Weisser Senf

(Brassica alba)


  

Weisser Senf, Gelbsenf


Der weisse Senf ist der milde Vertreter der Senf-Geschwister.

Er wird häufig als Hauptbestandteil von Tafelsenf verwendet, jedoch seltener als Heilmittel als der schwarze Senf.

Senf wird am häufigsten als cremiges Senfgewürz zum Schärfen von Speisen verwendet. In dieser Form regt Senf die Verdauung an, und hilft schwere Speisen zu verdauen.

Man kann Senf aber auch äusserlich als Senfpflaster anwenden, um die Haut zu reizen und die Durchblutung zu fördern.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Verdauungsschwäche,
Rheuma,
Heilwirkung:
anregend,
antibakteriell,
fungizid,
harntreibend,
hautreizend,
krampflösend,
schleimlösend,
schmerzstillend,
schweisstreibend,
Anwendungsbereiche:
Appetitlosigkeit,
Blähungen,
Blutergüsse,
Bronchitis,
Erkältung,
Flechten,
GallenBlasenentzündung,
Gicht,
Halsschmerzen,
Heuschnupfen,
Hexenschuss,
Ischias,
Kopfschmerzen,
Kreislaufschwäche,
Kreuzschmerzen,
Nebenhöhlenentzündung,
Nervenentzündung,
Niedriger Blutdruck,
Nierenkolik,
Ödeme,
Rückenschmerzen,
Schmerzen,
Schnupfen,
Verstopfte Nase,
Verstopfung,
wissenschaftlicher Name:
Brassica alba, Sinapis alba
Pflanzenfamilie:
Kreuzblütler = Brassicaceae
englischer Name:
White Mustard
volkstümlicher Name:
Gelbsenf, Weißsenf, Gartensenf, Mostardkorn, Mostert, Senfsaat
Verwendete Pflanzenteile:
Samen, Keimlinge
Inhaltsstoffe:
Senföl, Senfölglykoside, Ätherische Öle, Sinigrin, Vitamin C, Histidin, Schleim, Sinapin, Tryptophan, Zink
Sammelzeit:
Spätsommer


Anwendung

Weisser Senf

Weisser Senf wird vorwiegend als cremiges, scharfes Gewürz angewendet beziehungsweise als Bestandteil der Gewürze namens Senf.

Man kann Senf jedoch auch direkt als Körner verkochen oder man wendet Senf äusserlich an, um die Durchblutung zu fördern.

Senf als Gewürz

Der cremige Tafelsenf wird aus Senfpulver, Essig, Wasser, Salz und eventuellen anderen Gewürzen zubereitet.

Bei Verwendung von weissem Senf als Teil oder Hauptbestandteil des Senfes, wird der Senf besonders scharf.

Senf als Gewürz von schweren Speisen regt die Verdauung an und hilft somit, die Nahrung zu verdauen.

Senf hilft gegen Blähungen und Verstopfung.

Durch die Schärfe der Senfölglycoside und der ätherischen Öle kann Senf ausserdem die Atemwege befreien.

Man kann scharfen Senf essen, um eine verstopfte Nase zu öffnen und die Nebenhöhlen bei Nebenhöhlenentzündung zu desinfizieren.

Senf selbstgemacht

Tafelsenf kann man ganz einfach selbst herstellen.

Dazu braucht man folgende Zutaten:

  • 50 gr Senfmehl, am besten frisch gemahlen
  • 30 ml Essig
  • 20 ml Wasser
  • 5 gr Salz (1 TL)
  • evtl. 10 gr Zucker (2 TL)
Essig und Wasser werden vermischt, ebenso die pulvrigen Zutaten. Dann werden Pulver und Flüssigkeit miteinander verrührt, bis eine geschmeidige Masse entstanden ist.

Auf dieser Grundrezept-Basis kann man mit verschiedenen Zusatzgewürzen nach Lust und Laune experimentieren.

Senfkörner beim Kochen

In der asiatischen Küche wird auch viel mit ganzen Senfkörnern gekocht.

Meistens werden die Senfkörner zu Beginn des Kochvorgangs in den Topf oder die Pfanne gegeben. Dort poppen sie ähnlich wie Popcorn.

Die Senfkörner geben dem Essen eine leicht scharfe Würze, die sich aber deutlich vom Geschmack des cremigen Senfes unterscheidet.

Auch in dieser Zubereitungsart dient der Senf der Anregung der Verdauung.

Senf-Keimlinge

Senfkörner eignen sich sehr gut zur Sprossen-Anzucht, denn die kleinen Senfkeimlinge wachsen schnell und schmecken angenehm würzig scharf.

Am besten zieht man Senf-Sprossen als Grünkraut, ähnlich wie Kresse.

Dazu kann man eine doppelte Lage Küchentücher in einer flachen Schale befeuchten und darauf die Senfsamen ansäen.

Meist schon am nächsten Tag keimen die ersten kleinen Pflänzchen.

Immer wenn die Küchentücher trocken werden, giesst man sie mit frischem Wasser.

Nach 5 bis 7 Tagen hat man hübsche kleine Pflanzen mit grünen Keimblättern.

Man kann die Keimblätter und Stengel abschneiden und im Salat, Kräuterquarks oder auf Brot essen.

Senfsprossen enthalten viele Vitamine und regen die Verdauung an.

