Feuerschäden 2012 auf La Gomera

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Im August 2012 gab es umfangreiche Waldbrände auf La Gomera.

Nachdem im Winter zuvor der Regen ausgefallen war, litt die gesamte Insel schon im Frühjahr 2012 unter ausgeprägter Trockenheit. Schon zu dieser Zeit befürchteten viele Gomera-Bewohner Waldbrände im Sommer, denn die Sommer sind hier besonders trocken.

Schließlich kam es dann auch zu den befürchteten Bränden.

Zuerst brannte es Anfang August etliche Tage auf der Hochebene im Bereich des südlichen Nationalparks in der Nähe von Chipude und El Cercado. Das Feuer fraß sich auch in einen Teil des Nationalparks hinein und verwüstete auch die Umgebung rund um den höchsten Berg Garajonay.

Die Orte Chipude, El Cercado, Igualero und andere blieben glücklicherweise weitgehend von Feuerschäden verschont.

In der Nacht vom 12.8. auf den 13.8. raste das Feuer schließlich durch den Barranco de Agua von Las Hayas aus kommend durch das obere Valle Gran Rey. Menschen wurden dabei nicht getötet oder verletzt, weil zuvor eine Evakuierung über das Meer vonstatten gegangen war. Aber einige Häuser wurden teilweise vollständig zerstört, vor allem im Künstlerviertel El Guro.

Insgesamt wurde etwa 10% der Fläche Gomeras verbrannt und 30% des Nationalparks.

Da es jedoch sehr viele völlig unzugängliche Gebiete auf Gomera gibt, die nicht vom Brand betroffen sind, fühlt es sich an, als sei ein deutlich größerer Teil der Insel Opfer der Brände geworden. Speziell das Gebiet rund um den Garajonay war bislang eine sehr beliebte Wandergegend. Jetzt sieht es dort traurig und schwarz aus.

Wir hatten das Glück nach einer Phase von starken Regenfällen Anfang November 2012 auf Gomera zu sein.

Durch die neue Feuchtigkeit hat die Natur die Chance, wieder neu zu sprießen, was man an vielen Stellen auch deutlich sehen kann. Andere Stellen sind jedoch so stark verbrannt, dass man auch nach zwei Wochen mit häufigem Regen noch kaum ein grünes Blatt erspähen kann.

Die Natur auf den Kanarischen Inseln ist jedoch an Brände gewöhnt, sodass sie sich bestimmt von den starken Bränden erholen wird. Die Frage ist nur, wann das der Fall sein wird.

Nachfolgend einige Impressionen der Brandschäden, wie wir sie im November 2012 sehen konnten:

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Im Valle Gran Rey ist vor allem der obere Barranco-Grund vom Feuer betroffen.

Hier sind viele Palmen geschwärzt und teilweise auch abgestorben.

Andere Palmen treiben schon wieder fleißig aus.

Das Schilf, das sich im ganzen Barranco breit gemacht hat und im August extrem trocken war, hat den schnellen Feuersturm begünstigt und ist jetzt wieder zügig nachgewachsen, als wäre nichts geschehen. Immerhin ist es jetzt wieder schön saftig grün.

Hier ein Blick auf El Guro, den Ortsteil, der vom Feuer am stärksten betroffen war.

Hier sind etliche Häuser vollständig zerstört worden.

Hier sieht man einen Hang bei Las Hayas, der ausgiebig verbrannt wurde.

Im Hintergrund ein stark verbrannter Hang, bei El Cercado.

Im Vordergrund sieht man einen grünen Hang, der nicht vom Feuer betroffen war.

So sehen die verbrannten Sträucher aus, an denen man beim Wandern hinter El Cercado vorbeikommt.
Wo die schwarze Rinde abgeplatzt ist, sieht man normal gefärbtes Holz.

Aber ob dieses Holz noch lebendig ist?

Oder wurde es in der Rinde totgeschmort?

Inmitten der toten Sträucher treibt eine Weinpflanze aus.

Auch kleine Grünpflanzen kann man sprießen sehen.

Auch im Nationalpark zwischen El Cercado und Laguna Grande sind große Teile des Waldes schwarz in schwarz.

Immernoch riecht es nach altem Feuer, in etwa wie ein kalter Holzofen.

Hier sieht man einige verbrannte, dicke Baumstämme.

Ob die schon vor dem Feuer oder erst durch das Feuer umgehauen wurden, konnte ich leider nicht nachvollziehen.

Die Wege sind durch den Regen sehr matschig und haben ihm mangels Pflanzenbewuchs auch nichts entgegenzusetzen.

Die Folge wird vermutlich eine starke Erosion sein.

Hier sprießen junge Farnpflanzen neben krakelig in den Himmel ragenden Feueropfern.
Noch ein Bild vom Feuerwald.

Inzwischen nähern wir uns dem Garajonay.

Das, was hier wie Rauchschwaden aussieht, ist eigentlich Nebel beziehungsweise Wolken, die über die verbrannten Hänge ziehen.

Da es aber immernoch verbrannt riecht, vermeint man Rauch zu sehen.

Hier ein Blick aus Garajonay-Nähe in Richtung Fortaleza - alles verbrannt.

Das helle Band, das sich durch die schwarzen Hügel zieht, ist die Straße.

Hier blickt man auf den Gipfel des Garajonays.

Der Garajonay-Gipfel selbst ist nicht verbrannt (also das Steinrondell usw.), aber die meisten Pflanzen drumherum sind Opfer der Flammen geworden.

Aber die Hoffnung ist nicht fern.

Aus den jungen, verbrannten Trieben des Gagelbaums sprießen neue Triebe aus.

Es macht Mut, diese kleinen grünen Zeichen des Lebens in dieser verbrannten Wüste zu sehen.

Besonders merkwürdig fand ich, dass das Feuer teilweise sehr selektiv wütete.

In manchen Ecken hat es an der Grundstücksgrenze halt gemacht.

Auf dem Bild sieht man einen Garten, der total verbrannt ist und rechts und links daneben sind die Gärten grün und saftig.

Ob es auf dem verbrannten Grundstück wohl besonders viele trockene Pflanzenteile gab?

Eines ist mir jedoch klar: Um in den vom Brand betroffenen Gebieten zu wandern, braucht man entweder starke Nerven oder ein sehr analytisches Interesse, sonst wird man vor lauter Entsetzen und Trostlosigkeit ganz niedergedrückt.

Es tröstet jedoch, wenn man wieder in Gegenden kommt, die vom Feuer verschont geblieben sind.

 

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