Trauben-Holunder(Sambucus racemosa L.)
Im Frühling locken große Blütenrispen mit weißgrünen Blüten die Insekten und im Spätsommer die roten Beeren viele Vögel an. Die Früchte kann man zu Marmeladen verarbeiten oder als Abführ- und Brechmittel einsetzen. Die Blüten sind harntreibend und die Wurzeln entzündungshemmend und helfen gegen Warzen. Steckbrief
Anwendung
TeeFür einen Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel getrockneter Blüten mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis zwei Tassen täglich. Er wirkt schweißtreibend und harntreibend. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschliessend kann man wieder sechs Wochen lang Blüten-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Blüten-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach. Saft/MarmeladeDie Beeren kann man zu Saft pressen oder kochen und zu Marmelade weiter verarbeiten. Dabei sollten die Kerne nicht beschädigt werden, die abführenden gelblichen Fettaugen sollten von der Oberfläche abgeschöpft werden. Hilft gegen Vitamin-C-Mangel.BeerenDie rohen Beeren wirken abführend und lösen Erbrechen aus, vor allem wenn die giftigen Kerne gekaut werden. Nur sinnvoll, wenn man beide Wirkungen zusammen haben möchte.WurzelnDie zerkleinerten Wurzeln helfen als Umschlag gegen Entzündungen und Warzen.
GeschichtlichesDie Beeren wurden zeitweise als Farbstoff genutzt.Die Beeren sind in den Bergregionen für Marmeladen eingekocht worden.
Die Beeren mit den giftigen Samen würden zeitweise als Abführmittel oder Brechmittel genutzt.
Wird heute aber nicht mehr eingesetzt.
Pflanzenbeschreibung
Der Trauben-Holunder ist in Europa, Nordasien und Nordamerika heimisch.
Er wächst bevorzugt in Waldlichtungen. Der mehrjährige Strauch wird zwischen 1 und 4 Meter hoch. Die Blätter sind unpaarig gefiedert. Die grün-weißen Blüten erscheinen zwischen April und Mai. Die Blüten sitzen an eiförmigen Rispen mit bis zu 10 cm Durchmesser. Aus den Blüten entwickeln sich zwischen Juli und September die Beeren. Die kugeligen Beeren sind scharlachrot und haben einen Durchmesser von etwa 5 mm.
Die Samen in den Beeren enthalten den Hauptanteil des Giftes.
AnbautippsDer Traubenholunder ist anspruchslos.Der Boden sollte locker, humos und kalkarm sein. Die Pflanze wächst vor allem in höheren Lagen gut.
SammeltippsDie Blütenrispen zügig an einem luftigen schattigen Ort trocknen, nach dem Trocknen die Blüten abstreifen.Beeren werden im Spätsommer bis Herbst geerntet. Die Wurzeln im Spätherbst ausgegraben.
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