Kräuter-Wanderung: 19.6.2008:
Enzian am Aletschgletscher


Blauer Enzian Der Höhepunkt meiner Schweizreise ist ein Ausflug zum nahen Aletschgletscher, dem längsten Gletscher Europas.

Ich freue mich, dass ich ihn noch besuchen kann, solange es ihn noch gibt. Wie auch die anderen Alpengletscher schrumpft der Aletschgletscher rapide.

Im Gletschergebiet wandere ich dann auch in erheblich grösserer Höhe als an den Vortagen, sodass ich auf eine ganz andere Pflanzenwelt hoffen darf.

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Mit der Seilbahn geht es hinauf bis zur Bettmeralp, das ist ein autofreier Ferienort, der vor allem im Winter beliebt ist, aber auch im Sommer viel zu bieten hat.

Jetzt tummeln sich hier jede Menge Wanderer, den Bergluft und Aletschgletscher locken.

Nur wenige hundert Meter hinter der Seilbahnstation entecke ich Edelweiss.

Dieses Edelweiss wächst jedoch im Blumenkasten und ist eine Ziervariante des extrem seltenen Edelweisses, das Manche in den hohen Bergen finden mögen.

Ich freue mich auch über dieses Blumenkasten-Edelweiss, denn eine Hoffnung auf das wilde Edelweiss habe ich eigentlich nicht.

Von der Dorfstrasse aus sieht man das Bettmerhorn.

Es sieht ganz spitz und spektakulär aus.

Von der Ferienwohnung in Ernen aus kann man es auch sehen, aber dort sieht man, dass das Bettmerhorn ein langgezogener Rücken ist. Ausserdem ist das Bettmerhorn deutlich niedriger als das nahe Eggishorn, das sich unmittelbar dahinter befindet.

Aber das mindert die Freude beim Anblick nicht. Ich wundere mich jedoch, wie unterschiedlich etwas aussehen kann, je nachdem von wo aus man hinschaut.

Der Blick über das Wallis ist beeindruckend.

So stellt man sich die Schweiz vor, wenn man an sie denkt.

Auf einer Wiese kurz hinter dem Ort entdecke ich schon den ersten blauen Enzian.

Was heisst den ersten Enzian?

Es sind gleich ganze Massen von Enzian.

Soviel blauen Enzian habe ich noch nie auf einem Fleck gesehen.

Die Enzianblüten sind leuchtend blau und sehen genauso aus wie auf einschlägigen Kitschpostkarten.

Als Kontrast zu dem kräftigen Blau gibt es auch einige gelbe Blütenpflanzen.

Hier sieht man die Berg-Nelkenwurz, zumindest vermute ich, dass es sich um diese Pflanzenart handelt.

Ein Stück weiter wachsen sogar Orchideen.

Die gelbe Farbe macht die Bestimmung relativ einfach.

Es handelt sich um ein Holunder-Knabenkraut - wahrscheinlich.

In der Nachbarschaft blüht auch noch die rötliche Variante des Holunder-Knabenkrautes.

Ich bin begeistert, mit welch schöner Pflanzenfülle ich hier gleich beglückt werde.

Stellenweise blüht der Enzian hier dicht an dicht.

Ich kann es kaum fassen und würde am liebsten stundenlang hier verweilen.

Doch der Berg ruft. Wer weiss, was es hier noch alles zu entdecken gibt?

Nach kurzer Zeit erreiche ich den Bettmer-See, einen kleinen Kar-See, der einst aus einem Gletscher entstanden ist.

Im Reiseführer steht, dass man hier baden kann, daher habe ich den Badeanzug dabei.

Von Badenden ist jedoch nichts zu sehen. Vermutlich ist er dem normalen Badegast noch deutlich zu kalt.

Mich kann die kühle Wassertemperatur jedoch nicht schrecken und ich schwimme eine kleine Runde. Das Wasser ist wunderbar erfrischend.

 

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