Kräuter-Radtour: 28.7.2006:
Zum Limberg bei Sasbach


Stockrose Diesmal geht meine Fahrt wieder in den Norden, teilweise direkt am Rhein entlang. Aber ich will weiter hinaus als beim letzten Mal, deutlich weiter, denn allmählich komme ich ja in Übung mit der Radelei und es reizt mich, mal wieder auf der französischen Seiten hin- und auf der deutschen Seite zurück zu fahren.

In der Nähe der nächsten Rhein-Brücke im Norden steht der Limberg bei Sasbach.

Der Limberg wurde schon in der Steinzeit besiedelt, auch die Kelten und Römer lebten hier. Da darf natürlich auch eine mittelalterliche Burg nicht fehlen.

Hinzu kommen geologische Besonderheiten, die durch die vulkanische Entstehung des Kaiserstuhls entstanden sind und eine besonders reichhaltige Pflanzenwelt, mit teilweise sehr seltenen Pflanzen, z.B. Flaumeichen, weil der Limberg sehr fruchtbar ist und ausserdem verschiedene Umgebungen bietet, wie beispielsweise Laubwald, Weinberge und Trockenrasen.

Es gibt einen wissenschaftlichen Lehrpfad, auf dem botanische, geologische, landschaftliche und archäologische Gegebenheiten erklärt werden. (Siehe: www.lehrpfad.de/)

Kleine Warnung vorweg für diejenigen, die auch mit einer Radtour am Limberg liebäugeln: Der Limberg selbst ist für Radtouren nicht geeignet, denn die Wege sind zu steil und holprig. Wenn man vernünftig ist, sollte man sein Fahrrad am Fuss des Berges auf dem Parkplatz stehen lassen. Man sollte mindesten andertalb Stunden Zeit für den Lehrpfad mitbringen, denn der ist über sechs km lang. Wenn man ausserdem die pflanzlichen, geologischen und archäologischen Schönheiten geniessen will, braucht man noch deutlich länger.

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So, und jetzt geht's los:

Diesmal bin ich schon zum Sonnenaufgang um sechs Uhr aufgestanden und nach ausgiebigem Studium des Wetter-Radars um sieben Uhr losgefahren, wohlwissend, dass es möglicherweise regnen könnte. Aber ich hoffte natürlich, dass ich verschont bleiben würde, was sogar recht wahrscheinlich war, denn um unsere Gegend macht der Regen oft einen Bogen.

Der frühe Morgen ist herrlich frisch und ich geniesse es unendlich, mal nicht von der Sonne niedergeknallt zu werden.

Mein erstes Zwischenziel ist ein kleiner Kanal, der bei Breisach vom Rhein abzweigt, auf dem kleine Touristenschiffe bis nach Colmar fahren.

In einem tümpeligen Nebengewässer des Kanals schwimmt ein Schwan, der mich anknurrt als ich zum Fotografieren näher komme.

Erst auf den zweiten Blick erkenne ich die kleinen, grauen Schwanenkinder, die sich hinter den Pflanzen verstecken.

Darum halte ich respektvoll Abstand, denn ich habe mal gehört, dass wütende Schwäne sehr unangenehm sein können.

Am Ufer des Kanals wächst die Goldrute in grosser Zahl.

Einige der Pflanzen blühen schon, aber die meisten lassen sich noch Zeit mit der Blüte.

Das finde ich eigentlich auch ganz nett von ihnen, denn im Spätsommer gibt es eher wenig Blüten, und dann freut es besonders, wenn wenigstens zahlreiche Goldruten blühen.

Auch die Bienen brauchen dringend Nektarquellen im Spätsommer.

Der Weg ist mit blühenden Wegwarten gesäumt.

Sie kommen also brav ihrer Aufgabe nach und bewachen die Wege.

Ich freue mich immer über ihre zauseligen, blauen Blüten.

Da es hier sehr viele Wegwarten gibt, habe ich also oft Grund zur Freude.

Die Eicheln sind noch grün, aber schon deutlich als Eicheln zu erkennen.
Ein kleines Leinkraut steht am Wegrand und zeigt die ersten seiner fast orchideengleichen Blüten.
Das Johanniskraut ist verblüht und lässt seine Samen reifen.

Bei dem Anblick muss ich daran denken, dass ich von den Johanniskräutern im Garten bald die Samen ernten will, sobald sie reif sind.

Freundliche Wegbauer haben an den Radweg einen Picknicktisch aus Stein gebaut.

Ich nutze die günstige Gelegenheit und mache eine kleine Frühstückspause, denn mir knurrt schon der Magen.

Ausserdem nutze ich die Zeit um auf meiner Karte genau zu gucken, wie es weiter geht.

Neben meinem Picknickplatz ist ein Spargel-Feld. Der Spargel ist inzwischen schon hoch gewachsen, aber er blüht noch nicht.

Die Wolken werden dichter und in der Ferne höre ich leises Donnergrollen.

Der Donner ist jedoch so weit weg, dass ich hoffe, dass das Gewitter wie so oft über den Vogesen hängen bleibt.

Vom Frühstück gestärkt mache ich mich wieder auf den Weg und geniesse die kühle Luft, die mir um die Nase weht.

Ein Stückchen weiter wächst der Blutweiderich.

An Gewässern scheint er sich sehr wohl zu fühlen, denn dort wächst er häufig und manchmal auch in grossen Gruppen.

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