Schwedenkräuter


Schwedenkräuter, auch Schwedenbitter genannt, sind eine Art "Allheilmittel", die von Maria Treben allgemein bekannt gemacht worden sind.

Die typische Zubereitungsform ist es, die Kräutermischung fertig in der Apotheke oder beim Kräuterhändler zu beziehen und dann selbst in Alkohol anzusetzen. Für viele Kräuterinteressierte Menschen ist es die erste Tinktur, die sie zubereiten.

Grosser und Kleiner Schwedenbitter

Im Handel wird zwischen dem grossen und dem kleinen Schwedenbitter und einigen anderen Rezepten unterschieden. Maria Treben empfiehlt vor allem den kleinen Schwedenbitter, der dadurch auch besondere Beliebtheit erlangte. Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem kleinen und dem grossen Schwedenbitter ist die Tonerde und die Kieselerde, die im grossen Schwedenbitter enthalten sind. Auch die Mengen sind teilweise unterschiedlich und der grosse Schwedenbitter enthält noch zusätzliche Kräuter.

Manche der Schwedenkräuter-Rezepte enthalten grössere Mengen Aloe, Sennes und Rhabarber. Da diese Kräuter unter anderem abführend wirken, gelten Schwedenkräuter mit diesen Kräutern als Abführmittel und sind dadurch Apothekenpflichtig. Andere Rezepturen enthalten diese Kräuter nicht oder nur in geringer Dosis und sind dadurch frei verkäuflich.

Viele Menschen schwören auf den kleinen Schwedenbitter, weil dieser besser sein soll, kennen aber oft gar nicht die Wirkung der anderen Rezepte. Möglicherweise hängt die Bevorzugung des kleinen Schwedenbitters damit zusammen, dass Maria Treben vorwiegend diesen empfiehlt. Ich persönlich konnte bisher keinen wesentlichen Unterschied in der Wirksamkeit zwischen grossem und kleinem Schwedenbitter feststellen.



Herkunft

Das Rezept des kleinen Schwedenbitters stammt von einem schwedischen Arzt namens Dr. Claus Samst, der im 17. Jahrhundert lebte. Dieser Arzt wurde 104 Jahre alt und starb angeblich durch einen Reitunfall, denn trotz seines hohen Alters ritt er noch regelmässig. Seine gute Gesundheit soll er dem regelmässigen Genuss der Schwedenkräuter zu verdanken haben. Auch sein Zeitgenosse Dr. Urban Hjärne wird mit den Schwedenkräutern in Verbindung gebracht. Von ihm ist bekannt, dass er ein Anhänger des Paracelsus war und 83 Jahre alt wurde.

Maria Treben entdeckte das Rezept von Dr. Samst und machte es der ganzen Welt bekannt.

Die Ursprünge der Schwedenkräuter liegen aber wohl schon im Mittelalter. Damals war es üblich, nach schweren Mahlzeiten eingelegte oder kandierte Kräuter zu reichen, damit das schwere Essen besser verdaut werden konnte.

Paracelsus wird nachgesagt, dass er der eigentliche Urheber der Schwedenkräuter-Rezepte sei, die von den verdauungsfördernden Kräuterimbissen der Reichen inspiriert waren.

Anwendungen

Die Schwedenkräuter sollten nur verdünnt angewandt werden, denn pur wären sie zu stark und würden den Verdauungskanal oder die behandelten Hautstellen reizen.

Ob alle aufgeführten Anwengungsmöglichkeiten auch tatsächlich helfen, sei dahingestellt. Dies ist nur eine Auflistung einiger Anwendungen, die den Schwedenkräutern nachgesagt werden.

Äusserlich

Vor der Anwendung mit Schwedenkräutern sollte die betreffende Hautstelle zum Schutz gut eingefettet werden. Dazu eignet sich beispielsweise eine Ringelblumen-Salbe.

Anschliessend verdünnt man die Schwedenkräuter und tränkt ein Tuch damit. Dieses Tuch legt man als Umschlag auf die zu behandelnde Hautstelle.

Alternativ kann man die Schwedenkräuter nach dem Einfetten auch einfach einreiben. Das wirkt jedoch weniger stark als ein Umschlag, eignet sich jedoch auch für Stellen, wo Umschläge schlecht möglich sind.

Oder man bereitet sich eine Schwedenkräuter-Creme zu. Damit kann man die Schwedenkräuter bequem auftragen und nutzen. Die fettende Hautpflege ist in der Creme gleich mit enthalten.

Einsatzbereiche der Schwedenkräuter:

  • Verletzungen,
  • Wunden,
  • Brandwunden,
  • Narben,
  • Ausschläge,
  • Furunkel,
  • Akne,
  • Nagelbettentzündung,
  • Beulen,
  • Muskelzerrungen,
  • Verspannungen,
  • Kopfschmerzen,
  • Migräne,
  • Schwindel,
  • Rheuma,
  • Erfrierungen,
  • Hämorrhoiden,
  • Hühneraugen (unverdünnt aufpinseln)
  • Warzen (unverdünnt aufpinseln)

Innerlich

Nimm einen Teelöffel Schwedenkräuter und verdünne es mit einem Glas Wasser. Trinke das Schwedenkräutergetränk morgens und abends.

