Pfeffer

  

Pfeffer

Pfeffer ist das bekannteste und beliebteste exotische Gewürz.

Früher wurde Pfeffer sogar in Gold aufgewogen, so wertvoll war er.

Der Pfeffer schmeckt nicht nur scharf würzig, sondern er regt auch die Verdauung an, was ihn zu einer Heilpflanze macht. Außerdem wirkt der Pfeffer antibiotisch und verstärkt die Wirkung von anderen Heilpflanzen.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Verdauungsschwäche,
Heilwirkung: abwehrsteigernd,
antibakteriell,
antibiotisch,
antioxidativ,
appetitanregend,
blutzuckersenkend,
gefäßerweiternd,
krampflösend,
leberschützend,
schmerzstillend,
stoffwechselfördernd,
tumorhemmend,
verdauungsfördernd,
Anwendungsbereiche: Abwehrschwäche,
Durchfall,
Erhöhte Blutfettwerte,
Fieber,
Halsentzündung,
Immunschwäche,
Magenschwäche,
wissenschaftlicher Name: Piper nigrum
Pflanzenfamilie: Pfeffergewächse = Piperaceae
englischer Name: Pepper
Verwendete Pflanzenteile: Früchte
Sammelzeit:


Anwendung

Pfeffer wird normalerweise als Gewürz gegessen, ohne dass man sich Gedanken um seine gesundheitliche Wirkung macht. Aber selbst dann wirkt der Pfeffer leicht verdauungsfördernd und belebend.

Man kann den Pfeffer aber auch gezielt als Heilmittel einsetzen.

Seine besondere Fähigkeit ist die Verstärkung von anderen Heilpflanzen. Pfeffer ist ein sogenannter Wirkungsverstärker. Daher wird er häufig vor oder zusammen mit einer anderen Heilpflanze eingenommen, z.B. in Kombination mit Kurkuma.

Hinweis

Pfeffer sollte nicht ohne Grund täglich als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.

Man kann täglich mit Pfeffer würzen oder ihn begründet als Wirkungsverstärker einsetzen, aber nicht als Selbstzweck, weil man sich vom Pfeffer eine Wunderwirkung erhofft.

Pfeffer-Tinktur

Für eine Pfeffer-Tinktur braucht man 1 Teil Pfeffer und 5 Teile Alkohol. Am besten verwendet man Alkohol mit mindestens 65% Vol. Im Zweifelsfall kann man auch Doppelkorn nehmen.

Um eine Pfeffer-Tinktur selbst herzustellen, geht man folgendermaßen vor:

  1. Zuerst zerstößt man die Pfefferkörner mit einem Mörser.
  2. Dann übergießt man den Pfeffer in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind.
  3. Nun lässt man die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

  4. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 5-15 Tropfen ein, am besten bevor man andere Heilpflanzen einnimmt.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Trikatu

Trikatu ist eine traditionelle Zubereitung mit Pfeffer aus der Ayurveda-Heilkunde.

Bei Trikatu werden außer dem schwarzen Pfeffer zwei andere Heilpflanzen verwendet, die als Wirkungsverstärker funktionieren und zwar Langer Pfeffer und Ingwer.

So wird Trikatu zubereitet:

Mische zu gleichen Teilen:

  • Schwarzen Pfeffer
  • Langen Pfeffer
  • Ingwer

Dann wird mit den Kräutern eine Tinktur zubereitet wie oben beschrieben.

Man kann auch fertige Tinkturen mit den drei Heilpflanzen mischen.

Piperin als Kapsel

Häufig wird Pfeffer heutzutage als Extrakt mit nahezu reinem Piperin in Form von Kapseln oder Pulver eingenommen.

Das kann man tun, um die Wirkung von anderen Kräutern zu verstärken.

Manchmal werden Kräuter auch direkt zusammen mit Piperin vermischt angeboten, z.B. Kurkuma.

Es macht allerdings keinen Sinn, Piperin-Kapseln für vermeintliche Wunderwirkungen einzusetzen, z.B. gegen Übergewicht oder zum Muskelaufbau.



Wirkung

Pfeffer

Pfeffer wirkt in erster Linie als Bioverstärker für andere Heilpflanzen. Man spricht auch davon, dass Pfeffer ein "Synergist" ist. Das macht er unter anderem, weil er die Darmwände durchlässiger für andere Wirkstoffe macht.

