Video: Bärlauch


  

Bärlauch In diesem Video stelle ich den Bärlauch vor.

Dauer: 11 Min 32 Sek


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Der Bärlauch ist eine Delikatesse für Knoblauch-Fans und eine wertvolle Heilpflanze.

Anders als die meisten anderen Heilpflanzen wird der Bärlauch nicht als Tee oder Tablette angewendet, sondern er wird gegessen. Am besten schmeckt er frisch. Darum ist die Zeit im März und April, wenn der Bärlauch wächst, die beste Zeit, um jede Menge Bärlauch-Gerichte zu essen.

Die Bärlauch-Blätter riechen stark nach Knoblauch. Sie schmecken leicht scharf und knoblauchartig, aber milder als Knoblauchzehen.

Der Bärlauch wirkt wie der Knoblauch reinigend auf die Blutgefäße. Dadurch kann er gegen Arteriosklerose helfen und infolgedessen gegen Schlaganfall und Herzinfarkt vorbeugen.

Auch gegen alltäglichere Folgen der Arteriosklerose kann der Bärlauch helfen, sei es der Bluthochdruck, die kalten Füsse oder Hände, schlechte Hautheilung durch Mangeldurchblutung, Kopfschmerzneigung, Schwindel, manche Gedächtnisstörungen, Schmerzen beim Gehen oder Leistungsschwäche.

Für den Genuss des Bärlauchs gibt es zahlreiche Rezepte, von einfach aufs Brot geschnitten, über Bärlauch-Quark bis hin zu raffinierten Gerichten. Auf meiner Webseite http://baerlauch.die-heilpflanze.de gibt es eine Sammlung von Bärlauch-Rezepten mit Fotoanleitungen.

Viel Spaß bei der Bärlauch-Ernte und

Guten Appetit!



Text im Video (Transscript)

Der Bärlauch:
eine Delikatesse für Knoblauch-Fans und eine wertvolle Heilpflanze.

Anders als die meisten anderen Heilpflanzen wird der Bärlauch nicht als Tee oder Tablette angewendet, sondern er wird gegessen. Am besten schmeckt er frisch.
Darum ist die Zeit im März und April, wenn der Bärlauch wächst, die beste Zeit, um jede Menge Bärlauch-Gerichte zu essen.

Der Bärlauch ist ein Verwandter des Knoblauchs und der Zwiebel.

Im Gegensatz zu diesen beiden Kulturpflanzen, die einst aus dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa gebracht wurden, ist der Bärlauch jedoch in Mitteleuropa heimisch und daher auch wild anzutreffen. Schon die alten Germanen kannten und liebten den Bärlauch.

Außer in Europa kommt der Bärlauch auch in Nordasien vor.

Damit sich der Bärlauch wohlfühlt, muss das Klima relativ mild sein, weshalb er ozeanische Klimazonen bevorzugt.

Man findet ihn in Auenwäldern, am liebsten unter Laubbäumen auf humusreichen, feuchten Böden.

Dort wo er wächst, kommt der Bärlauch meist in Massen vor. Er überwuchert dann gerne das ganze Gelände und hüllt das Waldstück in seinen intensiven Knoblauch-Duft. Daher kann man Bärlauchstellen meistens schon von weitem erahnen, zumindest wenn der Wind aus der Richtung des Bärlauchbestandes weht.

Je nach Gegend und Wetter beginnt der Bärlauch zwischen Anfang und Ende März aus dem Boden zu wachsen.
Erst sind es winzige kleine Blattspitzen, die bald zu länglichen Blättern mit etwa 25 cm Länge heranwachsen.
Jedes Bärlauchblatt hat einen eigenen Stängel.
Aus einer Bärlauch-Knolle wachsen jedoch mehrere Blätter, sodass die Bärlauch-Blätter meistens in Gruppen zusammenstehen.

Die Bärlauch-Blätter riechen stark nach Knoblauch.
Sie schmecken leicht scharf und knoblauchartig, aber milder als Knoblauchzehen.

Ab Ende März wachsen die Blütenstengel aus der Mitte der Bärlauch-Gruppe.
Zuerst sieht man längliche Knospen, die sich dann zu filigranen, weißen Blüten öffnen.

