Trollblume Leicht giftig

(Trollius europaeus)


  

Trollblume


Die selten gewordene Trollblume kann man schon von weitem an ihren charakteristischen Kugelblüten erkennen. Sie sehen aus wie große Hahnenfußblüten, die sich zu einer Kugel zusammenneigen.

Man findet die Trollblume fast nur noch im Gebirge, in der Nähe von Gewässern oder an feuchten Stellen. Wegen ihrer Seltenheit ist die Trollblume geschützt.

Heutzutage wird die Trollblume nicht mehr als Heilpflanze benutzt, obwohl sie ein paar Heilwirkungen aufweist.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Skorbut
Heilwirkung:
hautreizend,
abführend,
verdauungsfördernd,
Anwendungsbereiche:
Nur in der Volksheilkunde:

Darmträgheit,
Verstopfung,
Vitamin C Mangel,

wissenschaftlicher Name:
Trollius europaeus
Pflanzenfamilie:
Ranunculaceae - Hahnenfußgewächse
englischer Name:
Globe-flower
volkstümlicher Name:
Ankenbollen, Butterblume, Butterkugel, Budabinkerl, Butterrosn, Eierblom, Europäische Trollblume, Glatzer Rose, Goldknopf, Goldköpfchen, Kugelranunkel, Natternknöpfe, Pfingstrolle, Wasserrolle
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter
Inhaltsstoffe:
Protoanemonin, Saponine, Magnoflorin, Scharfstoffe, Vitamin C
Sammelzeit:
die Pflanze ist geschützt
Fotos von Trollblume


Anwendung

Trollblume

Obwohl die Trollblume aufgrund ihrer besonderen Gestalt sehr heilwirksam aussieht, kann man sie jedoch nur bedingt als Heilpflanze bezeichnen.

Sie wirkt gegen Verstopfung und Vitamin C Mangel. Doch gegen beide Erkrankungen gibt es weitaus bessere und mildere Heilpflanzen, zumnal die Trollblume etwas giftig ist.

Die Wirkung gegen Verstopfung ist vermutlich eine Reaktion des Körper auf die Giftstoffe in der Trollblume. Es ist also keine gesundheitsfördernde, sondern eine eher schädliche Wirkung.


Giftwirkung

Trollblume

Die Giftwirkung der Trollblume entspricht der Giftwirkung des Hahnenfußes, mit dem die Trollblume eng verwandt ist.

Nur in großen Mengen ist eine Giftwirkung zu erwarten.

Das Gift verliert sich auch bei der Trocknung, sodass die getrocknete Trollblume kaum noch eine Giftwirkung hat.

Im frischen Zustannd und in großen Mengen eingenommen verursachen die Scharfstoffe in der Trollblume Brennen im Mund, Erbrechen und Magenschmerzen. Auch zu Durchfällen und generellen Schmerzen kann es kommen.

In schweren Fällen treten Schwindel, Atemnot und Krampfanfälle auf.

Wenn es zu einer Vergiftung durch große Mengen Trollblume kommt, sollte man möglichst schnell einen Arzt oder eine Giftzentrale aufsuchen.

Bis dahin kann man die Giftstoffe etwas verdünnen, indem man dünnen, warmen Tee zu trinken gibt. Auch Erbrechen-Lassen und Kohlentabletten können etwas helfen.

Der Arzt oder das Krankenhaus werden in schweren Fällen eine Magenspülung durchführen.

Äußerlich kann der frische Pflanzensaft die Haut reizen und zu Rötungen führen. In starken Fällen kann es auch zu Blasen und Schwellungen kommen. Im Extremfall entstehen Geschwüre und das Gewebe stirbt ab.

Die Pollen der Trollblume können bei Allergikern allergische Reaktionen auf den Schleimhäuten hervorrufen, beispielsweise Schnupfen und Augenbrennen wie beim Heuschnupfen.

Das Vieh, das auf den Bergwiesen weidet, meidet die Trollblume. Vermutlich wissen sie instinktiv um ihre Giftwirkung.

Falls die Trollblume getrocknet ins Heu gelangt, hat das für die Vieh keine Giftwirkung, weil die giftigen Stoffe bei der Trocknung ihre Wirkung verlieren.


Geschichtliches

Trollblume

Früher kam die Trollblume relativ häufig an feuchten Stellen vor, auch in Tallagen.

Wegen der runden Form der Blüte, erhielt sie den althochdeutschen Namensteil "trol".

Möglicherweise war es aber auch das lateinische Wort "trullus" für kugelige Gefäße, das zum Namen der Trollblume führte.

Das "Troll" im Namen der Trollblume hat also nichts mit den Fabelwesen Troll zu tun, sondern mit der runden Form der Blüte.

Heutzutage wird die Trollblume gerne in Gärten angepflanzt.

Im Jahr 1995 war die Trollblume die Blume des Jahres.



Pflanzenbeschreibung

Trollblume

Die Trollblume ist in fast ganz Europa heimisch. Nur im Nordwesten fehlt sie ganz.

Sie wächst bevorzugt an feuchten Stellen im Gebirge. Aber selbst dort ist die Trollblume inzwischen selten geworden.

Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 60 Zentimeter hoch.

Im Frühjahr treibt die Wurzel zunächst handförmig geteilte Blätter aus. In Bodennähe wächst dann eine Blattrosette aus Grundblättern.

Ab Mai wächst der Stengel. An ihm wachsen dreizählige Blätter, die direkt am Stengel sitzen.

Die gelben Blüten erscheinen zwischen Mai und Ende Juni.

Die Blüte hat bis zu 15 Blütenblätter, die eine Kugel formen. Sie ist etwa drei zentimeter groß.

Weil die Kugel der Blüte relativ dicht geschlossen ist, können nur sehr kleine Insekten zur Befruchtung vordringen. Die kleinen Fliegen, denen die Bestäubung gelingt, legen ihre Eier im Innern der Blüte ab. Ihre Larven fressen sich dann an den jungen Samen der Trollblume. Normalerweise bleiben genug Samen übrig, damit sich die Trollblume vermehren kann. Manchmal werden aber auch zu viele Samen gefressen.

Manche größeren Insekten wie Bien oder Hummel schaffen es auch, sich durch die Blütenblätter ins Innere der Trollblume zu zwängen, um sie zu befruchten.

Wenn keine Insekten zur Bestäubung der Trollblume kommen, kann sich die Trollblume auch selbst bestäuben.

Aus den Trollblume-Blüten entwickeln sich nach der Blütezeit die Früchte mit den Samen. Die Früchte sind Sammelbalgfrüchte, die schwarze Samen enthalten.

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Anbautipps

Trollblume

In Gärten wird die Trollblume gerne als Zierpflanze angebaut.

Sie braucht einen relativ feuchten Boden.

Außerdem sollte der Boden nährstoffreich und humusreich sein.

Der Standort ist am besten halbschattig, er kann aber auch sonnig sein.

Gut geeignet ist die Trollblume zum Anpflanzen in der Nähe des Gartenteiches.

Man erhält die Trollblume als Staudenpflanze in Gartenmärkten.

Keinesfalls sollte man die seltene Pflanze in der Natur ausgraben!



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