Kräuter-Wanderung: 12.10.2012: Pilzwanderungen im Belchengebiet


Steinpilz In einer nebelfeuchten Woche haben wir vier Tage im Belchengebiet verbracht. Heilpflanzen waren leider nicht mehr viele zu sehen, zumindest nicht im blühenden oder anderweitig hübschen Zustand.

Aber es gab jede Menge Pilze. Und weil ich mir dachte, dass Heilkräuter-Freunde bestimmt auch Interesse an Pilzen haben, folgt hier ein Bericht unserer Wanderungen in der pilzreichen Belchengegend.

Hinweis: Da ich seit vielen Jahren nicht mehr regelmäßig Pilze sammel, sind meine Pilzkenntnisse etwas eingerostet. Die exotischeren Pilzarten musste ich daher mithilfe eines Pilzbuches identifizieren, und bin mir teilweise nicht sicher, ob es mir tatsächlich gelungen ist. Die Pilzbestimmungen in diesem Bericht sollte man also nicht als zuverlässig betrachten, sondern eher als Pilz-Impressionen.

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Belchenhotel Als Unterkunft haben wir das Belchenhotel ausgewählt. Von außen sieht es nicht sehr beeindruckend aus, aber innen ist es sehr angenehm, vor allem der Wellnessbereich macht Spaß und die Küche ist superlecker.

Belchen-Seilbahn Hinzu kommt natürlich die tolle Lage bei der Talstation der Belchen-Seilbahn.

Von hier aus ist es nur ein etwas steilerer Spaziergang auf den Belchengipfel und wer fußlahm ist, kann auch mit der Seilbahn bis fast zum Gipfel fahren.

Wir wandern an unserem ersten Tag den üblichen Serpentinen-Weg auf den Gipfel. Das sind etwa 2,5 km (5 km Hin- und zurück) und 300 Höhenmeter.

Fliegenpilz

Fliegenpilz

Giftig

Schon nach wenigen Metern entdecken wir die ersten Fliegenpilze.

Wie aus einem Märchenbuch sieht er aus, dieser Pilz, nur leider etwas angeknabbert.

Parasol

Parasol-Pilz

Essbar

In der Nähe stehen auch zwei junge Parasol-Pilze, die aufgrund ihrer Jugend ungewohnt aussehen.

Ihrem zweiten Namen "Schirmpilz" werden sie in diesem eng geschlossenen Jugendstadium noch nicht gerecht.

Zunderschwamm

Zunderschwamm

Ungenießbar

An einem Baumstumpf wachsen mehrere Zunderschwämme. Die jungen sind weißlich, die älteren eher grau.

Zwar kann man den Zunderschwamm nicht essen, aber er ist sehr nützlich, wenn man ein Feuer anzünden will.

Von diesem Pilz stamm auch die Redewendung "etwas brennt wie Zunder".

Gifthäubling

Gifthäubling

Giftig

Am Boden wachsen auf Holzspänen zahlreiche Gifthäublinge. Zumindest vermute ich, dass es sich bei diesen Pilzen um Gifthäublinge handelt.

Von diesen Pilzen sollte man Abstand halten, denn sie können tödlich giftig sein. Sie enthalten das gleiche Gift wie der Knollenblätterpilz (Gift: Amanitin).

Schönfussröhrling

Schönfußröhrling

Leicht giftig und bitter

Ob es sich bei diesem Pilz tatsächlich um einen Schönfußröhrling handelt, weiß ich leider nicht genau. Aber diese Pilzart schien mir am ähnlichsten zu dem Pilz.

Das der Schönfußröhrling leicht giftig ist, sollte man von diesem Pilz besser die Finger lassen, auch wenn er lecker aussieht.

Reizker

Fichten-Reizker

Essbar, aber bitter

Vermutlich handelt es sich bei diesem trichterartigen Pilz um einen Reizker. Da hier überall Fichten wachsen, wird es wohl ein Fichtenreizker sein, auch Fichten-Blut-Reizker genannt.

Diese Reizker-Art gilt geschmacklich als unerfreulich. Die meisten Menschen finden ihn bitter und essen ihn nur ungern. Darin unterscheidet er sich vom Kiefern-Reizker, der paniert und gebrachten sehr lecker schmeckt.

So angeknabbert wie dieser Pilz hier aussieht, wäre er aber sowieso kein Gaumenschmaus.

Fliegenpilz

Fliegenpilz

Giftig

Hier ein besonderes Exemplar von Fliegenpilz, denn die weißen Flocken sind fast vollständig verschwunden. Er sieht daher recht untypisch aus.

Aber mit seiner kräftigen roten Farbe zeigt er dennoch ziemlich deutlich, was für ein Pilz er ist, auch wenn es noch ein paar andere rote Pilzarten gibt, z.B. den Apfeltäubling, der ein sehr guter Speisepilz ist. Sein Rot ist aber meistens etwas anders als das Rot vom Fliegenpilz.

Fliegenpilz

Fliegenpilz

Giftig

Schon wieder ein Fliegenpilz, diesmal schön wie gemalt.

Die Zahl der Fliegenpilze ist hier enorm. Alle paar Meter stößt man auf diese besonderen Pilze.

Belchenhaus Nach einer Weile kommen wir zum Belchenhaus, das dem Belchengipfel schon sehr nahe ist.

Von hier aus geht es in einem Rundweg auf den Gipfel.

Alpenblick Auf dem Weg zum Gipfel öffnen sich plötzlich die Wolken ein Stückchen und geben den Blick auf die Alpen frei.

Ganz deutlich kann man die schroffen Viertausender in dem Spalt zwischen den Wolkenschichten erkennen.

Sie wirken wie zum Greifen nah, dabei sind sie etwa 150 km entfernt.

Baum Beim Abstieg vom Belchen kommen wir an einem bizarren Baum vorbei, der einem Gruselfilm entsprungen scheint.
Felsen Unser Weg nach unten führt teilweise durch den Wald und hier kommen wir an schönen, moosbewachsenen Felsen vorbei.
Hallimasch

Hallimasch

Essbar (gekocht)

An einem Baumstumpf rankt sich eine Großfamilie Hallimasch empor.

Diese Pilzart ist gekocht zwar essbar, wird aber nicht von Allen vertragen. Er gilt als nicht sehr wertvoller Speisepilz.

Sein Vorteil ist jedoch, dass er mancherorts in riesigen Mengen vorkommt, sodass man auch größere Gruppen damit bekochen kann.

Bartflechte Von vielen Bäumen hier hängt die Bartflechte, auch Baumbart genannt.

An diesen und anderen Flechten kann man erkennen, dass es hier in der Gegend häufig feucht und neblig ist.

Herbstwald Der Herbstwald leuchtet in prächtigen Farben, die man leider kaum mit einem Foto einfangen kann.
Baumschnitzerei Kurz bevor wir wieder zurück beim Hotel sind, kommen wir bei der Talstation an einer Gruppe von geschnitzten Baumstümpfen vorbei, die teilweise Tiere darstellen.

Am lustigsten finden wir den rufenden Waldschrat, der so richtig erschorcken aussieht.

Sauna Nach der Wanderung genießen wir die Sauna und das Schwimmbad im Hotel.

Eine heiße Sauna ist genau das Richtige nach einer Wanderung im feuchtkühlen Herbst.

Nebelwald Von der Sauna-Terasse aus kann man sehen, wie der Nebel immer näher kriecht.

Da ist es umso gemütlicher, eine warme Stube als Rückzugsort zu haben.

 

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