Die Knospen kann man essen und sogar wie Kapern einlegen.
Die Blüten schmecken nicht ganz so gut wie die Knospen, und leider bedeuten sie meistens auch das Ende der Bärlauch-Saison, denn sobald der Bärlauch blüht, werden die Blätter härter und weniger lecker.
Aber zu Beginn der Blüte findet man meistens noch viele schmackhafte Blätter und die Blüten kann man dann zur Verzierung nutzen.

Verwechslungsgefahr

In der Nähe des Bärlauchs findet man oft auch das Scharbockskraut, Maiglöckchen, Herbstzeitlose, vielblütige Weisswurze, Einbeeren, Aronstab und Märzenbecher.
Einige dieser Pflanzen sind giftig und können mit dem Bärlauch verwechselt werden.

Am leichtesten kann man den Bärlauch mit dem Maiglöckchen verwechseln.
Hier sieht man die Unterschiede:
Der Bärlauch wächst einzeln aus dem Boden, bildet aber Gruppen.
Beim Maiglöckchen wachsen immer zwei Blätter aus einem Stängel.

Wenn man Pech hat, wachsen Bärlauch und Maiglöckchen sogar an der gleichen Stelle.
Dann hilft auch der Knoblauch-Duft nicht bei der Unterscheidung,
denn alles riecht hier nach Knoblauch.

Wie der Bärlauch bildet auch das Maiglöckchen manchmal regelrechte Felder.
Wer den Bärlauch nicht gut kennt, kann solch ein Maiglöckchen-Feld durchaus für ein Bärlauch-Feld halten.

Maiglöckchen hat eine ähnliche Giftwirkung wie der Fingerhut; und zwar aufs Herz.
Zwar nicht ganz so stark, aber in größeren Mengen durchaus bedrohlich.
In der Praxis kommt es aber kaum zu gefährlichen Vergiftungen mit Maiglöckchen-Blättern, weil die Giftigkeit eher gering ist.

Ganz anders sieht das bei der Herbstzeitlosen aus.
Die Herbstzeitlose ist stark giftig; es besteht Lebensgefahr!
Jedes Jahr kommt es zu etlichen Vergiftungsfällen, weil der Bärlauch mit der Herbstzeitlose verwechselt wird.
Zum Teil enden diese Vergiftungen sogar tödlich.
Bei der Herbstzeitlosen wachsen mehrere Blätter aus einem Stengel.
Der Bärlauch-Kenner wird deutliche Unterschiede in der Blattform sehen, aber für den Neuling sehen die Blätter sehr ähnlich aus.

Auch von der Herbstzeitlosen gibt es manchmal regelrechte Felder, die man fälschlicherweise für Bärlauch-Felder halten könnte.

Die Verwechslungsgefahr mit der Weißwurz ist nicht ganz so groß,
aber im Eifer des Gefechtes kann es dennoch passieren.
Bei der Weißwurz wachsen die Blätter abwechselnd aus einem Stängel.
Die Weißwurz ist ähnlich giftig wie das Maiglöckchen.

Die Blattform des Aronstabes sieht eigentlich ganz anders aus als die Bärlauch-Blätter, aber sie wirken saftig grün und lecker.
Außerdem wachsen sie manchmal mitten im Bärlauchfeld, sodass man sie aus Versehen einsammeln könnte.
Schon bei winzigen Mengen gegessener Aronstab-Blätter brennt die Zunge, der Mundraum und der Rachen sehr unangenehm. Bei größeren Mengen kann es zu starken Verätzungen und Allgemeinsymptomen kommen.

Wie man sieht, muss man bei der Bärlauch-Ernte also genau hinschauen.
Wenn man den Bärlauch noch nicht kennt, nimmt man am besten jemanden mit, der sich damit auskennt.
Außerdem sollte man jedes Blatt kontrollieren, bevor man es zubereitet und isst.
Wenn man den Bärlauch erst einmal richtig kennt und aufmerksam bleibt, ist seine Ernte eigentlich ungefährlich.

Ernte

Für die Ernte sucht man sich eine Stelle, wo kaum Autos vorbeifahren, nur wenig Hunde ausgeführt werden und die auch kein Naturschutzgebiet ist.

