Taigawurzel / Eleutherococcus

  

Taigawurzel Die Taigawurzel ist eine stärkende Heilpflanze aus dem Osten Russlands. Nicht ohne Grund wird sie auch Sibirischer Ginseng genannt, denn sie sieht nicht nur ähnlich aus wie der chinesische Ginseng, sondern hat auch ähnliche kräftigende Wirkungen, obwohl die Wirkstoffe völlig andere sind.

Taigawurzel gehört zu den adaptogenen Heilpflanzen, das heißt sie stärkt ohne zu schädigen. Dadurch ist sie wunderbar geeignet, um nach schweren Krankheiten wieder zu neuer Kraft zu verhelfen, oder um im hohen Alter oder bei chronischen Krankheiten zu unterstützen. Mithilfe der Taigawurzel kann man auch das Immunsystem stärken, sodass man mit Infektionskrankheiten besser fertig wird.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Tonikum
Heilwirkung:
abwehrstärkend,
adaptogen,
adrenalin senkend,
anregend,
antioxidativ,
Blutdruck normalisierend,
harntreibend,
immunmodulierend,
tonisierend,
Anwendungsbereiche:
wissenschaftlicher Name: Acanthopanax senticosus, Eleutherococcus senticosus maxim
Pflanzenfamilie: Araliengewächse = Araliaceae
englischer Name: devil's bush, Siberian ginseng
andere Namen: Borstige Taigawurzel, Sibirischer Ginseng, Eleutherokokk, Teufelsbusch, Stachelpanax, Kraftwurz, Russischer Ginseng,
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Inhaltsstoffe: Eleutheroside, Triterpensaponine, Lignane, Einfache Phenylpropanderivate, Cumarinderivate, Isofraxidin, Sterole, ß-Sitosterolglucosid, Polysaccharide
Sammelzeit: Herbst


Anwendung

Taigawurzel

Die Taigawurzel kann man wahlweise als Tinktur oder als Kapseln anwenden.

Die häufigste Art, Taigawurzel anzuwenden ist hierzulande traditionell die Tinktur. Die Anwendung als Kapseln wird aber zunehmend beliebter, weil viele Heilpflanzen heutzutage gern als Kapseln eingenommen werden.

Tinktur

Um eine Taigawurzel-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Taigawurzel in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Kapseln

Die empfohlene Tagesdosis für das Pulver der Taigawurzel liegt bei 2 - 3 g täglich.

Wenn man Kapseln hat, die jeweils 500 mg enthalten, heißt das, dass man täglich 4 bis 6 Kapseln einnehmen sollte.

Die Kapseln nimmt man am besten über den Tag verteilt ein (2 - 3 Einnahmen täglich). Zum besseren Runterschlucken trinkt man dazu reichlich Flüssigkeit.



Wirkung

Taigawurzel gehört zu den Adaptogenen, zu denen auch der Ginseng, Ashwagandha und Amla gehören. Adaptogene Heilpflanzen, sind Heilpflanzen, die allgemein stärken ohne zu schaden.

Die Taigawurzel wurde von offiziellen Gremien für Phytotherapie wissenschaftlich untersucht, z.B. Kommision E und für wirksam erklärt.

Taigawurzel ist ein unspezifisches Reizmittel aufgrund ihrer verschiedenen Inhaltstoffe. Die Wirkung der Taigwaurzel ist ähnlich wie die des chinesischen Ginsengs, mit dem die Taigawurzel auch verwandt ist. Die jeweiligen Wirkstoffe sind jedoch sehr unterschiedlich und entsprechend auch die Wirkungsweisen.

Bei der Taigawurzel wurde beobachtet, dass die Anzahl und Aktivität der T-Lymphozyten erhöht wird. Dadurch wird das Immunsystem gestärkt, der Körper kann Infekte besser abwehren.

Empfohlen wird die Taigawurzel daher als Prophylaxe gegen Virusinfektionen.

Außerdem wird durch die Taigawurzel die Adrenalinausschüttung gesenkt. Das bedeutet, dass man die Taigawurzel gegen Unruhe und Nervosität anwenden kann. Sie wirkt den negativen Folgen von Stress entgegen.

