Kräuter-Wanderung: 23.5.2008:
Durch die Ravennaschlucht

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Schliesslich mache ich mich auf den Weg durch die Ravenna-Schlucht.

Der Bach Ravenna rauscht eindrucksvoll zu Tale.

Das Wasser springt über Felsen von Becken zu Becken.

So kurz hinter dem Touristenrummel ist die Natur wild und wie verzaubert.

Der Name "Ravenna" kommt wohl vom französischen "Ravin", was "Schlucht" bedeutet.

Lustig finde ich, dass eine quasi gegenüberliegende Schlucht samt Pass in den französischen Vogesen "Col de la Schlucht" genannt wird. Da haben sich die Sprachen der Namen geradewegs überkreuzt.

Schmale Holzbrücken führen mehrmals über den reissenden Bach.

Ich kann mich kaum sattsehen an den lebendigen Wassermassen.

An einer Stelle ist das Tal zu einer so engen Klamm geworden, dass man auf einem am Felsen befestigten Steg entlang gehen muss.

Das gefällt mir ganz hervorragend.

Nicht nur eine Treppe hilft bei den steileren Passagen des Anstiegs.

Die Wartung dieser Strecke ist bestimmt mit viel Aufwand und Kosten verbunden.

Ich habe auch gelesen, dass jedes Jahr Teile der Strecke neu gebaut werden müssen, weil die Wasser der Schneeschmelze einiges durcheinander bringen.

Neben der Treppe stürzt der Bach in einem Wasserfall in die Tiefe.

Insgesamt gibt es zwei Wasserfälle und unzählige Kaskaden, wo das Wasser stufenweise springt.

Vor lauter Eindrücken merke ich kaum, wie ich immer höher komme und schon bald die Grossjockenmühle erreiche.

Mit dieser alten Mühle haben früher die Bauern des Grossjockenhofs die Wasserkraft zur Energiegewinnung genutzt.

Heutzutage ist die Mühle an Sonn- und Feiertagen noch als Museumsmühle in Betrieb.

Nach diesem Feuerwerk an Schlucht-Impressionen habe ich dann auch wieder Augen für die Pflanzen.

Prompt entdecke ich ein zierliches Hain-Veilchen.

Es ist blasser als die normalen Veilchen und auch eher breitformatig als hochkant.

Viel zu bald erreiche ich das obere Ende Ravenna-Schlucht und komme beim Haus Ketterer heraus.
Hier geht die Schlucht in eine sanft geschwungene Wiesenlandschaft über.

Der Weg führt mich durch das Tal der Ur-Donau. Einst floss in diesem Hochtal der erste Teil der Donau.

Doch während der Eiszeit wurde ihr Wasser vom Ravenna-Bach abgezapft und floss fortan ins Höllental.

Das hat nicht nur eine lokale Auswirkung, sondern bedeutet auch, dass das Wasser jetzt nicht mehr über die Donau ins Schwarze Meer fliesst, sondern über den Rhein in die Nordsee.

 

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