Sennes

(Senna alexandrina)

  

Sennes

Der Sennesbaum ist ein kleiner Strauch, der in Nordafrika und Kleinasien heimisch ist. Daher wurden seine Heilkräfte auch zuerst in Arabien entdeckt und genutzt.

In Mitteleuropa wurden die Sennesblätter von Paracelsus bekannt gemacht. Er empfahl Sennesblätter als Abführmittel, wofür sie auch heutzutage noch verwendet werden.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Verstopfung
Heilwirkung:
abführend,
laxierend,
Anwendungsbereiche:
Harter Stuhlgang,
Hämorrhoiden,
wissenschaftlicher Name:
Senna alexandrina, Cassia angustifolia, Cassia senna, Senna acutifolia, Cassia acutifolia
Pflanzenfamilie:
Hülsenfrüchtler = Fabaceae
englischer Name:
Alexandrian Senna
andere Namen:
Sennesblätter, Senetblätter, Sen, Sene, Sennablätter, Indische Cassie, König der Bäume
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, evtl. Früchte
Inhaltsstoffe:
Sennoside, Anthrachinonglykoside, Anthranoide, Flavonoide, Schleimstoffe, Naphthalinglykoside, Bitterstoffe, Salizylsäure, ätherische Öle,
Sammelzeit:
Sommer


Anwendung

Sennesblätter

Sennes kann man vorwiegend als Tee anwenden. Am besten trinkt man den Sennestee abends vor dem Schlafengehen.

Die Sennesfrüchte wirken milder als die Sennesblätter.

Tee

Für einen Sennes-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Sennes mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn bis 15 Minuten ziehen.

Anschließend abseihen und den Sennestee in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man eine Tasse täglich, am besten abends.

Kaltauszug

Für die Sennesblätter wird gelegentlich auch ein Kaltauszug empfohlen.

Dazu legt man 1 TL Sennesblätter in eine Tasse kaltes Wasser ein und lässt die Mischung mindestens 5 Stunden lang ziehen.

Dann abseihen und auf Trinktemperatur erwärmen.

Von Kaltauszügen ist man jedoch inzwischen weitgehend abgekommen, weil die Gefahr von bakterieller Kontamination besteht. Bei Tee-Aufgüssen mit kochendem Wasser besteht diese Gefahr nicht.

Achtung!

Sennesblätter dürfen nicht dauerhaft angewendet werden, weil es sonst zur Gewöhnunng und zu Störungen des Elektrolythaushaltes kommen kann.



Wirkung

Sennesblätter gelten als relativ mildes Abführmittel.

Im Dickdarm werden die Anthrachinonglykoside der Sennesblätter in Anthrone verwandelt. Diese Anthrone sorgen dafür, dass verstärkt Flüssigkeit und Mineralsalze in den Darm abgegeben werden. Außerdem wird die Darmbewegung (Peristaltik) angeregt. Die Wiederaufnahme (Resorption) der Flüssigkeit wird verringert. Dadurch wird der Stuhl voluminös und weich. Der Stuhl kann leicht ausgeschieden werden.

Da es zur Gewöhnung kommen kann, sollte man Sennes nur im akuten Fall einsetzen und nicht als Dauerbehandlung.

Nebenwirkungen

Durch die Sekretion von Gewebswasser und Mineralien (Elektrolyte) kann es zu Störungen im Elektrolythaushalt und zur Dehydrierung kommen, wenn man nicht genügend trinkt.

Bei der Anwendung von Sennes sollte man also genügend trinken und Mineralien zu sich nehmen, damit es nicht zu Mangelerscheinungen kommt.

Gegenanzeigen

Sennesblätter sollten nicht in der Schwangerschaft oder Stillzeit angewendet werden.

Auch bei Darmverschluss muss man auf Sennesblätter verzichten.

Überdosierung

Wenn man zu viel Sennesblätter zu sich nimmt, kann es zu ernsthaften Gesundheitsproblemen kommen. Mögliche Probleme sind unter anderem: Übelkeit, Darmkrämpfe, Erbrechen, Blut im Harn (Hämaturie), Nierenreizung, Eiweiß im Harn (Albuminurie) und sogar eine Schädigung der Nerven des Darms.



Anwendungsgebiete

Sennesblätter werden in erster Line gegen Verstopfung eingesetzt.

Das kann bei gewöhnlicher Verstopfung sinnvoll sein, aber auch in bestimmten Sondersituationen.

Weil der Stuhl durch Sennes weich und breiförmig wird, eignet sich die Anwendung gut bei schmerzhaften Hämrrhoiden.

Auch nach Operationen im Bauchraum kann Sennes eine gute Hilfe sein, weil der weiche Stuhl nicht schmerzhaft gegen den operierten Bereich drückt.



Geschichtliches

Sennes wird mindestens seit dem Mittelalter als Heilpflanze verwendet. Erste Berichte über die Anwendung der Sennesblätter stammen aus dem 8. Jahrhundert und zwar aus Arabien, wo der Sennesstrauch heimisch ist.

Früher wurde Sennes für vielfältige Einsatzzwecke verwendet, beispielsweise Augenerkrankungen, Magenbeschwerden und sogar Lepra.

Erst im 16. Jahrhundert wurden Sennesblätter von Paracelsus als Abführmittel empfohlen. Er empfahl die Anwendung von Sennes zusammen mit Wermut und Lauch.



Magische Anwendung

Senna wird traditionell für Liebeszauber verwendet.

Aus magischer sicht gilt Senna als maskulin und ist dem Planeten Merkur und dem Element Luft zugeordnet.




Pflanzenbeschreibung

Sennes

Sennes eine subtropische Pflanze.

Sie wächst bevorzugt in warmen, trockenen Gegenden.

Der mehrjährige Busch wird bis zu 3 Meter hoch.

Die paarig gefiederten Blätter stehen wechselständig an den Zweigen. Sie sind glatt und umfassen 8 bis 10 Blättchen (Blatt-Fiedern). Die einzelnen Blättchen sind am Ende spitz und von schmaler lanzettlicher Form.

Die gelben Blüten stehen aufrechten Trauben und entspringen den Blattachseln.

Aus den Blüten entwickeln sich kleine Hülsenfrüchte, die 2 bis 4 cm lang werden.


Verbreitung / Vorkommen

Verbreitung Sennes

Sennes ist in Kleinasien und Nordamerika heimisch. In Indien wird Sennes manchmal angebaut.

Zur Weltkarte

Anbautipps

Im geheizten Gewächshaus oder Wintergarten kann man den Sennesstrauch auch in Mitteleuropa anpflanzen.

Im Frühling werden die Samen ausgesät. Die spätere Vermehrung erfolgt meist durch Triebstecklinge.

Im Gewächshaus blüht der Sennes-Strauch im August oder September.



Sammeltipps

Wenn man Sennessträucher selber anpflanzt, kann man die Blätter oder Früchte ernten.

Die Blätter kann man ernten, wenn sie gerade ausgewachsen sind, die Früchte, wenn sie reif sind.

Beides wird schonend im gut durchlüfteten Schatten getrocknet.