Kräuter-Wanderung: 29.6.2012:
Wandertage im Wallis

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Am nächsten Tag scheint die Sonne endlich wieder. Wir fahren mit Seilbahn, Zug und Bus ins Binntal, um die dortige Pflanzenfülle zu erkunden.

Wie schon vier Jahr zuvor begrüßt uns auf dem Wanderweg zum Binntal gleich die Walliser Levkoje, eine sehr seltene Pflanze, die fast nur hier vorkommt.

Neben unserem Weg geht es steil nach unten in eine Schlucht, durch die der Bergbach rauscht.

An einigen Stellen liegt hier sogar noch dicker Schnee am Bachbett, vermutlich, weil die Sonne immer nur kurz am Tag in die tiefe Schlucht hinein scheint.

Etwas weiter entdecke ich eine Trichterlilie, auch eine seltene Rarität.

Es ist jedoch nur ein vereinzeltes Exemplar, nicht wie letztes Mal eine ganze Wiese voller Lilien.

Der Alpen-Steinquendel sieht sehr hübsch aus.

Seine Blüten sind viel größer als die Quendelblüten der Ebene.

Auch die Akelei wächst hier gerne und viel.

Dies ist eine "schwarze" Akelei, die aber eher dunkelrot aussieht.

Das gelbe Sonnenröschen macht seinem Namen alle Ehre.
Neben all den besonderen Alpenpflanzen gibt es auch einige Pflanzen, die mir von Kaiserstuhl und Schwarzwald sehr vertraut sind:

Hier zum Beispiel die Teufelskralle mit ihren lustig gebogenen Blütenblättern.

Auch Orchideen lieben den Wanderweg zum Binntal, hier ein besonders schönes geflecktes Knabenkraut.

An einigen Stellen stehen die Orchideen hier in großen Gruppen zusammen, so wie andernorts der Löwenzahn.

Diese interessante Blüte gehört zur rundblättrigen Hauhechel.

Die Gesamt-Pflanze wirkt völlig anders als die heimische dornige Hauhechel, abgesehen von Form und Farbe der Blüten.

Der Wundklee sieht hier besonders üppig aus.

Obwohl er dem heimischen Wundklee sehr ähnelt, ist es aber wohl der Alpen-Wundklee, eine besondere Art.

Den ganzen Weg über sehen wir in der Ferne vor uns einen spitzen Berggipfel aufragen.

Nicht nur, dass ich keine Ahnung habe, wie dieser markante Gipfel heißt, es ist auch gar nicht so einfach, es herauszufinden.

Wenn der gleiche Gipfel im Schwarzwald stünde, wäre er eine Sensation und hier ist er nahezu unbekannt, außer vielleicht bei Bergsteigern.

Selbst nach ausgiebigem Karten- und Google-Earth-Studium bin ich mir noch nicht sicher, wie der Berg heißt. Vielleicht sind es sogar zwei verschiedene, die sich ähnlich sehen: Auf dem ersten Teilstück der Scherbadung (3.210 m) und später das Helsenhorn (3.272 m).

Dann kommen wir zu einer sehr hübsch, aber kleinen botanischen Rarität: das Fettkraut.

Mit seinen hellgrünen, klebrigen Blättern fängt es Insekten, was es zu einer fleischfressenden Pflanze macht.

Auffällig ist auch seine violette Blüte, die wie ein geöffnetes Maul wirkt. Diese Blüte ist jedoch harmlos, dafür umso seltener zu sehen.

Etwas weiter wächst noch eine andere Orchideen-Art: das breitblättrige Knabenkraut.

Es fällt vor allem durch seine kräftig pinke Farbe auf.

Trotz all der Exotenpflanzen hier, ist der schnöde Wiesensalbei dennoch eine echte Prachtpflanze.

Er sieht genau so aus wie zuhause und ist vielleicht auch tatsächlich die gleiche Art.

Nach einer Weile kommen wir zu einem Stausee.