Einsatzbereiche:

  • Appetitlosigkeit,
  • Verdauuungsstörungen,
  • Magenkrämpfe,
  • Verstopfung,
  • Leber - und Gallenerkrankumgen,
  • Gelbsucht,
  • Grippe,
  • Fieber,
  • Halsschmerzen,
  • Kopfschmerzen,
  • Nierenerkrankungen,
  • Gicht,
  • Rheuma,
  • Neurodermitis,
  • Ödeme,
  • Menstruationskrämpfe,
  • Blutarmut,
  • Zuckerkrankheit,
  • Zahnschmerzen,
  • Mundentzündungen,
  • Schlaflosigkeit,
  • Abgespanntheit,

Zutaten

Kleiner Schwedenbitter

  • 10 gr Aloe (es kann auch Enzianwurzel oder Wermutpulver verwendet werden)
  • 5 gr Myrrhe
  • 0,2 gr Safran
  • 10 gr Sennesblätter
  • 10 gr Naturkampfer
  • 10 gr Zitwerwurzel
  • 10 gr Manna
  • 5 gr Eberwurzel
  • 10 gr Angelikawurzel
  • 10 gr Rhabarberwurzel
  • 10 gr Theriak venezian
  • 1,5 Liter Doppelkorn

Grosser Schwedenbitter

  • 26 g Wermut
  • 13 g Myrrhe
  • 1 g Safran
  • 2 g Sennesblätter
  • 2 g Kampfer echt
  • 9 g Zittwerwurzel
  • 4 g Eberwurz
  • 7 g Angelikawurzel
  • 18 g Rhabarber
  • 18 g Theriak venezian
  • 35 g Muskatnuss
  • 18 g Kalmus
  • 7 g Enzianwurzel
  • 5 g Lärchenschwamm
  • 2 g Tormentill
  • 2 g Bibergail
  • 2 g Muskatblüte
  • 5 g roter Ton
  • 7 g Kieselerde
  • 2,5 Liter Doppelkorn
Es gibt auch vielerlei andere Rezepturen.

Anleitung

Die Vorgehensweise bei der Zubereitung der Schwedenkräuter entspricht im Grossen und Ganzen der Zubereitung einer Tinktur.

  1. Füll die Kräutermischung in ein Glas.
  2. Es muss noch reichlich Platz bleiben, denn vom Volumen her braucht man viel mehr Korn als Kräuter.
  3. Fülle den Korn auf.
  4. Verschliesse das Glas und schüttel es.
  5. Beschrifte das Glas mit Inhalt und Datum.
  6. Stell es an eine warme Stelle.
  7. Lass die Mischung mindestens zwei Wochen lang ziehen und schüttel das Glas täglich.
  8. Wenn es soweit ist, stell ein Glas mit einem Kaffeefilter bereit. Auch ein Tuch oder ein normales Sieb sind zum Abfiltern geeignet.
  9. Giess den Schwedenkräuter-Alkohol durch den Kaffeefilter.
  10. Zum Abfüllen der fertigen Schwedenkräuter brauchst du dunkle Flaschen und am besten einen kleinen Trichter.
  11. Auch kleine Flaschen mit Schwedenkräutern sind günstig, denn dann kann man sie immer dabei haben, wenn man unterwegs ist.
  12. Füll die fertigen Schwedenkräuter in die Flaschen.
  13. Beschrifte die gefüllten Flaschen mit Inhalt und Datum

Man kann die gesamte Menge zubereiten oder auch nur einen Teil, wenn man auf absehbare Zeit die Schwedenkräuter nicht literweise braucht. Allerdings sind fertig angesetzte Schwedenkräuter lange haltbar.

Auf den nachfolgenden Bildern wird nur ein Teil des Rezeptes angesetzt.


Füll die Kräutermischung in ein Glas.

Es muss noch reichlich Platz bleiben, denn vom Volumen her braucht man viel mehr Korn als Kräuter.

Fülle den Korn auf.
Verschliesse das Glas und schüttel es.
Beschrifte das Glas mit Inhalt und Datum.

Stell es an eine warme Stelle.

Lass die Mischung mindestens zwei Wochen lang ziehen und schüttel das Glas täglich.

Wenn es soweit ist, stell ein Glas mit einem Kaffeefilter bereit. Auch ein Tuch oder ein normales Sieb sind zum Abfiltern geeignet.
Giess den Schwedenkräuter-Alkohol durch den Kaffeefilter.
Zum Abfüllen der fertigen Schwedenkräuter brauchst du dunkle Flaschen und am besten einen kleinen Trichter.

Auch kleine Flaschen mit Schwedenkräutern sind günstig, denn dann kann man sie immer dabei haben, wenn man unterwegs ist.

Füll die fertigen Schwedenkräuter in die Flaschen.
Beschrifte die gefüllten Flaschen mit Inhalt und Datum
 

Siehe auch:

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