Bartflechte

(Usnea barbata)

  

Bartflechte

Die Bartflechte wächst an Bäumen. Es ist eine artenreiche Pflanzengattung von Flechten.

Die Bartflechten enthalten eine antibiotisch wirkende Substanz namens "Usninsäure".

Diese Substanz erklärt die Wirkung der Bartflechten gegen Erkältungen und Hautentzündungen.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Wundheilung,
Heilwirkung: antibakteriell,
antibiotisch,
antioxidativ,
antiparasitisch,
antispetisch,
antiviral,
fungizid (pilzhemmend),
immunstimulierend,
krebshemmend,
schmerzstillend,
Anwendungsbereiche: Candida,
Darmerkrankungen,
Ekzeme,
Erkältungen,
Grippale Infekte,
Hautentzündungen,
Hautpilze,
Herpes,
Krebs (unterstützend),
Mandelentzündungen,
Pfeiffersches Drüsenfieber,
Rachenentzündungen,
wissenschaftlicher Name: Usnea barbata, Usnea hirta, Usnea longissima
Pflanzenfamilie: Bartflechtengewächse = Parmeliaceae
Verwendete Pflanzenteile: Flechten
Inhaltsstoffe: Usninsäure


Anwendung

Bartflechte

Die Bartflechte kann als Tinktur, Tee oder Wundpulver angewendet werden. Die häufigste Art, die Bartflechte anzuwenden ist die Tinktur. Äußerlich wird sie zur Wundbehandlung gerne als Wundpulver verwendet.

Tinktur

Die Wirkstoffe der Bartflechte lösen sich am besten bei Hitze. Daher stellt man die Tinktur am besten als erhitzte Tinktur im Wasserbad her.

Um eine Bartflechten-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Bartflechte in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind. Dann stellt man das nur locker verschlossene Glas für 2 Stunden in ein heißes Wasserbad. Anschließend lässt man die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Man kann die verdünnte Tinktur auch äußerlich anwenden, z.B. für Umschläge oder Waschungen.

Tee

Bartflechten-Wirkstoffe lösen sich nicht sehr gut in Wasser. Dennoch kann man einen Bartflechten-Tee zubereiten, den man zur Stärkung des Immunsystems trinken kann.

Für einen Bartflechte-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Bartflechte mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn 20 Minuten lang ziehen.

Anschließend abseihen und den Bartflechtetee in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Bartflechte-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Bartflechten-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Wundpulver

Um ein Wundpulver herzustellen, wird die Bartflechte zuerst mit einem Mixer zerkleinert und dann mit einem Mörser pulverisiert.

Anschließend wird das Pulver durch ein feines Sieb gestrichen, um es so fein wie möglich zu machen.

Mit diesem Wundpulver kann man Wunden bestreuen.

Achtung Nebenwirkungen!

Bartflechte sollte nicht in der Schwangerschaft angewendet werden.

Bei manchen Menschen kann die Bartflechte zu einer Kontakt-Dermatitis führen.

Bartflechten, die in der Nähe von Straßen geerntet werden, können Schwermetalle enthalten.


Geschichte

Bartflechte

Bartflechten werden schon seit Menschengedenken als hochwirksame Heilpflanzen angewendet. Diese Anwendung ist nicht auf eine Weltregion begrenzt, sondern ist über die ganze Welt verteilt. In jeder Gegend werden bzw. wurden die jeweils heimischen Flechten zur Heilung verwendet.

Inzwischen sind die Bartflechten hierzulande ziemlich in Vergessenheit geraten.

Allerdings sind Bartflechten Hoffnungsträger in der Krebsbehandlung, weil sie tumorhemmende Wirkung haben. Daher können sie als Ergänzung zur Chemotherapie eingesetzt werden, natürlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt.

Je gravierender das Problem mit multiresistenten Keimen wird, desto eher werden die Bartflechten eine Renaissance erleben, denn sie haben starke Fähigkeiten zur Behandlung von Infektionskrankheiten aller Art, seien sie hervorgerufen durch Bakterien, Viren oder Pilze. Auch gegen etliche antibiotikaresistente Keime sind Bartflechten wirksam.



Pflanzenbeschreibung

Bartflechte

Bartflechten wachsen weltweit an Bäumen, vor allem in feuchten Gegenden. Es gibt zahlreiche Bartflechten-Arten, die nahezu alle als Heilpflanze wirksam sind.

Flechten sind ganzjährige Pflanzen. Sie sind normalerweise an einer Stelle des Baumes festgewachsen. Sie sind eine Symbiose zwischen Pilz und grüner Pflanze.

Ihre Zweige gehen vom Zentrum der Flechte aus und verzweigen sich vielfach.


Sammeltipps

Bartflechte

Man findet Bartflechten nahezu überall an Bäumen wachsen, vor allem an feuchten Stellen.

Die Bartflechten können ganzjährig gesammelt werden.

Achtung! Bartflechten sollten keinesfalls in der Nähe von Straßen gesammelt werden, weil sie sonst Schwermetalle enthalten könnten.