Kräuter-Wanderung: 18.6.2008:
Walliser Levkojen im Binntal


Walliser Levkoje Das Binntal ist berühmt für seine zahlreichen seltenen Pflanzenarten. Botaniker kommen von weit her, um die besondere Flora des Binntals kennen zu lernen.

Vor allem sind es jedoch die Edelstein-Funde, die das Binntal weit über die Grenzen der Schweiz hinweg bekannt gemacht haben. Man kann sogar zur wichtigsten Fundstelle gehen und dort auf eigene Faust nach Edelsteinen suchen. Die meisten wertvollen Steine sind natürlich längst gefunden worden, aber dennoch kann man noch sehr schöne Steine finden.

Mich interessieren aber besonders die seltenen Pflanzen, die man dort im Binntal finden kann.

Wie gut, dass das Binntal ein Seitental des oberen Wallis ist und direkt bei meinem Urlaubsort Ernen abzweigt. Darum ist natürlich gleich der erste Tag mit gutem Wetter einem Besuch des Binntals gewidmet.

Zu den Seiten 1 - 2 - 3 - 4 - 5 Weiter > >

Der Weg ins Binntal beginnt für mich am Eingang eines Tunnels, der die Autos auf gerader Strecke nach Binn führt.

Für Wanderer gibt es die alte Strasse entlang der Twingi-Schlucht, auf der man der gewundenen Bergsilhouette folgt.

Ein Blick nach unten zeigt eine steile Schlucht, durch die ganz weit unten die Binna fliesst, der reissende Bergbach, der aus dem Binntal kommt.

Gleich am Anfang des Schlucht-Weges entdecke ich die überaus seltene Walliser Levkoje.

Zuerst hätte ich sie fast übersehen, denn ihre blass-violetten Blüten wirken unscheinbar und wie zerrupft.

Doch schnell wird mir klar, was ich da vor mir habe. Bei näherem Hinsehen entdecke ich dann auch die Schönheit der gewundenen Blüten.

Es ist faszinierend, wie diese kleine Blume so einfach mitten im Fels wächst.

Die Walliser Levkoje gibt es übrigens nur an ganz wenigen Stellen im Wallis und eine dieser Stellen ist das Binntal.

Bevor ich herkam, wusste ich auch gar nicht, wann die Walliser Levkoje blüht, aber durch meinen Fund habe ich herausgefunden: Die Walliser Levkoje blüht im Juni - zu meinem grossen Entzücken.

Beschwingt gehe ich weiter und finde bald eine Pflanze, die mich stark an die Hauhechel erinnert. Die Blätter sind jedoch so rundlich, dass ich mich frage, welche Pflanzenart das wohl sein mag.

Es stellt sich heraus, dass es wohl die rundblättrige Hauhechel ist, auch sie eine Besonderheit des Binntals.

Der Weh entlang der Schlucht ist wie im Märchenland.

Links ragen schroffe Felsen in die Höhe und rechts geht es steil nach unten bis zur Binna.

In der Ferne gähnt ein Tunnel.

Auf den Felsen wächst der Alpen-Süssklee.

Auch diese Pflanze ist mir bisher neu. Ich habe sie nie zuvor gesehen.

Die Wolfsmilch hingegen sieht vertraut aus.

Ob es aber wirklich eine Art ist, die ich auch aus dem Flachland kenne, wage ich nicht zu behaupten. Es gibt so viele Wolfsmilch-Arten und etliche davon sehen sich sehr ähnlich.

In dem Tunnel regnet es stark.

Es ist genau umgekehrt, wie man normalerweise denkt, denn der Tunnel schützt nicht vor Regen, sondern liefert ein spezielles Regenprogramm, obwohl draussen alles trocken ist.

Auch die Felsen rundum sind sehr feucht und überall plätschert und gluckert es.

Kein Wunder, dass die kleine Binna so ein reissender Fluss ist.

An den feuchten Felsen wächst viel Alpen-Massliebchen.

Obwohl es dem Gänseblümchen ziemlich ähnlich ist, wirkt es doch irgendwie anders.

Eine grosse gelbe Blume erinnert ein wenig an Arnika.

Aber sie siehr andererseits deutlich anders aus.

Vermutlich handelt es sich um ein Gemswurz-Greiskraut.

Immerhin gehören beide Pflanzenarten zur Familie der Kobrblütler.

Das Leberblümchen ist leider schon verblüht.

Gerne würde ich einmal blühendes Leberblümchen in freier Wildbahn entdecken, doch die Pflanze kommt nur selten vor.

Auf dem Weg entdecke ich eine merkwürdige Pflanzenart, deren Blätter und Blüten in Sternform zu Boden gedrückt sind.

Ob diese Pflanze wohl immer so auf dem Boden liegt?

Später wird mir klar, dass es sich bei dieser Pflanze wohl um den Alpen-Süssklee handelt. Dieser wächst normalerweise aufrecht.

Ob ihn wohl der Schnee flachgedrückt hat?

Wie lange ist der Schnee hier wohl erst abgetaut? Auf den oberen Hängen sieht man noch jede Menge Schneestellen.

 

Zu den Seiten 1 - 2 - 3 - 4 - 5 Weiter > >


Home Up