Teufelskralle

(Harpagophytum procumbens)


  


Zeichnung: Jonathan Stenger
Die Teufelskralle ist in Afrika heimisch und hat Früchte, die wie Krallen aussehen, was ihr auch den Namen eingebracht hat.

Verwendet werden jedoch nicht die Früchte, sondern die Speicherwurzeln.

Die Teufelskralle wirkt stark entzündungshemmend, abschwellend und leicht schmerzstillend. Daher eignet sie sich besonders zur Behandlung von Arthrose und anderen Gelenkschmerzen.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Arthrose
Heilwirkung: abschwellend,
blutverdünnend,
entzündungshemmend,
schmerzlindernd,
Anwendungsbereiche: Gallenbeschwerden,
Leberschwäche,
Nierenschwäche,
Wechseljahrsbeschwerden,
Eisprung fördernd,
Arthrose,
Gelenkbeschwerden,
Ischias,
Hexenschuss,
Rückenschmerzen,
Sehnenentzündungen,
Ekzeme,
Schuppenflechte,
Gesichtsrose,
Erysipel,
Gürtelrose,
wissenschaftlicher Name:Harpagophytum procumbens
Pflanzenfamilie:Sesamgewächse = Pedaliaceae
englischer Name:Dewil's Claw
volkstümliche Namen:Trampelklette
Verwendete Pflanzenteile:Wurzelknollen
Inhaltsstoffe:Iridoidglykoside, Harpagid, Harpagosid, Procumbid, Phytosterine, Beta-Sitosterol, Glutamin-Säure, Histidin, Kaempferol, Selenium, Sterol, Ursol-Säure
Sammelzeit:


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Anwendung

Teufelskralle kann man wahlweise als Tee, als Tinktur oder in Fertigpräparaten anwenden.

Die häufigste Art, Teufelskralle anzuwenden ist wahrscheinlich die Kapselform, denn weil die Teufelskralle ziemlich bitter schmeckt, wird sie von vielen nicht so gern als Tee getrunken. Teufelskralle-Kapseln bekommt man fast überall, sowohl in der Apotheke als auch im Lebensmitteldiscounter.

Tee

Für einen Teufelskralle-Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel Teufelskralle mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn fünf Stunden lang ziehen.

Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschliessen kann man wieder sechs Wochen lang Teufelskralle-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Wirksamkeit der Teufelskralle bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Die Teufelskralle eignet sich auch für Teemischungen, wo ihr bitterer Geschmack durch die Kombination mit anderen Kräutern gemildert wird und auch kaum unerwünschte Nebenwirkungen auftreten können, weil sie in Mischtees naturgemäss sehr niedrig dosiert ist.

Tinktur

Um eine Teufelskralle-Tinktur selbst herzustellen, übergiesst man Teufelskralle-Wurzeln in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Innerlich

Teufelskralle kann man innerlich, als Tee, Tinktur oder Fertigpräparat gegen Arthrose einsetzen.

Ausserdem hilft Teufelskralle gegen andere Arten von Gelenkbeschwerden, auch die des rheumatischen Formenkreises.

Siehe:

Dort wo die Teufelskralle wächst, wird sie auch gegen Verdauungsbeschwerden, Probleme des Leber-Galle-Trakts und Beschwerden der Harnorgane verwendet.

Die Teufelskrallen-Wurzel wirkt auch blutverdünnend, was vor allem bei älteren Patienten mit Arteriosklerose durchaus wünschenswert ist, im Falle von Blutungen aber auch gefährlich werden kann.

Achtung!

Die Teufelskralle sollte in der Schwangerschaft nur mit Rücksprache des Arztes angewandt werden.

Ausserdem sollte die Förderung der Blutungsneigung bei längerer oder hochdosierter Anwendung der Teufelskralle berücksichtigt werden.

Äusserlich

Äusserlich kann man Teufelskralle-Tee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden.

Auch Teufelskralle-Salben sind gebräuchlich.

Mit dieser Art der Anwendung kann man chronische Hautprobleme, wie beispielsweise Ekzeme oder Schuppenflechte lindern.

Teufelskralle kann man auch gegen schlecht heilende Wunden versuchen.



Pflanzenbeschreibung

Teufelskralle - Knolle und Kralle
Zeichnung: Jonathan Stenger
Die Teufelskralle ist in Südafrika und Namibia heimisch.

Sie wächst bevorzugt auf sandigem Boden in heissem Klima. Leider lässt sie sich nur schwer vom Menschen kultivieren vor allem nicht in anderen Klimazonen.

Die dicke Hauptwurzel bildet mehrere Wurzelausläufer, an denen sich knollige Sekundärwurzeln bilden. Diese Sekundärknollen enthalten besonders viele Wirkstoffe und sind die Teile der Teufelskralle, die medizinisch verwendet werden.

Da die Teufelskralle aufgrund der Kultivierungsschwierigkeiten vorwiegend wild geerntet wird und knapp geworden ist, wird häufig auch die weniger wirksame Hauptwurzel geerntet, was verhindert, dass die betreffende Teufelskralle weiterwachsen kann.

Daher ist die Teufelskralle aufgrund ihrer Beliebtheit bedroht. Auf einigen Farmen wird jedoch versucht, sie anzubauen, um ihrer Gefährdung entgegen zu wirken.

Die mehrjährige Pflanze wird bis zu einen Meter lang.

Während der Regenzeit treibt die Wurzel zunächst beblätterte Triebe aus, die auf dem Boden liegen.

Die Blätter sind tief gelappt.

Anschliessend erscheinen die grossen, rötlichen Blüten, die aus den Blattachseln wachsen.

Aus den Teufelskralle-Blüten entwickeln sich die krallenartigen Früchte, die sehr bizarr aussehen und der Teufelskralle den Namen gaben. Diese Krallenfrüchte hängen sich wie Kletten an das Fussfell mancher Tiere, die dadurch für die Verbreitung der Teufelskralle sorgen.

In Europa gibt es übrigens zwei Pflanzenarten, die auch den Namen "Teufelskralle" tragen, aber gar nichts mit der afrikanischen Teufelskralle zu tun haben. Die europäischen Teufelskrallen gehören zur Familie der Glockenblumengewächse, sehen aber anders aus, denn ihre Blüten bestehen aus rund gebogenen Blütenblättern, die Köpfchen bilden.



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