Kräuter-Wanderung: 18.6.2008:
Walliser Levkojen im Binntal

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Schliesslich entdecke ich noch mehrere Walliser Levkojen, direkt am Abgrund.

Ich bin froh, dass ich noch welche finde, denn ich hatte schon befürchtet, dass die am Schluchteingang die einzige weit und breit sein könnte.

Ob die Walliser Levkoje eine Heilpflanze ist, konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen.

Ihre Verwandte, die Garten-Levkoje kann man gegen Magenbeschwerden und zur allgemeinen Stärkung einsetzen.

Aber die Anwendung der Walliser Levkoje als Heilpflanze verbietet sich von selbst.

Eine derart seltene Pflanze sollte man nicht benutzen, sondern nur bewundern.

Ihr Anblick löst Freude aus und Freude kann mehr Heilung bringen als viele Magenmittel zusammengenommen.

Weil ich mich so sehr über diese seltene Pflanze freue, hier noch ein weiteres Bild der Walliser Levkoje.

Auf botanisch heisst sie übrigens Matthiola valesiaca.

Sie bevorzugt stark kalkhaltige Standorte.

Daraus kann man schliessen, dass der Boden hier sehr kalkreich ist.

Teilweise wächst die Walliser Levkoje direkt auf den Felsen.

Man sieht gar keinen Boden, von dem sie sich nähren könnte.

Vermutlich krallt sie sich in den schmalen Ritzen fest und trinkt das Wasser, dass hier überall rinnt und tropft.

In einem Taleinschnitt steht ein geschwungenes Holzgebilde, das sich Seelenvogel nennt.

Er sieht aus, als wollte er sich gleich in die Lüfte schwingen.

In der Ferne erscheint ein spitzer Berggipfel, der mich an das Matterhorn erinnert.

Aber natürlich ist das nicht das Matterhorn, denn das ist eine ganze Ecke weiter weg.

Der hiesige hornartige Berggipfel begleitet mich auf der weiteren Wanderung und wird immer imposanter.

Mal wieder habe ich Glück mit einem Schmetterling, der sich gerade etwas ausruht.

Der Schmetterling freut sich bestimmt, dass es nach der Regenphase endlich warm und sonnig geworden ist.

Eine einzelne Blüte sieht anders aus als alle anderen Blüten weit und breit.

Es handelt sich um die Blüte eines Fettkrautes.

In den Alpen ist das Fettkraut nicht wirklich selten, aber für mich ist die Pflanze eine Neuigkeit.

Schliesslich entdecke ich einen alten Bekannten aus dem Kaiserstuhl:

Ein Helmknabenkraut steht hier und blüht in aller Pracht.

Diese Gegend ist sehr reich an Orchideen, finde ich.

Auch das Salomonssiegel, das ich etwas später finde, kommt auch in der Heimat vor.

Hier wirkt es jedoch besonders frisch und saftig.

Schliesslich komme ich zum Ende der Schlucht und an einen Stausee.

Obwohl ich auf der kurzen Strecke schon stundenlang unterwegs war, weil meine Kamera soviel zum Knipsen gefunden hat, bedauere ich es ein wenig, die magische Twingi-Sclhucht hinter mir zu lassen.

Der Stausee enthält gar kein Wasser, man sieht nur, wie zwei reissende Flüsse sich ihren Weg durch die Ablagerungen bahnen.

Hier teilt sich der Fluss und das Tal in zwei Arme.

Nach links geht das eigentlich Binntal und geradeaus geht es zum Heiligkreuz ins Lengtal.

Nach kurzer Zeit gelange ich auf eine offene Bergwiese.

Auch hier ist es sehr idyllisch, aber ich fühle mich nach der abenteuerlichen Schlucht wie in eine andere Welt versetzt.

Auf den Wiesen wächst reichlich der Alpen-Steinquendel, den ich schon vom Vortag kenne.
 

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