Kräuter-Rundgang im Garten: 27. März 2006


Endlich weicht der Winter zaghaft dem Frühling.

Noch ist nicht einmal sicher, ob der Winter sich nicht sogar noch mal zurückmeldet. In den Bergen des Schwarzwaldes und der Vogesen hat es kürzlich erst wieder geschneit.

Trotz der Unsicherheit trauen sich die Pflanzen nach und nach aus der Erde hervor. Vorsichtig noch und eher vereinzelt als in Massen, aber von Tag zu Tag wird der Garten ein wenig grüner und bunter.

Die Schneeglöckchen sind an vielen Stellen schon verblüht, aber dort, wo es schattig ist, stehen sie gerade jetzt in voller Blüte.
Die Krokusse lassen sich dieses Jahr sehr viel Zeit und bisher haben sich nur wenige aus der Erde gewagt.

Bisher bis ich auch noch auf der Suche nach Heilwirkungen des Krokusses. Anscheinend wirken sie ähnlich wie Safran und sind in sehr grossen Mengen giftig. Man sagt ihnen auch aphrodisierende Wirkung nach, aber so richtig bin ich noch nicht fündig geworden.

Wenn die Krokusse sich in grösseren Mengen entfaltet haben, will ich auch eine Blütenessenz daraus machen, denn sie rufen mich geradezu, dies zu tun.

Dort wo ich eigentlich schon lange umgraben wollte, spriesst der Ehrenpreis in grosser Anzahl.

Überall sieht man die kleinen, blauen Blüten, wie sie frech in den Himmel leuchten. Woher ich den Eindruck von Frechheit habe, weiss ich eigentlich auch nicht - reine Gefühlssache.

Anscheinend beherbergen wir auch noch eine andere Ehrenpreisart in unserem Garten.

Die Blüten sind jedoch deutlich blasser und kleiner als die der anderen Art. Über diese zusätzliche Sorte muss ich mich erst noch schlau machen.

Auch die Vogelmiere hat sich überall breit gemacht, wo ich noch nicht zum Umgraben gekommen bin.

Das viele Grün bedeckt den Boden fast vollständig und die winzigen Blüten blinzeln in den Himmel. Wie kleine Sterne sehen die Blüten aus.

Zwischen den Ehrenpreisen und den Vogelmieren wachsen zahlreiche Taubnesseln mit rosa Blüten.

Andere Taubnesseln sind noch nicht zu sehen, nur diese eine Sorte. Immer wieder frage ich mich, ob es sich wirklich um Taubnesseln handelt, aber bisher habe ich keinerlei Infos darüber gefunden, dass dem nicht so ist.

Der Oregano (Dost) gehört zu den absichtlich gepflanzten Kräutern.

Jahr für Jahr kommt er wieder aus dem Boden, zuerst sind es nur kleine Pflänzchen, bald wird der Oregano wie ein dichter Teppich einen guten Quadratmeter bedecken. Ein Teppich, der immer höher wird, bis die einzelnen Pflanzen einen kniehohen Busch bilden und dann im Hochsommer stark duftend blühen und zahlreiche Insekten anlocken.

Bisher muss man aber genau hinschauen, um die Oregano-Babies zu erkennen.

Den Estragon haben wir mal an den Rand des sonnigsten Gemüsebeetes gepflanzt als er ein ganz kleiner und dünner Sämling war.

Im ersten Jahr ist er zwischen all den anderen Pflanzen fast vollständig untergegangen. Ein Jahr später kam er zu meiner Überraschung wieder und wurde etwas kräftiger. So wurde er Jahr für Jahr imemr grösser, obwohl er sich im Winter vollständig in die Erde zurückzieht und immer ganz neu austreiben muss.

Vorletztes Jahr war der Estragon dann über zwei Meter hoch und mehr als einen Meter im Durchmesser breit. Ein wahres Monstrum. Soviel Estragon können wir gar nicht gebrauchen und er hat an seinem Platz, der einer der besten Stellen im ganzen Garten ist, den Gemüsepflanzen viel Kraft, Platz und Sonne weggenommen.

Also habe ich ihn im Winter letzten Jahres ausgegraben und an eine andere Stelle gesetzt, wo er allerdings eher zaghaft gewachsen ist. An der alten Stelle war ich aber anscheinend nicht gründlich genug, denn viele neue Estragonpflanzen wuchsen auch letztes Jahr, wenn auch nicht ganz so wuchtig, wie im Jahr zuvor.

Und dieses Jahr treibt der neue Estragon aus dem Boden wie lauter kleine Raketen, so kraftvoll sieht es aus. Ich befürchte, dass er wieder eine Riesenpflanze werden will. Ob ich ihn wohl mit regelmässigem Beschneiden etwas im Zaun halten kann?

Auch der Gundermann kriecht überall aus dem Boden.

Der Gundermann scheint sich in unserem Garten wirklich wohl zu fühlen, denn er breitet sich an fast allen Ecken jedes Jahr aufs Neue aus.

Er lässt sich auch kaum von meinen Versuchen beeindrucken, ihn aus den Gemüsebeeten fernzuhalten. Eigentlich finde ich ja, dass es schon an allen anderen Stellen im Garten genügend Platz zum Entfalten hat. Aber ihm scheint das nicht zu reichen.

Wahrscheinlich bin ich beim Jäten auch nicht gründlich genug, denn ich liebe seine herb duftenden Blätter, die an seinen Ranken wachsen und wenn er etwas später im Frühjahr seine violetten Blüten entfaltet bin ich immer ganz entzückt.

Das Veilchen ist normalerweise eine der frühesten Blumen in unserem Garten, aber dieses Jahr lässt es sich ziemlich viel Zeit.

Rund um den Feuerplatz sieht man aber schon die Bätter spriessen, daher dauert es wohl nicht mehr sehr lange, bis der ganze Bereich um den Grillplatz in duftendes Veilchenlila getaucht ist.

Im Moment blüht schon ein einzelnes Veilchen und das sogar an einer eher untypischen Stelle, direkt neben den Brennesseln, dort wo im Somemr auch eine vereinzelte Pfefferminze wächst.

Dieses einsame Veilchen sieht ein bisschen zerdrückt aus, aber da es das erste ist, bietet es dennoch Anlass zur Freunde.

In meinem eigentlichen Kräutergarten, der bisher aber vorwiegend ein Wildgarten ist, wachsen schon die Blätter des Schöllkrautes und zwar dort, wo eigentlich Pfefferminze wachsen soll.

Die Pfefferminze hat es dort aber nur zwei Jahre ausgehalten und liess sich dann vom Schöllkraut verdrängen.

Da auch das Schöllkraut eine wichtige Heilpflanze ist, lasse ich es gewähren. Für die Pfefferminze muss ich dann wohl einen Platz finden, wo sie sich wohler fühlt und immer wieder mit ganzer Kraft wachsen kann.


Home Up



Impressum - Datenschutzerklärung