GiftigStrophanthus

(Strophanthus hispidus)

  

Strophanthus

Der tropische Strophanthus wurde früher von afrikanischen Einheimischen als Pfeilgift für die Jagd verwendet. Nach seiner Entdeckung war Strophanthus einst ein sehr beliebtes Heilmittel in der Herzmedizin. Heutzutage ist Strophanthus jedoch fast in Vergessenheit geraten, obwohl es so viele Herzkranke gibt wie nie zuvor.

Der lianenartige tropische Busch hat interessante weiße Blüten mit langen rötlichen Ausläufern. Aus den Blüten entwickeln sich schließlich die giftigen Samen, die die starken Wirkstoffe des Strophanthus enthalten.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Achtung! Stark giftig. Nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden.

Herzschwäche,

Heilwirkung:
negativ chronotrop,
positiv inotrop,
Anwendungsbereiche:
Angina Pectoris,
Herzfunktionsstörungen,
Herzinfarkt,
Herzinsuffizienz,
Herzrasen,
Ödeme,
Tachykardie,
wissenschaftlicher Name:
Strophanthus hispidus, Strophanthus gratus, Strophanthus kombe
Pflanzenfamilie:
Hundsgiftgewächse = Apocynaceae
englischer Name:
hispid strophanthus, twisted flower
andere Namen:
Verwendete Pflanzenteile:
Samen
Inhaltsstoffe:
Herzglykoside: Strophanthin, Erysimin, Cymarin, Alkaloid Inoein
Sammelzeit:


Anwendung

Strophanthus kann man heutzutage fast ausschließlich als homöopathisches Mittel in den Potenzen ab D4 bekommen und anwenden.

Es gibt homöopathische Einzelpräparate und homöopathische Kombipräparate. Man kann diese Mittel gegen die im Steckbrief aufgelisteten Herzbeschwerden einsetzen. Die Dosierung der Mittel entspricht den Angaben auf der Verpackung.

Aufgrund der homöopthischen Potenzierung (Verdünnung) kann man von Strophanthus-Präparaten in den Niedrig-Potenzen D4 - D6 keine starke Wirkung erwarten. In Hochpotenzen wirkt Strophanthus anders, nämlich nach dem homöopathischen Grundkonzept, umgekehrt zur normalen medizinischen Wirkungsweise.

Als Tee kann und sollte man Strophanthus keinesfalls anwenden, wegen der potentiell giftigen Wirkung.



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Wirkung

Die Herzglykoside Strophanthin hemmen die Natrium-Kalium-Pumpe der Körperzellen. Dadurch kommt es zu einer Steigerung der Herzkraft und zu einer Verlangsamung der Herzschläge.

Das ist eine ähnliche Wirkungsweise wie bei den Herzglykosiden der Fingerhut-Pflanze (Digitalis). Im Unterschied zu Digitalis wirkt Strophanthin jedoch schneller und die Wirkung lässt auch schneller wieder nach. Das ist sowohl ein Vorteil als auch ein Nachteil des Strophanthin. Einerseits muss Strophanthin öfter angewendet werden, andererseits bauen sich keine unheilvollen Wirkstoffmengen auf, wie beim Digitalis.

Bei oraler Aufnahme (z.B. Tabletten) von geringen Dosen von Strophanthin kommt es zu einer relativ sanften herzstärkenden Wirkung. Das Herzglykosid wirkt dann fast so wie die ähnliche körpereigene Substanz (Hormon). Manche Alternatvimediziner geben Strophanthin oral als Mittel zur Vorbeugung von Herzinfarkt und zur Behandlung von Angina Pectoris.

Bei intravenöser Anwendung von Strophanthin als Spritze oder Tropf ist die Wirkung hingegen sehr schnell und ausgeprägt. Daher ist hier große Vorsicht geboten. Die intravenöse Anwendung von Strophanthin gehört eindeutig in ärztliche Hand.

Nebenwirkungen

Bei zu hoher Dosis kann die Verlangsamung des Herzschlags zu stark werden. Es kommt zu Reizleitungsstörungen, einem erhöhten Kalzium-Spiegel (Hyperkalzämie) und einem verringerten Kalium-Spiegel (Hypokaliämie). Im schlimmsten Fall kann man daran sterben.

Nicht umsonst ist Strophanthus als Giftpflanze eingestuft, ganz ähnlich wie der Fingerhut mit seinen Digitalis-Glykosiden.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Schleimhautreizungen und Zahnfleischreizungen.



Anwendungsgebiete

Die Anwendungsgebiete beziehen sich nahezu ausschließlich auf Probleme durch geschwächte Herzen.

In Tablettenform kann man Strophanthus gegen Herzschwäche, Angina Pectoris und zur Vorbeugung eines Herzinfarktes anwenden.

Somit hilft Strophanthus auch gegen Wassereinlagerungen (Ödemen) durch Herzinsuffizienz.

Weil durch Strophanthus auch die Herzfrequenz gesenkt wird, kann es auch gegen Herzrasen helfen.



Geschichtliches

Früher wurde Strophanthus von den zentralafrikanischen Einheimischen als Pfeilgift für die Jagd verwendet.

Der Afrikaforscher Livingstone entdeckte zusammen mit dem Biologen Kirk am Ende des 19. Jahrhunderts die medizinische Wirkung von Strophanthus. Sir Thomas Richard Fraser stellte schließlich fest, dass hierbei ein Glykosid wirksam ist.

Nur wenige Jahre später konnte das Glykosid Strophanthin synthetisch hergestellt werden.

Ab Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Strophanthin häufig in der Akutmedizin eingesetzt. Heutzutage wird Strophanthin kaum noch als intravenös gegebenes Notfallmittel verwendet.

Anscheinend wurde die Lizenz für Strophanthin nicht mehr verlängert, sodass das einstige Mode-Herzmittel inzwischen fast in Vergessenheit geraten ist. Zur Zeit kann man Strophanthus fast nur als homöopathisches Mittel ab der Potenz D4 kaufen. Nicht homöopathische medizinische Zubereitungen mit Strophanthin sind verschreibungspflichtig.



Pflanzenbeschreibung

Strophanthus

Die Strophanthus-Arten wachsen vor allem in tropischen Gegenden.

Mehrere Arten der Gattung Strophanthus werden für Heilzwecke eingesetzt. Alle gehören zur Familie der Hundsgiftgewächse.

Bei Strophanthus handelt es sich um lilianenartig kletternde Halbsträucher.

Die meist kahlen Blätter wachsen gegenständig an kurzen Stielen.

In den Pflanzen befindet sich ein Milchsaft.

Die Blüten sind meistens weißlich und haben fünf Blütenblätter. Typisch ist, dass von den Blütenblättern lange, schmale Streifen hängen, die rot sein können.

Aus den Strophanthus-Blüten entwickeln sich die Samen. Die Samen wachsen in Balgfrüchten. An den Samen hängen häufig haarige Federfortsätze, ähnlich wie bei Pusteblumen.

Verbreitung / Vorkommen

Verbreitung Strophanthus

Die Strophanthus-Arten sind im tropischen Afrika heimisch, von Tansania bis Angola. Inzwischen findet man sie auch im südlichen Asien, beispielsweise Südindien bis ins südliche China.

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