Achtung!
Zu intensiver Senfgenuss kann zu Reizungen der Magenschleimhaut und der Nieren führen.

Senfpflaster

Die bekannteste äusserliche Anwendung von Senf ist das Senfpflaster.

Senfpflaster gibt es in unterschiedlichen Formen:

Beim Senfbreiumschlag wird Brei aus Senfmehl und warmem Wasser als Umschlag aufgelegt. Er hat eine besonders intensive Wirkung Senfbreiumschlag.

Bei der Senfkompresse wird ein Tuch in Senftee befeuchtet und dann aufgelegt. Die Senfkompresse ist milder als der Breiumschlag.

Senfpapier kann man in Apotheken kaufen oder bestellen. Meistens ist käufliches Fertig-Senfpflaster schwächer als ein Breiumschlag.

Alle Arten von Senfpflaster werden wegen ihrer hautreizenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften angewendet.

Die Durchblutung wird hierbei nicht nur direkt in der Haut, sondern auch im darunterliegenden Gewebe verstärkt. Daher können Entzündungsprozesse in den Gelenken und inneren Organen durch die Erwärmung und Durchblutung beeinflusst werden.

Folgende Gesundheitsbeschwerden werden traditionell gerne mit Senfpflastern behandelt:

  • Gelenkentzündungen
  • Nervenentzündungen
  • Krämpfe und Koliken
  • Innerere Entzündungen
  • Kopfschmerzen (Nacken behandeln)
Bei Gelenkentzündungen, eventuell aber auch anderem Entzündungen, sollte man berücksichtigen, dass sie im akuten Stadium häufig eher Kühlung brauchen als Wärme. Festsitzende chronische Entzündungen profitieren jedoch von einer wärmenden Anwendung.

Am besten probiert man vor dem Einsatz eines Senfpflasters zunächst aus, ob Wärme der persönlichen Entzündung gut tut.

Achtung!
Empfindliche Körperstellen wie Gesicht oder Brüste dürfen nicht mit einem Senfpflaster behandelt werden.

Volksheilkunde

Die Volksheilkunde kennt ausserdem

Homöopathie

Die Homöopathie setzt Senf unter dem Namen Sinapis bei Symptomen ein, die denen ähneln, die unverdünnter Senf bewirken kann.

Homöopathische Einsatzgebiete für Sinapis sind beispielsweise:

  • Heuschnupfen
  • Schnupfen
  • Sodbrennen
In der Laienhomöopathie kann man Sinapis in den Potenzen D3 bis D12 anwenden.

Produkttipps:


Geschichtliches

Senf wird schon seit Menschengedenken als Gewürzpflanze benutzt.

Der Einsatz der scharfen Körner ist im Mittelmeerraum und auch in Asien bekannt und beliebt.

In Mitteleuropa wird der Senf unter anderem schon 1543 von Leonard Fuchs beschrieben und gegen Epilepsie, geschwollene Milz und langwierige Gebresten empfohlen.



Pflanzenbeschreibung

Weisser Senf

Der Weisse Senf ist in Europa heimisch. Ursprünglich kommt der Senf aus dem Mittelmeerraum.

Er wächst bevorzugt auf kalkreichen Böden. Verwildert kommt er an Flussufern und Kiesböden vor.

Die einjährige Pflanze wird bis zu 150 Zentimeter hoch.

Im Frühjahr spriesst aus den Samen innerhalb weniger Tage eine kleine Keimling-Pflanze.

Der Keimling entwickelt sich rasch und bildet bald borstige, etwas gelappte Blätter.

Im oberen Bereich des Stengels werden die Blätter schmaler, bis sie ganz oben schliesslich lanzettlich werden.

Zwischen Juni und August erscheinen die gelblichen Blüten. Sie stehen in Doldentrauben und haben jeweils vier Blütenblätter, was ihre Zugehörigkeit zur Kreuzblütler-Familie zeigt.

Aus den Senf-Blüten entwickeln sich bis zum Herbst die Samen.

Die Samen sind gelblich und befinden sich in schmalen Schoten.


Anbautipps

Senf ist einfach anzubauen.

Weisser Senf wird unter dem Namen Gelbsenf gerne als Bodenverbesserer angebaut, denn er wächst sehr schnell und lockert den Boden auf.

Der Boden sollte am besten kalkreich sein, jedoch ist der Senf sehr anspruchslos und gedeiht in vielen Böden.

Im Frühjahr sät man den Senf einfach im Freiland aus.

Bei halbwegs angenehmen Temperaturen sieht man schon nach wenigen Tagen die ersten Pflänzchen aus der Erde spriessen.

Die Senfpflanzen wachsen schnell und brauchen kaum Pflege.

Wenn sie gross geworden sind, sichert man sie am besten mit Schnüren, damit sie bei Wind nicht umfallen.

Bis die Samen reif sind, vergeht letztlich doch einige Zeit.

Je nach Witterung kann man im Frühherbst mit reifen Samen rechnen.

Die Schoten sind dann hellgelb und trocken.


Sammeltipps

Um die Samen zu ernten schneidet man die Pflanzen mit den reifen Samenschoten vorsichtig ab.

Über einer Schüssel oder in einer grossen Plastiktüte schüttelt man die Pflanzen, bis sich die Schoten öffnen und ihre Samen freigeben (dreschen).

Man kann die Samen auch aus den Schoten pulen, aber das ist eine mühsame Angelegenheit.


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