Hervorzuheben ist auch die blutdruckregulierende Wirkung der Taigawurzel. Das bedeutet, dass niedriger Blutdruck gestärkt wird und hoher Blutdruck gesenkt. Allerdings sollte man die Taigawurzel nicht bei sehr hohem Blutdruck einsetzen.

Nebenwirkungen sind nicht bekannt

Hinweis!

Sicherheitshalber sollten Menschen mit sehr hohem Blutdruck, Herzinfarkt oder hohem Fieber keine Taigawurzel anwenden. Konkrete Probleme bei der Anwendung der Taigawurzel in diesen Fällen sind nicht bekannt, aber es wird offiziell empfohlen.



Anwendungsgebiete

Die Kommision E (des Bundesgesundheitsamtes und Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte = BfArM) empfiehlt die Taigawurzel bei Müdigkeit, Schwächegefühl, nachlassender Leistungsfähigkeit, Konzentrationsstörungen und in der Rekonvaleszenz. Die Taigawurzel ist also eine offiziell anerkannte Heilpflanze.

Auch die ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy) und die WHO empfehlen die Taigawurzel für die oben genannten Gesundheitsprobleme.

Aus diesen Einsatzempfehlungen ergibt sich, dass man die Taigawurzel auch unterstützend bei Burnout verwenden kann.

In der Volksheilkunde wird die Taigawurzel auch gegen rheumatische Gelenkentzündungen verwendet.

Auch gegen Magenbeschwerden soll die Taigawurzel helfen.



Geschichtliches

Die Taigawurzel ist in ihrer russischen Heimat schon lange als Heilpflanze bekannt.

Zur Olympiade in Moskau haben russische Sportler die Taigawurzel zur Stärkung eingenommen. Seither ist die Taigawurzel in ganz Russland sehr beliebt.

Inzwischen wird die Taigawurzel auch in Europa gerne als Heilpflanze verwendet.




Pflanzenbeschreibung

Taigawurzel

Taigawurzel ist in nördlichen Breiten heimisch.

Die mehrjährige, sommergrüne Pflanze wird meistens 3 bis 5 Meter hoch, manchmal auch bis zu 7 m. Sie ist ein kleiner Strauch, der häufig klettert.

Die Taigawurzel-Pflanzen sind kaum verzweigt und tragen Stacheln an ihren Stengeln. Daher kommt wohl auch der Name "Stachel-Panax".

Die ovalen Blätter sind meistens zu fünft gruppiert und sehen aus wie eine Hand. Die einzelnen Blätter sind etwas gezähnt und haben eine Spitze.

Die kleinen gelben Blüten sind kugelförmig angeordnet und sitzen auf kleinen Stengeln.

Aus den Blüten entwickeln sich schwarze, runde Früchte die dicht aneinander geschmiegt in Kugelform wachsen. Die Früchte erinnern an Efeu-Früchte, aber auch an die Früchte des Ginsengs. Daher heißt die Pflanze wohl Sibirischer Ginseng oder auch Panax, und auch, weil die Wirkung der Taigawurzel ähnlich wie die des Ginsengs ist. Immerhin gehören alle drei Pflanzen, Taigawurzel, Efeu und Ginseng zur Pflanzenfamilie der Araliengewächse.

Verbreitung / Vorkommen

Verbreitung der Taigawurzel

Die Taigawurzel ist im Nordosten Asiens heimisch. Das passt auch zum Namen "Sibirscher Ginseng".

Man findet die Taigawurzel in Sibirien, im Einzugsgebiet des Flusses Amur, im Nordosten Chinas, z.B. Mandschurei, Nordkorea und auf der japanischen Insel Hokkaido.



Sammeltipps

Da die Taigwaurzel in Mitteleuropa nicht heimisch ist, kann man sie hierzulande normalerweise nicht sammeln oder ernten. Nur wenn man Taigwurzeln im Garten angebaut hat, ist eine Ernte möglich.

Im Herbst werden die Wurzeln ausgewachsener Pflanzen ausgegraben. Anschließend werden die Wurzeln gereinigt und an der Luft getrocknet.