Östrogen-Dominanz

  

Östrogendominanz ist möglicherweise die Hauptursache für das Prämenstruelle Sydrom (PMS) bei Frauen und für die meisten Beschwerden der frühen Wechseljahre.

Bei einer Östrogendominanz kommt es zu einem Ungleichgewicht der weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron, d.h. im Verhältnis zum Progesteron befindet sich zu viel Östrogen im Körper. Meistens entsteht eine Östrogendominanz durch einen Mangel an Progesteron, manchmal aber auch durch ein Zuviel an Östrogen.

Eine Östrogendominanz ist relativ häufig. Vor allem am Anfang der Wechseljahre ist sie geradezu der Normalzustand, denn die Progesteronproduktion lässt zuerst nach und die Östrogenproduktion erst ein paar Jahre später.


Buchtipp

Buch Östrogen-Dominanz

Über Östrogendominanz gibt es ein ganzes Buch, von der Autorin dieser Webseite.

In diesem Buch wird die Wirkungsweise der Hormone genau und leicht verständlich erklärt. Zur Behandlung der Östrogendominanz werden Methoden aus der Naturheilkunde und der Schulmedizin vorgestellt. Außerdem finden Sie hilfreiche Alltagstipps, die Ihre Östrogendominanz ausgleichen können.
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Symptome und Beschwerden bei Östrogendominanz

Östrogendominanz kann zu einer Vielzahl an Beschwerden führen. Nicht jede betroffene Frau hat all diese Symptome, oft bestehen auch nur einige dieser Beschwerden.

Typische Symptome bei Östrogendominanz sind:

  • Brustspannen (Mastopathie)
  • Geschwollene Füsse
  • Gewichtszunahme
  • Heißhunger auf Süsses
  • Hitzewallungen
  • Kopfschmerzen
  • Kurze Menstruationszyklen
  • Lange Menstruationsblutungen
  • Mangelnde Libido
  • Neigung zu Eierstockszysten
  • Reizbarkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Schwindelanfälle
  • Starke Menstruationsblutungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Trockene Schleimhäute
  • Unfruchtbarkeit
  • Wassereinlagerungen
  • Zyklusstörungen verschiedenster Art

Diese Beschwerden sind typisch für das Prämenstruelle Syndrom (PMS) und für die ersten Jahre der Wechseljahre.


Was ist Östrogen-Dominanz?

Relativ häufig wird in den Eierstöcken zu wenig Progesteron gebildet. Progesteron wird auch Gelbkörperhormon genannt, weil es vom Gelbkörper im Eierstock produziert wird.

Das Hormon Progesteron ist für die Fruchtbarkeit und den Zyklus genau so wichtig wie das bekanntere Hormon Östrogen. Die beiden Hormone wirken teilweise wie Gegenspieler. Beide müssen in einem bestimmten Verhältnis zueinander im Körper vorhanden sein, damit die Hormone miteinander in einem harmonischen Gleichgewicht sind.

Aber wenn es zu wenig Progesteron gibt, wirkt sich das Östrogen zu stark aus, es ist sozusagen dominant.

Das ist sogar dann der Fall, wenn eigentlich auch ein Mangel an Östrogen besteht, wie es in den Wechseljahren der Fall ist. Entscheidend ist in diesen Fällen, dass der Progesteronmangel noch stärker ist als der Östrogenmangel.

Der Körper verhält sich bei einem solchen Ungleichgewicht so, als wäre zuviel Östrogen vorhanden. Daher spricht man von Östrogen-Dominanz.


Verstärkende Faktoren der Östrogen-Dominanz

Häufig wird die Östrogen-Dominanz durch unsere moderne Lebensweise verstärkt.

In tierischen Lebensmitteln sind heutzutage oft Östrogene oder östrogenähnliche Hormone enthalten, weil Östrogene als Mastmittel verwendet werden.

