einen Szechuan-Pfeffer-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Szechuanpfeffer-Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschließend abseihen und den Szechuan-Pfeffertee in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Szechuan-Pfeffer-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Szechuan-Pfeffer-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Küche

In der asiatischen Küche werden vor allem die Samenkapseln des Szechuanpfeffers, aber auch die Blätter verwendet.

Beliebige Gerichte werden mit den Samenkapseln gewürzt. Man verwendet die Samenkapseln auch als Streuwürze zum Nachwürzen.

Zusammen mit vier anderen chinesischen Gewürzen wird der Szechuanpfeffer zum Fünf-Gewürze-Pulver, einer beliebten Gewürzmischung.

Die Blätter werden ähnlich wie Lorbeerblätter mitgekocht, beispielsweise in Soßen, Gemüse oder Suppen.

In Japan werden die Blätter mit Misopaste vermischt. Daraus entsteht Kinome, eine Gewürzpaste.


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Wirkung

Die im Szechuanpfeffer enthaltenen Amide bewirken beim Essen des Pfeffers ein Gefühl von Taubheit oder Prickeln auf den Lippen und im Mund. Das macht einen wesentlichen Teil seiner besonderen Würzwirkung aus, neben einem leicht scharfen und zitronigen Aroma. Das spezielle Prickelaroma des Szechuanpfeffers wird in China als Geschmacksrichtung "ma" bezeichnet.

Die gesammelten Wirkstoffe des Szechuanpfeffers wirken appetitanregend und verdauungsfördernd, weshalb man ihn für diverse Verdauungsbeschwerden einsetzen kann.

Außerdem wirkt der Szechuanpfeffer antibakteriell und pilzhemmend, was den Einsatz bei verschiedenen Infektionen nahelegt.



Anwendungsgebiete

Szechuan-Pfeffer

Der Szechuanpfeffer wird vorwiegend innerlich eingesetzt.

Dabei kann es ausreichen, seine Speisen mit dem Szechuanpfeffer zu würzen. Man kann ihn aber auch als Tee trinken, wenn man gezielt an seiner Heilwirkung interessiert ist.

Weil er die Verdauung anregt kann man ihn für eine schwache Verdauung und auch gegen Gallenschwäche einsetzen. Bei Völlegefühl und Magendrücken kann er die Verdauung erleichtern.

Ein in Asien beliebtes Anwendungsgebiet sind Blasenerkrankungen, unter anderem Blasenentzündungen.

Auch bei hohem Blutdruck kann man den Szechuanpfeffer versuchen.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

In der Chinesischen Medizin wird der Szechuanpfeffer traditionell eingesetzt.

Seine Heilwirkungen werden dort wie folgt beschrieben:

  • Szechuanpfeffer vertreibt Feuchtigkeit
  • Szechuanpfeffer wirkt wärmend
  • Szechuanpfeffer zerstreut Kälte


Geschichtliches

Der Szechuanpfeffer wird in seiner asiatischen Heimat schon sehr lange als Gewürz und Heilpflanze angewendet.

Als die asiatische Küche immer beliebter wurde, kam der Szechuanpfeffer auch nach Europa. Hier wird er hauptsächlich als exotisches Gewürz benutzt.

Wegen einer Zitrusfrucht-Erkrankung, dem bakteriellen Zitronenkrebs, war die Einfuhr des Szechuanpfeffers in den USA von 1968 bis 2005 verboten. Inzwischen wurde das Verbot gelockert, aber der Szechuanpfeffer muss vor der Einfuhr auf mindestens 70°C erhitzt worden sein.




Pflanzenbeschreibung

Szechuan-Pfeffer

Szechuan-Pfeffer ist in Ostasien heimisch. Man findet ihn in Zentralchina, Tibet, Japan und Korea. Angebaut wird er vor allem in der Provinz Sichuan, was ihm auch seinen Namen eingebracht hat. Auch in anderen Gegenden der Welt, z.B. Afrika, Amerika findet man den Szechuanpfeffer gelegentlich. Sogar in Mitteleuropa kann er angepflanzt werden, weil er winterhart ist.

Der Strauch, an dem der Szechuanpfeffer wächst, heißt unter anderem Gelbholzbaum. Er wächst bevorzugt in bergigen Regionen.

Er ist als Rautengwächs mit dem Zitronenbaum und Orangenbaum verwandt, nicht aber mit der Pfefferpflanze.

Der Gelbholzbaum wird bis zu 2 Meter hoch. Seine Zweige haben häufig spitze Stacheln.

Die Blätter sind eiförmig mit Spitze. Sie wachsen gegenständig an den Zweigen.

Die Blüten sind zweihäusig, d.h. männliche und weibliche Blüten wachsen an verschiedenen Bäumen. Sie blühen zwischen April und Juni.

Aus den Blüten entwickeln sich bis August die rötlichen Früchte bzw. Samenkapseln. Sie hängen zusammen in Rispen.



Anbautipps

Szechuan-Pfeffer

Da der Szechuanpfeffer bzw. Gelbholzbaum winterhart ist, kann man ihn auch in Mitteleuropa anbauen.

Am besten pflanzt man fertige Pflanzen, die im gut sortierten Fachhandel angeboten werden. Dort findet man auch Sorten, die nicht zweihäusig sind, sodass man nur eine Pflanze braucht, um Früchte zu erhalten.

Der Gelbholzbaum braucht einen mindestens halbsonnigen Standort. Der Boden kann durchaus karg sein, denn der Gelbholzbaum ist anspruchslos.



Sammeltipps

Die Früchte des Gelbholzbaums können meistens im August geerntet werden.

Nur die rötlichen oder bräunlichen Fruchtwände (Samenkapseln) schmecken aromatisch. Die eigentlichen schwarzen Samen schmecken nicht gut und sind körnig zwischen den Zähnen. Daher sollte man die Samen möglichst aussortieren.

Dazu trocknet man die Früchte und rubbelt sie anschließend bis die Samen freiliegen und entfernt werden können.

Die Blätter können ab April geerntet werden.

Man kann sie frisch verwenden oder schonend im Halbschatten trocknen.




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