Am besten ist es, wenn es einem gelingt, nur wenig Bärlauchpflanzen platt zu treten, was mitunter nicht einfach sein kann.

Von jeder Pflanzengruppe pflückt man am besten nur ein oder zwei Blätter, damit die Pflanze nicht unter der Ernte leidet.
Mein persönliches Ziel bei der Bärlauchernte ist immer, dass man es nicht sieht, wo ich geerntet habe.

In Kühlschrank bleiben die Bärlauchblätter etwa 3 Tage lang frisch.
Darum sollte man nur so viel sammeln, wie man in dieser Zeit verarbeiten und essen kann.

Wer keine Bärlauch-Felder in der Nähe hat, kann den Bärlauch im Frühling auch in den meisten Supermärkten kaufen.

Fuchsbandwurm

Beim Thema Ernte stellt sich auch die Frage nach dem Fuchsbandwurm.
Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit der Füchse, der durch Fuchskot verbreitet wird.
Der Bandwurm befällt unter anderem die Leber und kann tödliche Folgen haben.
Inzwischen kann man den Fuchsbandwurm zwar erfolgreich behandeln, aber es ist immer noch eine schwere Erkrankung.

Daher beachtet man beim Sammeln des Bärlauchs am besten ein paar Regeln, um keine befallenen Blätter zu erwischen.

Füchse hinterlassen ihren Kot am liebsten an Stellen, wo sie einen guten Überblick haben.

Folgende Stellen sollte man als Bärlauch-Sammelstellen also meiden:

Wegkreuzungen
Kuppen
Baumstümpfe
Felsen

Nach dem Sammeln hilft es, das Sammelgut sehr gründlich einzeln abzuwaschen und anschliessend durch Abreiben mit einem sauberen Papiertuch abzutrocknen.

Wer noch mehr über das Thema Bärlauch und der Fuchsbandwurm wissen will, kann auf meiner Webseite baerlauch.die-heilpflanze.de weitere Infos finden.

Heilwirkungen

Kommen wir zu einem erfreulicheren Thema, nämlich den Heilwirkungen des Bärlauchs.

In erster Linie wirkt er wie der Knoblauch reinigend auf die Blutgefäße.
Dadurch kann er gegen Arteriosklerose helfen und infolgedessen gegen Schlaganfall und Herzinfarkt vorbeugen.

Auch gegen alltäglichere Folgen der Arteriosklerose kann der Bärlauch helfen,
sei es der Bluthochdruck, die kalten Füsse oder Hände, schlechte Hautheilung durch Mangeldurchblutung, Kopfschmerzneigung, Schwindel, manche Gedächtnisstörungen, Schmerzen beim Gehen oder Leistungsschwäche.

Außerdem wirkt der Bärlauch stärkend auf den Stoffwechsel und die Verdauung.
Man kann ihn auch gegen Frühjahrsmüdigkeit anwenden.
Er soll sogar den Bären nach ihrem Winterschlaf auf die Beine helfen und ihnen neue Kraft geben.
Der Bärlauch verleiht also Bärenkräfte.

Anwendung

Die wichtigste Anwendungsweise des Bärlauchs ist das Essen der frischen Bärlauchblätter.

Getrocknet schmeckt Bärlauch nämlich eher strohig. Die besondere Bärlauch-Würze geht verloren.
Darum genießt man ihn am besten frisch.

Wenn man ein grosses Bärlauchgebiet in der Nähe hat, macht man im Frühjahr am besten eine einmonatige Bärlauch-Kur, bei der man täglich mindestens eine Handvoll Bärlauch isst.

Für den Genuss des Bärlauchs gibt es zahlreiche Rezepte, von einfach aufs Brot geschnitten, über Bärlauch-Quark bis hin zu raffinierten Gerichten.
Auf meiner Webseite baerlauch.die-heilpflanze.de gibt es eine Sammlung von Bärlauch-Rezepten mit Fotoanleitungen.

Mithilfe von Bärlauch-Pesto kann man den Bärlauch für ein bis zwei Monate haltbar machen.

Als Bereicherung der Frühjahrsküche ist der Bärlauch ein wohlschmeckender Gesundbrunnen.

Viel Spaß bei der Bärlauch-Ernte und

Guten Appetit!


Siehe auch:

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