Storchschnabel

  

Storchenschnabel, Storchschnabel, Ruprechtskraut


Der Storchschnabel ist ein Verwandter der Geranie, was uns die hübschen, aber kleinen Blüten beweisen. Im Unterschied zur Geranie riecht er jedoch ziemlich herb, sodass er auch oft "stinkender Storchschnabel" genannt wird.

In der Heilkunde hilft uns der Storchschnabel bei Problemen der Haut und des Verdauungssystems.



Steckbrief

Heilwirkung:
adstringierend
antiseptisch
antidiabetisch
blutstillend
blutzuckersenkend
entgiftend
harntreibend
krampflösend
stopfend
Steckmücken, Motten und Fliegen abwehrend
Stoffwechsel anregend
tonisch
wundheilend
Anwendungsbereiche:
Angina
Augenerkrankungen
Ausschläge
Blutungen
Brustschmerzen
Darmentzündung
Diabetes
Durchfall
Eiterungen
Ekzeme
Fieber
Fisteln
Frauenleiden
Geschwüre
Gicht
Hautflechte
Hautleiden
Herpes
Hämorrhoiden
Lungenleiden
Magenentzündung
Mundenzündung
Nasenbluten
Nierenentzündung
Nierenleiden
Offene Beine
Prellungen
Rachenentzündung
Stärkungsmittel
Zahnschmerzen
chronische Magenentzündung
wunde Brustwarzen (bei Stillenden)
wissenschaftlicher Name: Geranium robertianum
Pflanzenfamilie: Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
englischer Name: Herb Robert
volkstümliche Namen: Herba Roberti, Stinkender Storchschnabel, Storchenschnabel, Storchschnabel Ruprechtskraut, Robertskraut, Gottensgnadenkraut, Gottesgenad, Bockskraut, Rotlaufskraut, Niesskraut, Wanzenkraut, Warzenkraut, Purgierkraut, Rotlaufkraut, weißes Gallenkraut, Orvale, Himmelsbrot, Notbrot
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Giftigkeit: ungiftig
Nebenwirkungen: allergische Reaktionen, bei überdosierung der innerlichen Anwendung Magenbeschwerden wegen der Gerbstoffe
Wuchshöhe: 15-100 cm, meistens 40-50 cm
Inhaltsstoffe: Bitterstoff, Geraniin, Gerbstoffe, organische Säuren, ätherisches Öl (Geraniol)
Blütezeit: März bis Oktober
Verwechselungsgefahr: Wald-Storchschnabel, Rundblättriger Storchschnabel, Weicher Storchschnabel, Schlittblättriger Storchschnabel
Sammelzeit: April bis September


Anwendung

Storchenschnabel, Storchschnabel, Ruprechtskraut

Der Storchschnabel kann man ganz normal als Tee verwenden. Dazu benutzt man das Storchenschnabelkraut.

Auch als Tinktur, Wein oder Pulver kann man ihn einsetzen und hat ihn dann jederzeit bequem zur Hand.

Äusserlich eignet er sich besonders als Frischsaft. Wenn die frische Pflanze jedoch nicht vorhanden ist (z.B. im Winter), dann kann man stattdessen einen Tee verwenden.

Bei der Behandlung von Krebs empfiehlt Rudolf Breuss jeden Tag Storchenschnabelkrauttee zu trinken, der Tee wird kalt und schluckweise getrunken.

Homöopathie

In der Homöopathie wird der Storchenschnabel als Geranium robertianum, Herb Robert oder Ruprechtskraut in D2, D7, D12, C4, C30 und C200 meist als Globuli bei Blutungen, Harnwegsinfekte, Nierensteinen, Gallensteinen, Erkrankungen des Lymphsystems, seelischen Traumata, Durchfall, Insektenstichen und Vergiftungen eingesetzt. Storchenschnabel findet sich auch als Bestandteil von Komplexmitteln.

Geschichte

Der Storchenschnabel wurde schon im Mittelalter als Heilpflanze genutzt, den Namen Ruprechtskrauts soll auf den heiligen Ruprecht zurück gehen, könnte aber auch vom althochdeutschen rotpreht/frühneuhochdeutsche rotbrecht kommen, was soviel wie rötlich bedeutet.

Der Arzt, Botaniker und Apotheker Jacobus Theodorus Tabernaemontanus (1522-1590) hat den Storchenschnabel ausführlich in seinem Kräuterbuch beschrieben.

In Hungerzeiten wurden die Wurzeln ausgebraben und gekocht als Gemüse gegessen


Pflanzenbeschreibung

Storchenschnabel, Storchschnabel, Ruprechtskraut

Der Storchschnabel ist eine frostharte/winterharte einjährige/zweijährige Pflanze, die häufig wild als Unkraut wächst und kommt in ganz Europa (außer im nördlichsten Teil von Skandinavien) und an der Ost-/Westküste der USA vor. Er kommt bis in eine Höhe von 1700 m vor. Man kann ihn einfach im Garten anbauen.

Er wird bis zu 50 cm hoch und hat reich verzweigte, teilweise rötliche Stengel. Die dreieckigen Blätter sind drei- bis fünfteilig fiederschnittig gelappt. Blätter und Stengel sind weich behaart, die Blätter verfärben sich an Plätzen mit starker Sonneneinstrahlung ins rötliche.

Die kleinen, aber hübschen Blüten sind rosafarben bis violett. Jede Blüte hat fünf Blütenblätter, die in der Mitte durch eine dunklere Linie geziert werden. (siehe Bilder auf dieser Seite)

Den Namen hat der Storchschnabel von seinen Fruchtknoten, die wie spitze Schnäbel aussehen.

Die Samen können bis zu 2 Meter hoch und einige Meter weit geschleudert werden.

Anbau

Oft wächst der Storchschnabel von selbst im Garten und bleibt dort dauerhaft, da er sich selbst aussät. Ansonsten gibt es im Kräuter-Samenhandel Saatgut für etwa 2 Euro für 250 Samen zu kaufen.

Die Samen werden direkt im April bis August ausgesät, mit sehr wenig Erde bedecken, an den Boden und Standort werden keine besonderen Ansprüche gestellt. Am liebsten mag der Storchschnabel Halbschatten, der Boden sollte mäßig trocken bis feucht und stickstoffreich sein.

Fertige Pflanzen gibt es für etwa 3 Euro das Stück, diese pflanzt man im Abstand von etwa 30-40 cm zwischen März und Oktober. Direkt nach dem Winter schneidet man die Pflanzenreste über dem Blattaustrieb ab.

Ernte

Man schneidet die überirdischen Pflanzenteile ab, diese werden gebündelt und kopfüber zum trocknen aufgehängt.


FAQ

Wann blüht der Storchschnabel?

Der Storchschnabel blüht zwischen März und Oktober

Wann kann man den Storchschnabel am besten pflanzen?

Am besten im Frühjahr, geht aber problemlos zwischen März und Oktober.

Wann sollte man den Storchschnabel am besten ausäen?

Am besten im Frühjahr, geht aber problemlos zwischen April und August.

Ist der Storchschnabel essbar?

Ja, die Wurzeln wurden sogar in Hungerzeiten als Gemüse gekocht.

Ist der Storchschnabel giftig?

Nein.