Kräuter-Wanderung: 28.2.2014:
Frühling auf Gran Canaria


Agave

Ende Februar waren wir auf Gran Canaria und haben nicht nur das schöne Wetter genossen, sondern auch mehrere botanische Gärten mit vielen subtropischen Pflanzen besucht.

Besonders interessant war es jedoch, die heimischen Pflanzen bei einer Wanderung in freier Wildbahn zu erleben.

Wie so oft auf den kanarischen Inseln sieht man zahlreiche Pflanzen, die unseren mitteleuropäischen Pflanzen ähnlich sehen. Aber wenn man genauer hinschaut, kann man erkennen, dass es ganz individuelle Pflanzen sind, die teilweise nur auf den kanarischen Inseln vorkommen. Sie sind also endemische Pflanzenarten.

Die genaue Artenbestimmung ist oft gar nicht so einfach und einige Pflanzen fehlen auch in meinem kanarischen Bestimmungsbuch. Meine Angaben zu den jeweiligen Pflanzenarten können also durchaus hier und da falsch sein, weil ich kein Spezialist für die kanarische Flora bin.

Zu den Seiten 1 - 2 - 3 Weiter > >

Chira-Stausee

Wir fahren über kurvige, enge Straßen zu einem Stausee im Landesinnern von Gran-Canaria.

Er heißt Chira-See und sieht auf Postkarten und Postern überaus idyllisch aus.

In der Realtität sind wir zunächst ziemlich enttäuscht, denn der See ist weit weg davon, voll zu sein, er sieht auch ziemlich trübe aus, außer an Stellen, an denen sich der Himmel spiegelt.

Aber das ist ja oft so, dass sich Postkarten und Realtität unterscheiden, und der niedrige Wasserstand spricht für einen trockenen Winter.

Distel

Am Seeufer sehe ich zuerst eine Distelart mit weißer Maserung in den Blättern.

Ich bin zunächst ganz aufgeregt, denn ich erhoffe mir, auf eine Mariendistel gestoßen zu sein.

Die habe ich bislang noch nie in Echt gesehen, und daher habe ich sie kürzlich gezeichnet.

Ein paar ergänzende Fotos von der Mariendistel würden mir aber sehr gut gefallen.

Distel

Die Blüten einer nicht weit entfernt stehenden Distel der gleichen Art, zeigen aber deutlich, dass es keine echte Mariendistel sein kann. Der Blütenboden hat viel zu viele Dornen und die Blüte sieht nicht dicht genug aus.

In meinem Bestimmungsbuch kann ich diese Distelart leider nicht identifizieren, daher bleibt sie für mich bis auf Weiteres die Distel, die keine Mariendistel ist.

Teline

Auf den Kanaren gibt es viele Ginsterarten und auf einige davon sind die jeweiligen Gegenden auch sehr stolz.

Diese gelbe Pflanze habe ich also in der Überzeugung fotografiert, einen speziellen Ginster vor mir zu haben.

Später stellt sich heraus: Verwandt ist diese Pflanze durchaus mit dem Ginster, aber sie nennt sich Teline, genauer gesagt "kleinblättrige Teline".

Chira-See

Inzwischen sind wir auf der Staumauer des Sees angekommen, und haben einen Blick über den See hinweg, auf das benachbarte kleine Dorf und die schroffen Berge dahinter.

Felsen

Zuerst geht unser Wanderweg an einem gemauerten Wasserkanal entlang.

Doch nach kurzer Zeit ist nicht mehr so klar, wo es weiter geht. Markierungen sind nicht zu sehen.

Vor mir reckt sich ein Felsen in die Höhe, und ich frage mich, ob ich mich durch die Lücke quetschen oder den Felsen überklettern muss. Auf eine Klettertour bin ich eigentlich nicht vorbereitet.

Aber genauer Hinschauen hilft weiter, denn ein Stückchen weiter entdecke ich Steinmännchen und kann den Felsen weiträumig umgehen.

Kanaren-Lavendel

Weiter geht es zunächst über Stock und Stein auf einem nahezu weglosen Berghang.

Der Berg entschädigt aber mit vielen schönen Pflanzen.

Besonders häufig wächst hier eine Lavendel-Art, die gerade sehr schön blüht.

Es handelt sich um einen "Kanaren Lavendel", der nur auf den kanarischen Inseln wächst.

Aber er ist unserem klassischen Lavendel sehr ähnlich, bis auf die Blätter, die wir später noch zu sehen bekommen.

Affodil

Auch der Affodil liebt diese subtropischen Gegenden.

Zuletzt habe ich ihn auf Mallorca gesehen, wo er sich auch sehr wohl fühlt.

Auf dem Foto kann man nicht so richtig sehen, wie majestätisch sich der kerzenartige Blütenstand in die Höhe reckt.

Affodil-Blüte

Die einzelnen Blüten des Affodils sind sehr hübsch anzusehen, wenn man etwas näher kommt.

Sie gehören zu den nicht ganz so häufigen Pflanzen mit sechs Blütenblättern.

Bei den einkeimblättrigen Pflanzen, zu denen auch Lilien und die Zwiebel gehören, kommen Pflanzen mit drei oder sechs Blütenblätter öfter mal vor.

Seeblick

Von oben auf dem Berg angekommen, haben wir einen schönen Blick auf den See und die Landschaft.

Man kann aber auch deutlich erkennen, wie trübe das Wasser ist.

Wolfsmilch

Sehr verbreitet sind natürlich auch die Wolfsmilch-Gewächse, die so typisch für die Kanaren (und andere trockene Gegenden) sind.

Die genaue Art dieses Exemplares habe ich leider nicht herausgefunden, denn es gibt so zahlreiche Wolfsmilch-Arten, dass es recht verwirrend sein kann.

Dorfblick

Etwas weiter auf dem Weg haben wir noch einen besseren Blick auf das kleine Dorf.

Agave

Mitten in der Landschaft stehen Agaven mit ihren baumhohen Blütenständen.

Eigentlich kommen die Agaven ja aus Südamerika, aber sie haben sich auf den Kanaren sehr gut eingelebt.

Wolfsmilch

Hier sieht man noch eine Wolfsmilch, diesmal die ganze Pflanze.

Dieser Anblick ist besonders typisch auf allen trockenen Kanaren-Hängen.

 

Zu den Seiten 1 - 2 - 3 Weiter > >


Home Up