In den frühen Wechseljahren werden oft östrogenhaltige Mittel oder Phytoöstrogene empfohlen, weil im Volksbewusstsein und auch in der Vorstellung vieler Ärzte nur der Östrogenmangel eine Rolle in den Wechseljahren spielt. Diese östrogenhaltigen Mittel können die Beschwerden der Östrogendominanz verstärken. Dabei spielt es keine Rolle, ob es natürliche Sojapräparate sind oder chemische Hormonpräparate.

Östrogene bzw. östrogenartige Substanzen können auch in Plastik enthalten sein und mancherorts sogar im Wasser.


In Deutschland kaum bekannt

In deutschsprachigen Ländern ist die Östrogendominanz bisher relativ unbekannt. Das liegt vermutlich daran, dass die Forschung und niedergelassene Frauenärzte häufig vor allem das Östrogen im Auge haben.

Das wichtige Hormon Progesteron wird oft bestenfalls im Zusammenhang mit der Schwangerschaft beachtet. Zu anderen Zeiten geht es normalerweise nur um Gestagene als Gegenspieler zum Östrogen, die jedoch in vielfacher Hinsicht eher dem Östrogen ähneln als dem Progesteron.

Daher werden hormonebedingte Probleme bei Frauen häufig wie ein Östrogenmangel behandelt, selbst wenn eine Östrogendominanz mit einem Progesteronmangel besteht. Das verschlimmert die Situation häufig anstatt zu helfen.

In den USA und Grossbritannien wird die Östrogendominanz inzwischen von vielen Ärzten erkannt. Auch unter den dortigen Frauen ist dieses Phänomen inzwischen sehr bekannt.


Östrogen-Dominanz bei Männern

Obwohl Östrogen-Dominanz vorwiegend eine Krankheit von Frauen ist, kann sie auch bei Männern auftreten.

Auch Männer haben eine gewisse Östrogen-Produktion in ihren Körpern, die normalerweise jedoch deutlich niedriger ist als bei Frauen.

Zu einer männlichen Östrogen-Dominanz kann es kommen, wenn der Testosteronspiegel zu niedrig ist, im Vergleich zur Östrogen-Produktion.

Auch eine vermehrte Aufnahme von pflanzlichen Östrogenen, z.B. durch Phytoöstrogene im Bier, kann zu einer männlichen Östrogendominanz führen.


Kräuter zur Behandlung der Östrogen-Dominanz

Bei einer leichten Östrogen-Dominanz kann man mit einer einfachen Kräuterbehandlung schon viel erreichen.

Die Kräuter, die sich zur Behandlung der Östrogendominanz eignen, werden Phytohormone genannt. Solche Heilpflanzen enthalten Substanzen, die körpereigenen Hormonen ähneln, in diesem Fall dem Progesteron, oder sie regen die körpereigene Progesteron-Produktion an.

Die wichtigsten Heilpflanzen gegen Östrogendominanz sind:

Diese Pflanzen enthalten zwar kein richtiges Progesteron, sondern nur Substanzen, die sich im Körper ähnlich wie Progesteron verhalten. Das hilft gegen Östrogendominanz aber ähnlich wie echtes Progesteron.


Medizinische Behandlung der Östrogendominanz

In stärkeren Fällen von Östrogendominanz kann man eine Hormonbehandlung mit Progesteron aus der Apotheke durchführen.

Am besten wirkt das sogenannte "natürliche" Progesteron, das chemisch genau so aufgebaut ist wie die körpereigene Progesteron. Ärzte verschreiben oft lieber Gestagene, die dem Progesteron zwar ähneln, aber ansonsten viele Östrogen-Eigenschaften haben und eine Östrogendominanz verschlimmern können.

Meistens wird Progesteron in Form einer Creme oder als Gel auf die Haut aufgetragen. So kann es über die Haut direkt in den Körper aufgenommen werden und muss nicht den Umweg über Magen und Darm gehen.


Tipps zur Behandlung der Östrogen-Dominanz

Die Lebensweise und Ernährung kann viel dazu beitragen, dass eine Östrogen-Dominanz besser wird:

  • Ernährung mit viel Obst und Gemüse
  • Ausreichend Wasser trinken
  • Viel Bewegung
  • Yoga