Wermut
In Mitteleuropa wird Wermut in Gärten kultiviert, wie es die Mönche im Mittelalter vorgemacht haben. Mit seinem stark bitteren Aroma gehört der Wermut zu den wichtigsten Bitterkräutern, die zur Stärkung der Verdauung verwendet werden. Aber der Genuss des Wermuts ist auch ein zweischneidiges Schwert, denn seine ätherischen Öle wirken bei Langzeitgebrauch in hoher Dosierung sinnverwirrend, wie viele Künstler in der Blütezeit des Absinth-Getränks leidvoll erfahren mussten. Steckbrief
Anwendung
Wermut kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden.
Die häufigste Art, Wermut anzuwenden ist der Tee. TeeFür einen Wermut-Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel Wermut mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Man sollte den Wermut-Tee nicht süssen, denn eine Abmilderung der Bitterkeit durch Süsse würde die erwünschte Wirkung des Wermuts abschwächen. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschliessend kann man wieder sechs Wochen lang Wermut-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Wermut-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach. TinkturUm eine Wermut-Tinktur selbst herzustellen, übergiesst man Wermut in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen. InnerlichWermut kann man innerlich, als Tee oder Tinktur gegen Verdauungsschwäche einsetzen.Ausserdem hilft Wermut gegen eine Schwäche der Gallenblase. Selbst wenn die Gallenblase operativ entfernt wurde, kann man die Verdauung mithilfe von Wermut-Tee deutlich fördern. Bei Frauen wird die Menstruation durch Wermut deutlich angeregt. Wermut wirkt auch wehenfördernd, jedoch sollte die Benutzung von Wermut-Tee zur Unterstützung der Geburt mit dem Arzt abgesprochen werden.
Missbrauch des WermutsDas ätherische Öl des Wermuts ist leicht giftig.Daher sollte man Wermut nicht in grossen Mengen und auch nicht über einen sehr langen Zeitraum anwenden. Vor allem vor dem regelmässigen Gebrauch des Wermuts als Genussmitell ist zu warnen. Als Absinth war Wermut-Schnaps einige Zeit sehr beliebt. Der häufige Genuss von Absinth führte jedoch zu Wahnvorstellungen, Schwindelanfällen und Delirien. Daher wurde Absinth auch verboten, aber dieses Verbot ist inzwischen teilweise wieder aufgehoben. Man sollte sich dennoch beim Absinth-Genuss stark zurückhalten. ÄusserlichÄusserlich kann man Wermut-Tee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden.Mit Wermut-Umschlägen auf dem Bauch versucht die Volksmedizin Magenkrämpfe zu lindern. Sogar Kopfschmerzen sollen durch solche Umschläge gelindert werden.
Wermut hilft äusserlich eingesetzt auch gegen stumpfe Verletzungen des Bewegungsapparates
und dient der Wundheilung.
Pflanzenbeschreibung
Der Wermut ist in Südeuropa heimisch.
Von Mönchen wurde er im Mittelalter auch nach Mitteleuropa gebracht,
wo er in den Klostergärten kultiviert wurde.
Er wächst bevorzugt auf kargen Böden, sogar Steine schrecken ihn nicht ab. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 100 Zentimeter hoch. Die Blätter sind dreifach fiederspaltig. Im unteren Bereich sind sie relativ gross und werden nach oben hin kleiner und einfacher. Sie sind grau, filzig und weich behaart. Die gelben, unscheinbaren Blüten erscheinen zwischen Juli und September.
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