Hier könnten wir ins Seitental direkt zum Ort Binn gehen, wenn wir wollten.

Stattdessen folgen wir jedoch dem Tal weiter bis zum Heiligkreuz.

Beim Stausee stehen einige bemerkenswert urige Häuser.

Das kleinere ist oder war wohl ein Getreidespeicher, denn er steht auf Pfosten mit Steinplatten, die vor Mäusen und Ratten schützen sollen. Viele alte Häuser wurden hier so gebaut.

Hier blüht der Baldrian am Wegrand.

Er sieht ganz frisch aus - zuhause ist er schon weitgehend verblüht.

Auf einer Bergwiese wächst eine bemerkenswert schöne Kratzdistel.

Die meisten Pflanzen sehen hier aus wie frisch geputzt und fein gemacht fürs Bilderbuch. Da lacht das Fotografenherz.

Inzwischen sind wir dem Bach viel dichter gekommen.

Er ist ein kräftig rauschender Bergbach, dem man die Kühle direkt ansehen kann.

Ein wenig bin ich ja verlockt, mir in den kühlen Fluten eine Erfrischung zu holen, denn der Tag ist sehr heiß geworden, doch dann ist es mir doch zu riskant, dort hinunter zu klettern und mich der Strömung auszusetzen. Früher hätte mich das nicht abgeschreckt, aber mit den Jahren wird man offenbar immer vorsichtiger - zumindest gilt das für mich.

Eine vereinzelte Alpen-Aster wächst am Weg, ziemlich nieder gedrückt, als hätte vor kurzem noch der Schnee auf ihr gelastet.
Die Busch-Nelke sieht ganz ähnlich aus wie bei uns die Karthäuser-Nelke.

Das gleiche intensive Magenta und die zauseligen Blütenränder.

An einer halbschattigen Stelle wächst ein Weidenröschen.

Welche Art der Weidenröschen es genau ist, konnte ich leider nicht herausfinden.

Es ähnelt am ehesten unserem kleinen Weidenröschen, doch bei den vielen Spezialarten hier in Alpen bin ich diesbezüglich etwas vorsichtig geworden.

Der Weiße Germer ist hingegen unverkennbar.

Diese giftige Pflanze ist eine typische Alpenpflanze.

Auf dem Rückweg können wir zwischen den Berghängen die Gipfel unserer Feriengegend sehen.

Bei diesen Bergen habe ich kaum Schwierigkeiten mit der Bestimmung, weil ich sie kenne:

Ganz rechts ist das Eggishorn,, mit 2.922 m Höhe der höchste Berg der Kette. Der schneebedeckte Gipfel ganz links gehört nicht dazu, denn der ist hinter dem Aletschgletscher - das Aletschhorn und über 4.000 Meter hoch. Davor die bräunliche, flache Spitze ist das Bettmerhorn, sozusagen unser Hausberg. Aus dieser Sicht hat er den Namen "Horn" eigentlich nicht verdient, denn er erhebt sich nur schwach über die Umgebung. Von unserem Ferienhaus aus, sieht er jedoch sehr hornartig aus, wohl weil man ihn von der Schmalseite sieht.

Um den Bus noch zu erreichen, müssen wir uns sputen.

Daher gibt es von Binn nur ein schnelles Bild, fast im Rennen fotografiert.

Diese Hütten sind typisch für Binn und auch die geschnitzte Sonne. Im Ort gibt es einen Holzschnitzer, der solche Sonnen und urige Masken schnitzt.

Am Abend übe ich Fotos vom Nachthimmel zu machen, mit besonders langer Belichtungszeit.

Zwar bin ich noch weit entfernt von Perfektion, aber mir gefallen die Sterne sehr gut und ich bin auch erstaunt, wie hell man die Berge sehen kann mit der langen Belichtung.

Für das Auge sieht es zu diesem Zeitpunkt viel dunkler aus, man kann nur die Sterne sehen und die Berge bestenfalls erahnen.

 

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