Allerdings hat Pfeffer auch zahlreiche eigene Wirkungen. Er wirkt beispielsweise antibakeriell und abwehrsteigernd.

Außerdem fördert er die Verdauung, bei hohen Dosen oder empfindlichen Menschen sogar zu stark. Wenn man den Pfeffer verträgt, wirkt er auch appetitanregend und belebend auf den Stoffwechsel.

In Studien wird auch untersucht, ob Pfeffer bzw. Piperin gegen Krebs wirkt, beispielsweise indem es andere Krebstherapien verstärkt.

Nebenwirkungen

Pfeffer kann bei manchen Menschen zu Sodbrennen und Reflux führen.

Bei Langzeitanwendung von Piperin kann es zu verminderter Fruchtbarkeit kommen, bei Männern stärker als bei Frauen. Menschen mit Kinderwunsch sollten Piperin nicht über einen längeren Zeitraum und in höheren Dosen anwenden.



Geschichte

Pfeffer

Pfeffer wird schon seit tausenden von Jahren als Gewürz und Heilpflanze verwendet.

Vor allem in Indien wird Pfeffer in großen Mengen angebaut. Der Pfeffer wird weltweit exportiert und das schon seit dem Altertum.

Im Europa des Mittelalters wurde der Pfeffer so sehr geschätzt, dass er mit Gold aufgewogen wurde.

Ayurveda Heilkunde

In der indischen Ayurveda-Heilkunde spielt der Pfeffer eine wichtige Rolle.

Besonders häufig wird er zusammen mit langem Pfeffer und Ingwer als Trikatu verwendet und zwar schon seit 600 v. Chr.

In der Lehre der Tridosha wirkt Trikatu ausgleichend auf ein Ungleichgewicht der drei Doshas.

Als Einzelpflanze wird der Pfeffer gegen zahlreiche Beschwerden verwendet, z.B. Durchfall, Verstopfung, Herzkrankheiten und vieles mehr.

TCM

Im Mittelalter wurde der Pfeffer auch in China eine beliebte Heilpflanze.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird der Pfeffer zum Wärmen verwendet und um das Phlegma auszutreiben.

Außer gegen verschiedene Verdauungsbeschwerden wurde der Pfeffer auch gegen Epilepsie eingesetzt.

Die synergistische Wirkung des Pfeffers ist in der TCM anscheinend nicht bekannt.



Pflanzenbeschreibung

Pfeffer Blätter

Der Pfeffer ist in den Tropen heimisch.

Er ist eine mehrjährige Kletterpflanze, die bis zu 4 Meter hoch wird.

Die glänzenden Blätter sind herzförmig und werden bis zu 10 cm groß.

Die Blüten sind klein und unauffällig. Bis zu 150 von ihnen hängen in Rispen von den Blattachseln.

Aus den Blüten entwickeln sich kleine Beeren, die zuerst grün und später rot sind. Das sind die Pfeffer-Früchte.

Je nach Verarbeitung werden unterschiedliche Pfeffersorten aus den Früchten gewonnen.

Schwarzer Pfeffer

Der schwarze Pfeffer wird unreif geerntet. Dann wird er für kurze Zeit gekocht und anschließend getrocknet.

Durch diese Vorgehensweise wird der Pfeffer schwarz und runzelig.

Grüner Pfeffer

Grüner Pfeffer wird unreif geerntet und durch Einkochen oder Einfrieren haltbar gemacht.

Häufig wird grüner Pfeffer auch sauer eingelegt und so im Handel angeboten.

Weißer Pfeffer

Weißer Pfeffer wird reif geerntet und geschält, bis nur noch der Samen übrig ist. Der Samen ist der weiße Pfeffer.

Roter Pfeffer

Roter Pfeffer wird reif und rot geerntet. Er wird entweder eingelegt oder er wird mit speziellen Methoden getrocknet, damit die rote Farbe erhalten bleibt.


Verbreitung

Verbreitung Weltkarte

Der Pfeffer ist ursprünglich in Indien heimisch, insbesondere in Südindien an der Malarbarküste in der Region Kerala.

Später wurde der Pfeffer auch in mehreren anderen tropischen Ländern angebaut, beispielsweise in Malaysia, Indonesien, Vietnam und sogar in Brasilien.