Kräuter-Wanderung: 1.10.2007:
Drei-Gipfel-Tour durch den Kaiserstuhl

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Auch wenn ich jetzt zu einem Umweg gezwungen bin, lohnt sich die Strecke aus botanischer Sicht schon zu Anfang.

Eine Minze säumt den Wegrand.

Ihre Blätter duften leicht minzig, aber nur ein wenig.

Welche der unzähligen Minzarten es wohl sein mag?

Auf der anderen Seite des Weges blühen bunte Kronwicken.
Und daneben stehen Flockenblumen.
Etwas weiter weg finde ich einen aufrechten Ziest mit seinen interessanten weissen Blüten.
Sogar Buchweizen blüht auf einem Weinberg.
Nach einer Weile des Irrens durch Weinbergwege, die mich schon fast bis nach Ihringen gebracht haben, komme ich zu einem Hohlweg, der mich ungefähr in die gewünschte Richtung führt.

Ich frage mich jedoch, ob der Weg die Richtung beibehalten oder mich erneut in die Irre führen wird.

Diese Ihringer Weinberge sind das reinste Labyrinth.

Schliesslich finde ich jedoch einen Wegweiser, der mir zeigt, wo es langgeht.

Hinter den Vogesen geht allmählich die Sonne unter.

Es sieht zwar wunderschön aus, aber mir ist ein bisschen mulmig zumute, denn bis Breisach sind es laut Wegweiser noch 9,5 km Wegstrecke.

Bei den Vogesenbergen auf dem Bild handelt es sich übrigens rechts um den Grand Ballon und links um den Ballon d'Alsace.

Am Lösshang wachsen die seltenen Goldastern.
Auf dem Boden entdecke ich einen grossen, schwarzen Lederlauf-Käfer, der auf dem Rücken liegt und mit den Beinen zappelt.

Obwohl ich es inzwischen sehr eilig habe, nehme ich mir die Zeit, den Käfer umzudrehen.

Ganz langsam krabbelt er davon.

Anscheinend hat ihn die Zeit auf dem Rücken sehr erschöpft.

Am Berghang wachsen Palmlilien.

Man sieht nur noch die spitzen Blätter, die Blüten sind wohl schon verblüht.

Nach geraumer Zeit erreiche ich den Kreuzbuck.

Ab hier entspricht die Wanderstrecke der Strecke, die ich geplant hatte.

Aber ich habe etwa anderthalb Stunden verloren auf meinen Irrwegen, wenn sie auch schön waren.

Auf einem Bergkamm kann ich nach Achkarren schauen.

Es sieht wunderbar aus im Licht der späten Sonne.

Der linke Berg ist der berühmte Schlossberg von Achkarren, wo die guten Weine wachsen und der rechte Berg nennt sich Schneckenberg.

In die andere Richtung kann ich hin und wieder bis zum Schwarzwald sehen.

Das Spiel der Farben ist einfach toll.

Am liebsten würde ich hier ewig verweilen und nur schauen, schauen, schauen.

Stattdessen spute ich mich aber und eile auf meinem Weg in Richtung Breisach.

Schliesslich komme ich zu dem staatlichen Weingut, an dem ich auch schon bei der letzten Weinbergwanderung vorbeigekommen bin.

Das letzte Tageslicht erlaubt mir so gerade eben noch ein Foto.

Dann eile ich weiter, um noch möglichst viel der Strecke im schwindenden Tageslicht wandern zu können.

Als ich den Winklerbrunnen erreiche, ist es endgültig dunkel.

Jetzt schlägt die Stunde meiner neuen Stirnlampe.

Sie funktioniert ganz prima.

Ich gönne mir noch ein kühles Fussbad und nehme dann die letzten drei Kilometer in Angriff.

Heile, aber sehr erschöpft komme ich schliesslich beim Breisacher Bahnhof an, wo mich mein Fahrrad erwartet.

 

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